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Trumps Gas-Poker mit Seoul: Unterschreiben oder doppelt zahlen!

Trumps Gas-Poker mit Seoul: Unterschreiben oder doppelt zahlen!
Symbolbild: KI-generiert

US-Präsident Donald Trump setzt Südkorea die Pistole auf die Brust. Sollte Seoul nicht bald beim rund 50 Milliarden Dollar schweren Flüssiggasprojekt in Alaska einsteigen, werde er dem Land „mehr berechnen“. Das sagte Trump am Freitag in Washington vor Journalisten. Das Problem: Südkorea hat dem Projekt nach eigener Darstellung noch gar nicht zugestimmt.

Eine Drohung ohne Kleingedrucktes

Laut dem Weißen Haus sagte Trump wörtlich:

„If they don't want to do it, that's OK with me. I'll just charge them more. Tell them if they don't sign shortly, I'm going to double it up.“

Was genau verdoppelt werden soll, ließ der Präsident offen. In südkoreanischen Medien geht man davon aus, dass er die Zölle meint. Medienberichten zufolge wären das die 15 Prozent, die Washington derzeit auf Waren aus Südkorea erhebt. Bei einer Verdopplung wären es 30 Prozent. Für eine Exportnation, die von Autos, Chips und Schiffen lebt, wäre das schmerzhaft.

Ob er Seouls Beteiligung voreilig verkündet habe? Nein, er sei nicht vorgeprescht, versicherte Trump. Ein fertiger Vertrag sieht allerdings anders aus.

Seoul tritt auf die Bremse

Ausgelöst hat den Streit ein Auftritt im Oval Office am 30. September. Dort verkündete Trump im Beisein von Alaskas Gouverneur Mike Dunleavy, Senator Dan Sullivan und mehreren Ministern südkoreanische Investitionen von bis zu 200 Milliarden Dollar. Davon sollen 54 Milliarden auf Alaska LNG entfallen. Das Paket ist Teil einer 350-Milliarden-Zusage, die Südkorea im Gegenzug für niedrigere Zölle gemacht hatte.

Seoul reagierte schnell und deutlich. Präsident Lee Jae Myung erklärte, derzeit gebe es keine Investition. Das Projekt habe die Voraussetzungen für seine Wirtschaftlichkeit noch nicht erfüllt und müsse zudem mit den heimischen Gesetzen vereinbar sein. Industrieminister Kim Jung-kwan soll laut Berichten gesagt haben, die US-Ankündigung gehe „weit über das Vereinbarte hinaus“. Bestätigt hat Seoul dagegen 120 Milliarden Dollar für acht Atomreaktoren und 22,3 Milliarden für ein Gaskraftwerk in Texas.

Noch ein Milliardenprojekt, von dem keiner wusste

Doch Trump legte nach. Auf Truth Social schwärmte er, der Deal werde „immer BESSER“, und kündigte ein zusätzliches Projekt zur verbesserten Ölförderung über 8,4 Milliarden Dollar an. Bei diesem Verfahren wird etwa Kohlendioxid in ein Ölfeld gepresst, um mehr Rohöl herauszuholen. Südkoreanischen Medien zufolge steht dieses Projekt nach Angaben des Industrieministeriums in keiner der Vereinbarungen. Seoul habe über Handelskanäle in Washington um Aufklärung gebeten.

Ein Pipeline-Traum aus dem Wahlkampf?

Die Gasleitung von Alaskas Nordhang ist ein Dauerbrenner. Seit Jahrzehnten scheitern ähnliche Vorhaben an der Wirtschaftlichkeit. Der Projektentwickler Glenfarne schätzt die Kosten auf bis zu 54,5 Milliarden Dollar: eine rund 1.300 Kilometer lange Pipeline, eine Gasaufbereitung im Norden und ein Verflüssigungsterminal im Süden des Bundesstaats.

Auch der Zeitpunkt der Ankündigung fällt auf. Im November stehen in den USA Zwischenwahlen an, Senator Sullivan muss um sein Mandat kämpfen. Larry Persily, unter Präsident Obama Koordinator für ein früheres Pipelineprojekt, nannte das Treffen im Oval Office laut Lokalmedien einen fürs Fernsehen inszenierten Wahlkampfauftritt. Die Wirtschaftlichkeit sei weiterhin schlecht.

Was das für Europa bedeutet

Für Berlin und Brüssel ist der Streit eine Warnung. Auch die EU hat Washington im Zollstreit Investitionen und Energiekäufe in Milliardenhöhe zugesagt. Der Fall Südkorea zeigt, wie schnell solche Zusagen zum Druckmittel werden. Wer heute verhandelt, bekommt morgen womöglich die Rechnung präsentiert, und zwar zu Bedingungen, die er nie unterschrieben hat.

Handelsabkommen auf Zuruf, Zölle als Drohkulisse, Ankündigungen, die mit den Verträgen wenig zu tun haben: Für Unternehmen und Sparer bedeutet das vor allem Unsicherheit. Viele Anleger setzen in solchen Zeiten auf Werte, die keine politische Zusage brauchen. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen eine stabilisierende Rolle spielen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen allein die Verantwortung.

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