
Trump stützt Palantir mit persönlichem Posting – Aktie reagiert sofort
Während die amerikanische Software-Branche am Freitag erneut unter Druck geriet und der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF (IGV) um 2,4 Prozent nachgab, spielte sich um die Aktie des umstrittenen Datenanalyse-Unternehmens Palantir ein bemerkenswertes Schauspiel ab. Denn kein Geringerer als US-Präsident Donald Trump persönlich griff zur digitalen Feder, um den angeschlagenen Kurs zu stützen – ein Vorgang, der einmal mehr die enge Verflechtung von Politik und Börse in der Ära Trump offenbart.
Vom Höhenflug zum Absturz: 40 Prozent Verlust seit November
Palantir, einst der Liebling der KI-Euphorie an der Wall Street, hat seit seinem Allzeithoch im vergangenen November satte 40 Prozent an Wert eingebüßt. Die Gründe dafür sind vielfältig, doch ein Name sticht besonders hervor: Michael Burry. Der legendäre Investor, der durch seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise 2008 weltberühmt wurde – verewigt im Film „The Big Short" –, hatte auf der Plattform X eine vernichtende Analyse veröffentlicht.
Burrys These war so simpel wie brutal: Das KI-Startup Anthropic fresse Palantir regelrecht das Geschäft weg. Während Anthropic in atemberaubendem Tempo skaliere, habe Palantir ganze 20 Jahre gebraucht, um auf einen Umsatz von fünf Milliarden Dollar zu kommen. Das Regierungsgeschäft, auf das sich Palantir stütze, sei margenschwach und begrenzt. Der Gründer von Scion Asset Management löschte den Beitrag zwar kurz darauf wieder – doch der Schaden war angerichtet. Die Leerverkaufspositionen gegen Palantir sind in den vergangenen Wochen signifikant gestiegen.
Trumps Intervention: Wenn der Präsident zum Aktien-Cheerleader wird
Genau in diese angespannte Gemengelage platzte am Freitagmorgen ein Posting des US-Präsidenten auf Truth Social, das es in sich hatte. Trump schrieb wörtlich, Palantir Technologies habe sich als herausragend in der Kriegsführung erwiesen – man solle nur die Feinde Amerikas fragen. Die Reaktion des Marktes ließ keine Sekunde auf sich warten: Die Aktie, die zuvor bei rund 123 Dollar ihren Tiefpunkt markiert hatte, schnellte umgehend auf etwa 127 Dollar hoch. Dennoch schloss das Papier den Handelstag mit einem Minus von rund zwei Prozent ab.
Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Der mächtigste Mann der westlichen Welt nutzt seine Social-Media-Präsenz, um gezielt ein börsennotiertes Unternehmen zu bewerben. Was in Europa vermutlich sofort eine Untersuchung der Finanzaufsicht nach sich ziehen würde, gehört in Trumps Amerika offenbar zum politischen Tagesgeschäft. Die Frage, ob solche präsidialen Kurspflege-Aktionen mit dem Grundsatz fairer Märkte vereinbar sind, stellt sich dabei fast von selbst.
KI-Disruption als Damoklesschwert über der Software-Branche
Der Fall Palantir ist dabei nur ein Symptom eines weitaus größeren Problems. Die gesamte Software-Branche steht vor der existenziellen Frage, ob die rasante Entwicklung generativer KI-Modelle – wie sie Anthropic vorantreibt – etablierte Geschäftsmodelle nicht schlichtweg obsolet macht. Die jüngsten Updates von Anthropic haben diese Ängste erneut befeuert und den gesamten Sektor unter Druck gesetzt.
Für Anleger zeigt dieser Vorfall einmal mehr, wie volatil und manipulationsanfällig die Technologiemärkte geworden sind. Ein einziger Social-Media-Post des Präsidenten kann Milliarden an Börsenwert bewegen – nach oben wie nach unten. Wer sein Vermögen ausschließlich in solch schwankungsanfällige Werte investiert, geht ein erhebliches Risiko ein. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber bieten hier einen bewährten Gegenpol: Sie sind keinem Tweet und keinem Algorithmus unterworfen, sondern bewahren seit Jahrtausenden ihren inneren Wert – unabhängig davon, was ein Staatsoberhaupt gerade auf seiner Lieblingsplattform postet.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener sorgfältiger Recherche und gegebenenfalls nach Konsultation eines unabhängigen Finanzberaters getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der hier bereitgestellten Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.
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