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Kettner Edelmetalle
18.06.2026
08:56 Uhr

Trumps Schutzgeld-Diplomatie: USA wollen 20 Prozent der Öl-Milliarden – als „Wächter des Nahen Ostens“

Trumps Schutzgeld-Diplomatie: USA wollen 20 Prozent der Öl-Milliarden – als „Wächter des Nahen Ostens“

Es ist ein Deal, der in seiner Schamlosigkeit fast schon wieder ehrlich daherkommt. Donald Trump, seit Januar 2025 wieder im Weißen Haus, denkt offenbar laut über ein Geschäftsmodell nach, das die internationale Diplomatie in eine simple Rechnung verwandelt: Schutz gegen Beteiligung. Wie aus einem Telefonat des US-Präsidenten mit der New York Times hervorgehe, wolle Washington künftig die Rolle eines „Wächters des Nahen Ostens“ übernehmen – allerdings nur gegen Zahlung von satten 20 Prozent der regionalen Einnahmen.

Söldnertruppe statt Supermacht?

Was sich liest wie das Drehbuch eines politischen Thrillers, ist offenbar bittere Realität. Konkret dürften nach Einschätzung der Zeitung vor allem die sprudelnden Öl- und Gasgewinne von Staaten wie Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar gemeint sein. Allein für das Königreich Saudi-Arabien entspräche dies rund 35 Milliarden Euro pro Jahr. Die New York Times brachte es auf den Punkt: Trump mache das US-Militär damit faktisch zu einer Söldnertruppe.

Man muss kein Verfechter klassischer Bündnispolitik sein, um hier ein Stirnrunzeln zu riskieren. Wo früher von westlichen Werten und Sicherheitsallianzen die Rede war, regiert nun das nackte Kalkül des Immobilienmoguls im Oval Office. Geopolitik als Abo-Modell – wer zahlt, bekommt Schutz.

Eine Bedingung mit Sprengkraft

Pikant ist die Voraussetzung, die Trump an seinen Plan knüpfte: Der Iran müsse ein „Feind bleiben“, und ein endgültiges Atomabkommen mit Teheran dürfe es nicht geben. Mit anderen Worten: Das gesamte Geschäftsmodell funktioniert nur, solange die Region am Köcheln gehalten wird. Frieden wäre schlecht fürs Geschäft. Eine zynischere Logik lässt sich kaum denken.

Die Idee befinde sich noch in einem frühen Stadium, betonte Trump – konkrete Pläne legte er bislang nicht vor.

Das Rahmenabkommen mit Teheran – Frieden auf Bewährung

Parallel dazu hätten sich die USA und der Iran nach Angaben des pakistanischen Ministerpräsidenten Shehbaz Sharif auf eine sofortige Beendigung der Militäroperationen verständigt. Dies gelte auch für den schwelenden Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon. Nach dem dramatischen Eskalationssommer 2025, als israelische Großangriffe auf iranische Atomanlagen die Region an den Rand eines Flächenbrandes brachten, wäre dies zumindest ein Hoffnungsschimmer.

Doch wer genauer hinschaut, erkennt die Risse. Die Straße von Hormus – jene strategische Lebensader des Welthandels – bleibe zunächst nur für 60 Tage geöffnet. Teheran habe kurzerhand eine Klausel über Durchfahrtsgebühren ergänzt. Washington stelle eine Lockerung der Wirtschaftssanktionen in Aussicht, schließe Bargeldzahlungen jedoch aus. Der Iran wiederum fordere die Freigabe eingefrorener Gelder in Höhe von rund 20 Milliarden Euro sowie die Aussetzung der Ölsanktionen. Ein Pulverfass, notdürftig mit Papier beklebt.

Was bedeutet das für die Märkte?

Eines steht fest: Solange im Nahen Osten Unsicherheit regiert, solange Ölströme an seidenen Fäden hängen und Großmächte ihre Muskeln spielen lassen, bleiben die Finanzmärkte nervös. Wer in diesen Zeiten allein auf Papierwerte, Aktien oder vermeintlich sichere Anleihen setzt, vertraut auf ein Kartenhaus im Wind. Geopolitische Krisen haben in der Geschichte immer wieder gezeigt, was wirklich Bestand hat: physische Werte, die kein Politiker per Federstrich entwerten kann.

Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie gerade in turbulenten Zeiten ihre Funktion als Anker der Vermögenssicherung erfüllen. Eine kluge Beimischung physischer Edelmetalle gehört in jedes breit gestreute Portefeuille – als Versicherung gegen genau jene Unwägbarkeiten, die uns ein „Wächter des Nahen Ostens“ mit Provisionsmodell vor Augen führt.

Ein bemerkenswerter Wandel der Weltordnung

Trumps Vorstoß ist mehr als eine Randnotiz. Er markiert eine Zeitenwende im transatlantischen Denken. Die USA als verlässlicher Partner, der aus Überzeugung handelt? Diese Vorstellung gehört offenbar der Vergangenheit an. Für Europa – und insbesondere für ein Deutschland, das unter der Großen Koalition aus Union und SPD ohnehin sicherheitspolitisch orientierungslos wirkt – sollte dies ein Weckruf sein. Wer sich blind auf fremde Schutzversprechen verlässt, der könnte eines Tages eine saftige Rechnung präsentiert bekommen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigene Recherchen anzustellen und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung. Bei Bedarf sollte fachkundiger Rat eingeholt werden.

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