
Ukrainischer Drohnenangriff auf russischen Öltanker im Mittelmeer – Eine neue Dimension des Konflikts
In einer bemerkenswerten Entwicklung des andauernden Konflikts zwischen der Ukraine und Russland hat der ukrainische Geheimdienst SBU erstmals einen Angriff auf einen russischen Öltanker im Mittelmeer durchgeführt. Die Operation fand in internationalen Gewässern vor der libyschen Küste statt – mehr als 2.000 Kilometer von den ukrainischen Grenzen entfernt.
Beispiellose Operation in neutralen Gewässern
Der Angriff richtete sich gegen die unter omanischer Flagge fahrende Qendil, einen Tanker, der zur sogenannten russischen "Schattenflotte" gezählt wird. Diese Bezeichnung bezieht sich auf Schiffe, die Russland nutzt, um trotz westlicher Sanktionen weiterhin Öl zu exportieren. Der ukrainische Geheimdienst veröffentlichte Videoaufnahmen des Angriffs, die eine Drohne zeigen, die direkt auf das Deck des Schiffes trifft und mehrere Explosionen auslöst.
Nach Angaben der BBC befand sich der Tanker zum Zeitpunkt des Angriffs etwa 96 Seemeilen südwestlich der griechischen Insel Kreta. Schiffsverfolgungsdaten zeigen, dass die Qendil am 16. Dezember durch den Suezkanal ins Mittelmeer eingefahren war.
Keine Umweltkatastrophe befürchtet
Ukrainische Behörden betonten, dass der Tanker zum Zeitpunkt des Angriffs leer gewesen sei. Damit seien potenzielle Umweltschäden durch auslaufendes Öl ausgeschlossen worden. Details zur genauen Durchführung der Operation in so großer Entfernung von ukrainischem Territorium wurden nicht bekannt gegeben.
Strategische Bedeutung der Operation
Der Angriff reiht sich in eine Serie von ukrainischen Spezialoperationen ein, die zunehmend außerhalb des unmittelbaren Kriegsgebiets stattfinden. Erst kürzlich hatte der SBU ein russisches U-Boot der Kilo-Klasse in einem Schwarzmeerhafen mit einer Unterwasserdrohne angegriffen.
Während die Ukraine an den Frontlinien im Osten des Landes weiterhin Territorium verliert, demonstriert Kiew mit solchen Operationen seine Fähigkeit zu asymmetrischer Kriegsführung. Militärexperten weisen jedoch darauf hin, dass derartige Aktionen – so spektakulär sie auch sein mögen – den Verlauf der eigentlichen Kampfhandlungen an der Front kaum beeinflussen dürften.
Internationale Reaktionen abzuwarten
Die Durchführung eines militärischen Angriffs in internationalen Gewässern des Mittelmeers wirft Fragen hinsichtlich des Völkerrechts auf. Bislang liegen keine offiziellen Stellungnahmen der betroffenen Anrainerstaaten oder internationaler Organisationen vor. Die Entwicklung dürfte jedoch die ohnehin angespannte geopolitische Lage weiter verkomplizieren.
Russland hat sich bisher nicht öffentlich zu dem Vorfall geäußert. Die Qendil selbst wurde nach dem Angriff als beschädigt gemeldet, genauere Informationen über das Ausmaß der Schäden liegen derzeit nicht vor.
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