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16.06.2026
09:28 Uhr

Trumps „großartiger Deal“ mit Teheran: Wie die Supermacht USA zum Verlierer eines Krieges wurde

Trumps „großartiger Deal“ mit Teheran: Wie die Supermacht USA zum Verlierer eines Krieges wurde

Vier Monate Krieg, Hunderte von Toten, zerstörte Flotten und ausgebombte Atomanlagen – und am Ende? Ein Stück Papier, das nichts weiter ist als eine getarnte Kapitulation des Westens. So zumindest liest sich das Urteil der internationalen Presse über das frisch ausgehandelte Rahmenabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Während Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social von einem historischen Friedensschluss schwadroniert, zeichnen seriöse Kommentatoren rund um den Globus ein vernichtendes Bild. Der vermeintliche Sieger heiße nicht Washington, sondern Teheran.

Wenn der Aggressor am Ende lacht

Die „New York Times“ – wahrlich kein Blatt, das man rechter Sympathien verdächtigen könnte – kürt den Iran unverblümt zum „strategischen Sieger“ dieses Konflikts. Zwar habe das Mullah‑Regime schwere Verluste hinnehmen müssen, von der Marine über die Luftwaffe bis hin zur Militärindustrie und Teilen der politischen Führung. Doch mit dem Kriegsende könne sich Teheran nun wieder aufrichten – während die USA in den Augen der Welt geschwächt dastünden.

Unter dem Strich geht der Iran als der strategische Sieger aus dem viermonatigen Krieg hervor. Die Vereinigten Staaten hingegen erscheinen in den Augen der Welt geschwächt.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Eine Supermacht zieht in den Krieg, wirft ihre gesamte militärische Wucht in die Waagschale – und das Ergebnis ist die schlichte Rückkehr zum Status quo der Vorkriegszeit. Die Straße von Hormus, jene neuralgische Lebensader des globalen Energiehandels, wird wieder geöffnet. Doch geschlossen hatte sie der Iran ohnehin nur als Vergeltung. Die Mullahs haben gelernt, dass sie mit dieser Meerenge eine mächtige wirtschaftliche Waffe in der Hand halten. Eine Lektion, die sie kein zweites Mal vergessen werden.

Das große Schweigen über die eigentlichen Fragen

Die Londoner „Times“ bringt es auf den Punkt: Auffälliger als der vereinzelte Beifall sei das ohrenbetäubende Schweigen. Über das iranische Streben nach Atomwaffen? Kein Wort. Über die Reichweite, die Bestände, die Produktion der Raketen? Fehlanzeige. Das Abkommen, das am Freitag unterzeichnet werden solle, habe lediglich eine Laufzeit von 60 Tagen – eine Absichtserklärung, deren halbe Zeit allein für die Minenräumung in Hormus draufgehe.

Selbst die iranischen Hardliner beklagten bereits, ihre Unterhändler hätten mit der Wiederöffnung der Wasserstraße das mächtigste Druckmittel aus der Hand gegeben. Amerikanische Kritiker hingegen werfen Trump vor, in eine Falle getappt zu sein, weil das Abkommen letztlich Geld für das Regime und seine Stellvertreter freisetze. Die 60 Tage, so das Blatt, seien nichts anderes als eine tickende Zeitbombe.

Eine teuer erkaufte Kampfpause

Auch die Schweizer „Neue Zürcher Zeitung“ entlarvt Trumps Selbstbeweihräucherung als pures Wunschdenken. Der US‑Präsident habe das Regime in Teheran stürzen oder zu großen Zugeständnissen zwingen wollen. Iran sollte auf die Urananreicherung verzichten, sein Raketenprogramm einschränken, die Finanzierung ausländischer Milizen einstellen. In keinem einzigen dieser Punkte habe das Regime substanzielle Zugeständnisse gemacht. Die NZZ vermutet, die Verständigung sei womöglich nur eine Kampfpause mit Blick auf die amerikanischen Zwischenwahlen – bevor die nächste Runde beginne.

Noch deutlicher wird die niederländische „De Volkskrant“: Fast vier Monate Krieg gegen den Iran hätten schlicht nichts gebracht. Man sei wieder bei den Gesprächen angelangt, die bereits vor Kriegsbeginn geführt worden seien. Unter Trump, so das harsche Urteil, hätten sich die Amerikaner als „amateurhafte Verhandler“ erwiesen, während der Iran „sehr geschickt“ darin sei, substanzielle Fortschritte zu verzögern und zu blockieren.

Das Scheitern einer ganzen Ideologie

Die italienische „La Stampa“ schließlich wagt einen Blick auf die größeren Linien. Der eigentliche Verlierer auf US‑amerikanischer Seite sei die neokonservative Ideologie – jenes Denken, das die kontrollierte Zerschlagung islamischer Staaten zum Programm erhoben hatte. Im Iran sei dieses Projekt endgültig an einer „Mauer aus Raketen, Drohnen und einem schlechten Verständnis des Gegners“ zerschellt.

Die Vorstellung einer Außenpolitik, die auf einer Kette von Regimewechseln basiert, ist gescheitert.

Eine bemerkenswerte Erkenntnis. Jahrzehntelang hat der Westen geglaubt, mit Farbrevolutionen, Stellvertreterkriegen und militärischen Interventionen die Welt nach eigenem Gusto formen zu können. Das Ergebnis dieser Hybris sehen wir heute: ein gestärkter Iran, eine verunsicherte Region und eine westliche Führungsmacht, deren Wort international an Gewicht verliert. Wie das persische Sprichwort sagt: Die Geduld ist bitter, aber sie trägt süße Frucht – und die Mullahs scheinen geduldiger zu sein als jeder amerikanische Präsident.

Was das für den Anleger bedeutet

Für den deutschen Bürger, der diese Entwicklungen aus der Ferne beobachtet, sind die Lehren klar. Geopolitische Instabilität, ein fragiler Waffenstillstand am Persischen Golf und die Aussicht auf eine „nächste Runde“ des Konflikts sind Gift für die Planbarkeit der Weltwirtschaft. Wer glaubt, dass diese 60‑Tage‑Zeitbombe folgenlos verglüht, der irrt vermutlich gewaltig. Steigt die Spannung erneut, drohen Energiepreis‑Schocks, die in unsere ohnehin von einer verfehlten Wirtschaftspolitik gebeutelten Lande durchschlagen werden.

In Zeiten, in denen selbst Supermächte ihre außenpolitische Handlungsfähigkeit einbüßen und Krisenherde unkontrolliert lodern, gewinnt die Frage nach krisenfester Vermögenssicherung an Bedeutung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrtausende bewiesen, dass sie ihren Wert auch dann bewahren, wenn Diplomatie versagt und Papiergeld ins Wanken gerät. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie ein solider Anker sein – unabhängig davon, ob in Teheran oder Washington gerade Siegesreden gehalten werden.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigene Recherchen anzustellen, und trägt für seine Investitionsentscheidungen die volle Eigenverantwortung. Für etwaige Verluste übernehmen wir keine Haftung.

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