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Kettner Edelmetalle
05.03.2026
09:34 Uhr

Ukraine droht im Schatten des Iran-Konflikts zu verschwinden – Selenskyj klammert sich an Trump

Während die Welt gebannt auf die Eskalation zwischen Iran und Israel starrt, vollzieht sich in Kiew ein stilles Drama. Die ukrainische Führung unter Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht sich mit einer Realität konfrontiert, die für das kriegsgebeutelte Land verheerend sein könnte: Der Krieg in der Ukraine verschwindet zunehmend aus dem Fokus der Weltöffentlichkeit. Und mit der Aufmerksamkeit schwindet bekanntlich auch die Bereitschaft zu helfen.

Aufmerksamkeitsökonomie als Überlebensfrage

Es ist ein zynisches Spiel, das die Geopolitik da treibt. Seit die Lage am Persischen Golf und im Nahen Osten eskaliert ist, dominieren Bilder von israelischen Angriffen auf iranische Atomanlagen und iranischen Vergeltungsschlägen die Nachrichtenkanäle. Der Donbass? Die Frontlage bei Bachmut? Die Situation in Odessa? All das rückt in den Hintergrund – und mit ihm die Hoffnungen eines ganzen Landes.

Man muss kein Zyniker sein, um zu erkennen: In der modernen Kriegsführung ist mediale Aufmerksamkeit eine ebenso wichtige Ressource wie Munition. Selenskyj, der diese Klaviatur wie kaum ein anderer Staatschef zu spielen versteht, weiß das nur zu gut. Doch diesmal könnte selbst sein kommunikatives Geschick nicht ausreichen.

Selenskyjs riskante Wette auf Trump

Die Strategie, die man in Kiew offenbar verfolgt, ist ebenso durchsichtig wie riskant: Selenskyj stellt sich demonstrativ hinter Donald Trumps Vorgehen gegen den Iran. Ein kalkulierter Schachzug, der darauf abzielt, sich beim mächtigsten Mann der westlichen Welt Goodwill zu erkaufen. Doch wer mit Trump pokert, sollte wissen, dass der 47. US-Präsident seine eigenen Prioritäten setzt – und diese liegen derzeit ganz offensichtlich nicht in Osteuropa.

Die Ironie der Geschichte ist kaum zu übersehen. Ausgerechnet jener Trump, der mit seinen massiven Zollerhöhungen die transatlantischen Beziehungen ohnehin auf eine harte Probe stellt, soll nun zum Garanten ukrainischer Sicherheitsinteressen werden. Man darf bezweifeln, ob diese Rechnung aufgeht.

Europas Versagen wird offenkundig

Was die Situation für die Ukraine besonders prekär macht, ist das fortgesetzte Versagen der europäischen Führungsmächte. Deutschland, unter der neuen Großen Koalition von Friedrich Merz, hat zwar ein gigantisches 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen auf den Weg gebracht – doch ob davon nennenswerte Summen in die militärische Unterstützung der Ukraine fließen werden, steht in den Sternen. Die Bundesregierung scheint mehr damit beschäftigt, die eigene marode Infrastruktur zu flicken, als geopolitische Verantwortung zu übernehmen.

Dabei offenbart die aktuelle Entwicklung ein grundsätzliches Problem: Europa hat es über Jahrzehnte versäumt, eine eigenständige sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit aufzubauen. Stattdessen hat man sich bequem unter den amerikanischen Schutzschirm gelegt – und steht nun ratlos da, wenn Washington seinen Blick woanders hinrichtet.

Ein Krieg, der nicht vergessen werden darf

Unabhängig davon, wie man zur Frage der westlichen Unterstützung für die Ukraine steht, bleibt eine unbequeme Wahrheit bestehen: In der Ukraine sterben täglich Menschen. Die Frontlinien bewegen sich kaum, der Zermürbungskrieg fordert seinen grausamen Tribut. Dass dieser Konflikt nun droht, von einem anderen Krisenherd überlagert zu werden, ist nicht nur für Kiew besorgniserregend – es wirft grundsätzliche Fragen über die Belastbarkeit westlicher Außenpolitik auf.

Selenskyjs Strategie, sich an Trump zu binden, mag kurzfristig alternativlos erscheinen. Langfristig jedoch könnte sie sich als fataler Fehler erweisen. Denn wer seine gesamte Zukunft auf einen einzigen, notorisch unberechenbaren Verbündeten setzt, der spielt ein Spiel, bei dem am Ende nur einer gewinnt – und das ist selten derjenige, der am meisten zu verlieren hat.

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