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10.10.2026
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Tumult im Antwerpener Rathaus: Islamkritiker Dewinter blutet!

Tumult im Antwerpener Rathaus: Islamkritiker Dewinter blutet!
Symbolbild: KI-generiert

Ein gewählter Volksvertreter wird im Eingang seines eigenen Rathauses gepackt, gegen eine Säule gedrückt und verletzt. Getroffen hat es am Freitag den flämischen Politiker Filip Dewinter von der Partei Vlaams Belang. Der Ort: Antwerpen, Belgiens zweitgrößte Stadt. Die Beteiligten: Gäste einer Hochzeitsgesellschaft, die Medienberichten zufolge marokkanischer Herkunft ist.

Ein Kondolenzbuch, eine Hochzeit und blanke Wut

Eigentlich hatte Dewinter einen ruhigen Termin vor sich. Nach eigener Darstellung war er auf dem Weg zu einer Sitzung im Rathaus. Außerdem wollte er sich in das Kondolenzbuch für den kürzlich verstorbenen Musiker John De Wilde eintragen. Seinen Dienstausweis habe er zu Hause vergessen, berichten belgische Medien. Deshalb habe er den Haupteingang am Grote Markt nehmen müssen.

Genau dort feierte eine große Gruppe, mehrere Dutzend Menschen, eine Trauung, die gerade im Rathaus stattgefunden hatte. Dewinter zufolge sei er sofort beschimpft und als „Rassist“ bezeichnet worden. Er sagt, man habe ihn geschubst und sogar angespuckt. Dann sei es eskaliert:

„Als ich weiterging und gerade an der Türe war, packte mich plötzlich ein großer, kräftiger Mann am Hals und zerrte mich ins Rathaus. Drinnen wurde ich dann von weiteren 10 bis 15 Leuten geschlagen. Meine Augenbraue blutete.“

Das Video und die Gegenversion

Seine Parteikollegin Anke Van dermeersch filmte einen Teil der Szene. Auf den Aufnahmen, die Dewinter später auf X verbreitete, ist zu sehen, wie ein Mann den Politiker am Hals packt und zurückdrängt. Weitere Personen greifen nach ihm, Frauen schreien ihn an. Mehrere Polizeistreifen rückten an und holten Dewinter aus der Menge.

Die Familie des Brautpaars widerspricht allerdings. Dewinter habe sich demonstrativ durch die Feiernden gedrängt, obwohl ein Seiteneingang frei gewesen sei. Er habe zuerst geschubst, Van dermeersch soll zudem der Brautmutter ins Gesicht geschlagen haben. Der Anwalt des Mannes aus dem Video erklärte belgischen Medien, der kurze Clip zeige „absoluut niet het hele verhaal“, also bei Weitem nicht die ganze Geschichte. Sein Mandant wolle Anzeige gegen Dewinter erstatten.

Laut Polizei wurden zwei Personen aus der Gruppe festgehalten. Dewinter zeigte seinerseits wegen Körperverletzung an. Die Aufnahmen der zahlreichen Überwachungskameras rund um das Rathaus dürften nun klären, wer angefangen hat. Bis dahin gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.

Ein Mann, der mit einer Waffe leben muss

Dewinter ist kein Unbekannter. Seit den 1980er-Jahren kritisiert er Islamismus und Zuwanderung. Er sitzt im flämischen Parlament und im Antwerpener Stadtrat. Zuletzt engagierte er sich verstärkt gegen den wachsenden Antisemitismus in Belgien. Der Preis dafür ist hoch: Wegen zahlreicher Gewalt- und Morddrohungen gehört er seit 2018 zu nur 15 Privatpersonen in Belgien, die in der Öffentlichkeit eine Schusswaffe tragen dürfen.

Auf X zog er eine bittere Bilanz. Angriffe auf gewählte Stadträte und Abgeordnete im Rathaus seien offenbar „die neue Realität“ geworden. Antwerpen sieht er als Stadt, in der Einschüchterung zunehmend Kritiker zum Schweigen bringen solle. Rund 57 Prozent der Einwohner haben dort einen Migrationshintergrund.

Ein Weckruf auch für Deutschland

Wer jetzt abwinkt, macht es sich zu leicht. Ganz gleich, wer den ersten Stoß gesetzt hat: Wenn ein Politiker im Rathaus blutend aus einer Menschenmenge geholt werden muss, ist eine Grenze überschritten. Auch Deutschland kennt solche Bilder. Man erinnere sich an Mannheim im Mai 2024, als der Islamkritiker Michael Stürzenberger bei einer Kundgebung mit einem Messer angegriffen wurde und der Polizist Rouven Laur starb.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Fall aus Antwerpen, wohin Europa steuert, wenn Integrationsprobleme jahrzehntelang kleingeredet werden. Am Ende steht die Frage, ob man in einer Demokratie noch frei auftreten kann, ohne um die eigene Sicherheit zu fürchten. In Belgien wie in Deutschland ist die Politik eine Antwort darauf bisher schuldig geblieben.

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