
Türkischer Ultranationalismus in Deutschland: Ein importiertes Problem, das kaum jemand beim Namen nennen will
Es gibt Themen, über die in diesem Land nur zaghaft und mit spitzen Fingern gesprochen wird – aus Angst, in die falsche politische Schublade zu geraten. Der türkische Ultranationalismus gehört zweifellos dazu. Ein neuer Trendreport der Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus (BAG RelEx) legt nun den Finger in eine Wunde, die die deutsche Politik über Jahre hinweg lieber ignoriert hat. Das Ergebnis ist so unbequem wie aufschlussreich: In Deutschland wächst eine militante Bewegung heran, die von manchen Experten als die „zweitgrößte rechte Bewegung nach der AfD“ bezeichnet wird.
Wenn Nationalismus auf Religion trifft
Der Politikwissenschaftler Dr. Ismail Küpeli von der Ruhr-Universität Bochum schätzt allein den harten, gewaltbereiten Kern dieser Szene auf rund 2.000 Personen. Herzstück der Bewegung sei die sogenannte türkisch-islamische Synthese – ein ideologisches Konstrukt, das ethnisch-türkische Identität und sunnitischen Islam als untrennbare Einheit begreife. Religion werde dabei nicht als gelebte Glaubenspraxis verstanden, sondern, so der Bericht, als politisches Machtinstrument. Ein Werkzeug zur Mobilisierung, zur Legitimation von Macht und zur brutalen Abgrenzung gegen vermeintliche Feinde.
Die Konsequenz dieser Weltanschauung ist eine gnadenlose Ausschlusslogik. Wer nicht als ethnisch türkisch gelte – etwa Kurden oder Araber – und wer zugleich nicht dem sunnitischen Islam angehöre, wie Aleviten oder Jesiden, sei in diesem Deutungsrahmen doppelt an den Rand gedrängt. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Eine Ideologie, die mitten in Deutschland gedeiht und ganze Bevölkerungsgruppen zu Menschen zweiter Klasse erklärt.
Die Grauen Wölfe – Zehntausende Anhänger, kaum Konsequenzen
Besonders erschreckend sind die nackten Zahlen. Die Ülkücü-Bewegung, besser bekannt als „Graue Wölfe“, zähle mit rund 12.900 Anhängern zu den größten rechtsextremen Strukturen des Landes. Über 240 Ortsvereine existierten bundesweit – bis in kleine Provinzstädte hinein. Es handele sich, so Küpeli, um eine nahezu ausschließlich männliche Bewegung, in der Kampfsport, überzogene Männlichkeitsideale und queerfeindliche Narrative eine zentrale Rolle spielten. Als verbindendes Element diene ein tief verwurzelter Antisemitismus.
Die Gewalt dieser Szene richtet sich primär gegen Kurden und Aleviten – und der deutsche Staat schaut weitgehend tatenlos zu.
Man fragt sich unweigerlich: Wo bleibt hier der Aufschrei? Während bei anderen Themen medialer Alarm ausgelöst wird, herrscht bei einer Bewegung mit fast 13.000 Anhängern und mehr als 240 Vereinen bemerkenswerte Zurückhaltung.
Der lange Arm Ankaras
Der Report beschreibt zudem, wie dieser Extremismus transnationale Dimensionen habe. Bei Organisationen wie Osmania Germania und Turan e.V. sollen Gelder aus der Türkei nach Deutschland geflossen sein. Die Türkei nutze die Diaspora als „verlängerten Arm ihrer Machtausübung“ – ein Phänomen, das die Autorinnen als „transnationale Repression“ bezeichnen. Ein fremder Staat, der auf deutschem Boden politische Strukturen finanziert und steuert. Wenn das keine Frage der nationalen Souveränität aufwirft, was dann?
Ein hausgemachtes Problem
Interessant – und für die deutsche Politik unbequem – ist ein weiterer Befund des Reports. Der oft verwendete Begriff „auslandsbezogener Extremismus“ greife zu kurz. Denn viele Anhänger dieser Ideologie seien in Deutschland aufgewachsen, hier sozialisiert worden und hätten nur begrenzte direkte Bezüge zur Türkei. Es handele sich mitnichten um einen bloßen ideologischen Import, sondern um ein in Deutschland mitgewachsenes Phänomen mit eigenen Mobilisierungsmustern. Die jahrzehntelang beschworene Integration hat hier offenkundig auf ganzer Linie versagt.
Verbote gefordert – doch die Politik zaudert
Auf die politischen Forderungen nach einem Verbot der Grauen Wölfe reagiert Küpeli nüchtern. „Es fehlen die Schritte davor“, so der Experte. Bevor ein Gesamtverbot realistisch werde, könne man bereits kleinere Vereinsstrukturen konsequenter verfolgen und auflösen. Doch das Bundesinnenministerium habe in dieser Hinsicht bislang kaum gehandelt. Beiläufig erwähnte Küpeli im Pressegespräch, er selbst erhalte Morddrohungen aus der Szene – ein Satz, der die reale Gefährlichkeit dieses Milieus schlagartig greifbar macht.
Es ist genau diese Untätigkeit, die viele Bürger zu Recht empört. Wieder einmal scheint die deutsche Politik lieber wegzuschauen, als konsequent durchzugreifen. Und es ist nicht nur die Meinung unserer Redaktion, sondern die eines Großteils der Bevölkerung, dass Deutschland endlich wieder Politiker braucht, die für die Sicherheit des eigenen Landes einstehen – und nicht aus falsch verstandener Rücksichtnahme ganze Problemfelder unter den Teppich kehren.
Und ausgerechnet jetzt fehlt das Geld
Die vielleicht bitterste Pointe liefert das Ende des Berichts. Ausgerechnet in einem Moment, in dem die politisch motivierte Gewalt neue Höchststände erreiche, stehe das Netzwerk, das den Report herausgegeben hat, vor dem Aus. Wegen massiver Sparmaßnahmen im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ werde die Laufzeit vorzeitig beendet. Mühsam aufgebaute Präventionsstrukturen drohten ersatzlos wegzubrechen.
Man mag über die Wirksamkeit und die ideologische Ausrichtung mancher staatlicher „Demokratieförderprogramme“ durchaus streiten – und das sollte man auch. Doch wenn Steuergelder in fragwürdige Projekte fließen, während die Erforschung tatsächlich militanter, gewaltbereiter Strukturen dem Rotstift zum Opfer fällt, dann läuft in der Prioritätensetzung dieses Staates gehörig etwas schief.
Ein Fazit, das nachdenklich stimmt
Der Trendreport ist ein Weckruf – ob er gehört wird, steht auf einem anderen Blatt. Denn während in Deutschland über Sprachregelungen und Genderfragen debattiert wird, wachsen im Verborgenen Strukturen heran, die unsere Gesellschaft weiter spalten. In unsicheren Zeiten, in denen weder auf die Handlungsfähigkeit des Staates noch auf die Stabilität politischer Verhältnisse Verlass zu sein scheint, suchen viele Menschen nach Beständigkeit. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie unabhängig von politischen Verwerfungen einen realen Wert bewahren – als solides Fundament eines breit gestreuten Vermögens.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellt weder eine Anlage-, Rechts- noch Steuerberatung dar. Jeder Leser ist angehalten, sich eigenständig zu informieren und bei Bedarf fachkundigen Rat einzuholen. Für Anlageentscheidungen ist jeder selbst verantwortlich.

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