
Trumps Breitseite gegen London: Wenn der engste Verbündete zum Zauderer wird
Die sogenannte „Special Relationship" zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien – jene legendäre transatlantische Sonderbeziehung, die seit Winston Churchill und Franklin D. Roosevelt als unerschütterlich galt – zeigt tiefe Risse. US-Präsident Donald Trump hat den britischen Premierminister Keir Starmer erneut mit beißender Kritik überzogen und damit das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Washington und London weiter strapaziert.
„Wir werden uns erinnern" – Trumps unmissverständliche Warnung
Auf seiner Plattform Truth Social fand der US-Präsident deutliche Worte: Man brauche keine Verbündeten, die erst dann in einen Krieg einträten, wenn dieser bereits gewonnen sei. Die angedachte Entsendung britischer Flugzeugträger in die Konfliktregion sei nicht mehr erforderlich. Doch der eigentliche Stachel saß in einem einzigen Satz: „Wir werden uns erinnern." Eine Drohung, verpackt in diplomatische Höflichkeit – ganz im Stile Trumps.
An Bord der Air Force One legte der Präsident nach und erklärte, man hätte die britische Unterstützung vor zwei Wochen gut gebrauchen können. Die Briten hatten den amerikanischen Streitkräften erst mit erheblicher Verzögerung die Nutzung ihrer Militärstützpunkte für den Einsatz gegen den Iran genehmigt. Zwar landeten am Wochenende US-Langstreckenbomber auf der britischen Luftwaffenbasis Fairford, und britische Kampfjets seien zur Abwehr von Drohnen und Raketen in der Krisenregion im Einsatz – doch an direkten Angriffen auf den Iran wolle sich Starmers Regierung ausdrücklich nicht beteiligen.
Das Trauma des Irak-Krieges lähmt London
Die Zurückhaltung der britischen Regierung hat tiefere Wurzeln, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Das Vereinigte Königreich trägt noch immer schwer an den Folgen des Irak-Krieges von 2003, als der damalige Labour-Premierminister Tony Blair die Briten an der Seite der Amerikaner in ein Abenteuer führte, das heute von der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung als Desaster bewertet wird. Tausende gefallene Soldaten, ein destabilisierter Naher Osten und eine zutiefst gespaltene Gesellschaft – das ist das Erbe, das Blair hinterließ.
Ausgerechnet dieser Tony Blair gilt mittlerweile als enger Vertrauter Trumps. Er spielt eine Rolle im umstrittenen Friedensrat des US-Präsidenten und soll bei der Umsetzung amerikanischer Ziele im Gazastreifen mitwirken. Blair selbst ließ über die „Daily Mail" verlauten, Großbritannien hätte die USA seiner Meinung nach von Anfang an unterstützen sollen. Eine bemerkenswerte Wendung der Geschichte: Der Mann, dessen Kriegsentscheidung die Labour-Partei bis heute verfolgt, drängt nun erneut zum Handeln.
Starmers Regierung übt sich in Schadensbegrenzung
Die britische Außenministerin Yvette Cooper versuchte am Morgen nach Trumps Attacke, die Wogen zu glätten. Der Premierminister werde nicht zu „Rhetorik oder Übertreibungen" greifen, sondern sich auf „ruhige, besonnene Entscheidungsfindung" konzentrieren, erklärte sie im Sender Sky News. Die Menschen sollten sich auf Inhalte fokussieren, nicht auf Social-Media-Beiträge. Eine Aussage, die in ihrer diplomatischen Verklausulierung kaum darüber hinwegtäuschen kann, wie sehr Trumps Worte in London getroffen haben.
Besonders pikant: Trump verglich Starmer indirekt mit Winston Churchill – und machte unmissverständlich klar, dass der aktuelle Premierminister diesem Vergleich nicht standhalte. Churchill, der die Briten durch den Zweiten Weltkrieg geführt hatte und maßgeblich am Sturz des demokratisch gewählten iranischen Ministerpräsidenten Mossadegh 1953 beteiligt war, steht für eine Ära britischer Entschlossenheit, die in der heutigen Politik schmerzlich vermisst wird.
Deutschland als Musterschüler – Spanien am Pranger
Während London unter Trumps verbalen Hieben ächzt, darf sich Berlin zurücklehnen. Bereits bei seinem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz im Weißen Haus hatte Trump die deutsche Haltung im Iran-Konflikt ausdrücklich gelobt. Spanien hingegen bekam ebenfalls sein Fett weg: Die Spanier hätten die Nutzung ihrer Stützpunkte untersagt und seien „unfreundlich" gewesen, echauffierte sich der US-Präsident.
Dass ausgerechnet Deutschland, das unter der Ampel-Koalition außenpolitisch oft genug als zahnloser Tiger wahrgenommen wurde, nun von Trump als positives Beispiel hervorgehoben wird, dürfte der neuen Großen Koalition unter Merz durchaus gelegen kommen. Es zeigt sich einmal mehr: Wer in der internationalen Politik Verlässlichkeit demonstriert, wird belohnt. Wer zaudert, wird abgestraft.
Starmer zwischen allen Stühlen
Für den britischen Premierminister kommt Trumps Kritik zur denkbar ungünstigsten Zeit. Bei den anstehenden Kommunalwahlen im Mai droht Labour eine empfindliche Niederlage gegen die rechtspopulistische Partei Reform UK unter Nigel Farage – jenem Mann, der bereits den Brexit durchsetzte und nun die etablierte Politik erneut vor sich hertreibt. Dass Farage und Trump seit Jahren ein enges Verhältnis pflegen, macht die Lage für Starmer nicht einfacher.
Hinzu kommt der Skandal um den abberufenen britischen Botschafter in den USA, Peter Mandelson, dessen Verwicklung in die Epstein-Affäre Ende vergangenen Jahres beinahe zum Rücktritt Starmers geführt hätte. In einem Gastbeitrag für den „Sunday Mirror", der noch vor Trumps jüngster Attacke verfasst worden war, schrieb der Premier trotzig, seine Regierung konzentriere sich darauf, die britischen Bürger im In- und Ausland zu schützen – während die Opposition versuche, Großbritannien auf der Weltbühne zu untergraben.
Ein Lehrstück über Bündnistreue und ihre Grenzen
Was sich zwischen Washington und London abspielt, ist weit mehr als ein diplomatischer Schlagabtausch. Es ist ein Lehrstück darüber, wie schnell selbst die engsten Allianzen erodieren können, wenn Entschlossenheit durch Zögerlichkeit ersetzt wird. Trump mag in seiner Kommunikation rüpelhaft und provokant sein – doch seine Botschaft ist unmissverständlich: Wer in Krisenzeiten nicht liefert, wird zur Kenntnis genommen. Und nicht vergessen.
Die Frage, wie lange Trumps Verärgerung über Starmer anhalten wird, lässt sich kaum beantworten. Grundsätzlich gilt der US-Präsident mit seiner schottischen Mutter als Bewunderer des Vereinigten Königreichs. Erst im vergangenen September ließ er sich bei einem Staatsbesuch bei König Charles III. feiern. Doch zwischen königlichem Pomp und realpolitischer Enttäuschung liegen Welten. Die „Special Relationship" war schon immer mehr Mythos als Realität – und unter Trump und Starmer droht sie endgültig zur hohlen Phrase zu verkommen.

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