
US-Gesandte beraten mit Netanjahu über Zukunft des Gazastreifens

Die diplomatischen Bemühungen um eine dauerhafte Friedenslösung im Gazastreifen nehmen Fahrt auf. Die US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff sind am 24. Januar 2026 zu Gesprächen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Israel eingetroffen. Im Mittelpunkt der Verhandlungen steht die Frage, wie die seit Oktober 2025 geltende Waffenruhe in einen langfristigen Frieden überführt werden kann.
Zweite Phase der Waffenruhe eingeleitet
Die USA hatten in der vergangenen Woche den Beginn der zweiten Phase der Gaza-Waffenruhe bekannt gegeben. Diese sieht weitreichende Maßnahmen vor: Israel soll seine militärischen Stellungen im Gazastreifen räumen, eine Übergangsverwaltung eingerichtet und eine internationale Stabilisierungstruppe in dem Gebiet stationiert werden. Aus US-Regierungskreisen verlautete, dass bei dem Treffen über die „richtigen nächsten Schritte" beraten werden solle, um die fragile Waffenruhe zu erhalten.
Ein zentraler Streitpunkt bleibt jedoch die Entwaffnung der Hamas. Der 20-Punkte-Plan von US-Präsident Donald Trump sieht diese als Voraussetzung für weitere Fortschritte vor – eine Forderung, die von der Hamas strikt abgelehnt wird.
Rückgabe der letzten israelischen Geisel als Bedingung
Ein weiteres sensibles Thema der Gespräche betrifft die Rückgabe der sterblichen Überreste von Ran Gvili, einem israelischen Polizisten. Es handelt sich um die letzte Leiche, die noch im Gazastreifen festgehalten wird. Die Angehörigen forderten Netanjahu auf, gegenüber den US-Gesandten deutlich zu machen, dass die Rückführung eine Voraussetzung für die Wiederherstellung des Friedens sei. Witkoff hatte der Hamas bereits zuvor mit „schwerwiegenden Folgen" gedroht, sollte sie den Leichnam nicht freigeben.
Ambitionierte Wiederaufbaupläne vorgestellt
Beim Weltwirtschaftsforum in Davos präsentierten Trump und Kushner ihre Vision für den Wiederaufbau des Gazastreifens. Unter dem Namen „Neues Gaza" stellte Kushner Entwürfe für Wohngebiete mit Hochhäusern vor. Der Gazastreifen könne durch das Bauprojekt zum „Reiseziel" werden, so der US-Gesandte. Er rechnet mit einer Bauzeit von nur drei Jahren und beziffert die erforderlichen Investitionen auf 25 Milliarden Dollar.
Diese Einschätzung steht allerdings in deutlichem Kontrast zu den Berechnungen internationaler Organisationen. Die UN-Organisation für Handel und Entwicklung schätzte die Kosten für den Wiederaufbau im November auf 70 Milliarden Dollar und geht davon aus, dass der Wiederaufbau Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird. Der schmale Küstenstreifen ist nach dem zweijährigen Krieg zwischen der Hamas und Israel nahezu vollständig zerstört.
Fragile Lage vor Ort
Seit dem 10. Oktober gilt im Gazastreifen eine Waffenruhe zwischen der Hamas und Israel. Die Situation bleibt jedoch angespannt, da sich beide Seiten immer wieder gegenseitig Verstöße gegen die Vereinbarung vorwerfen. Ob die diplomatischen Bemühungen der USA zu einem dauerhaften Frieden führen werden, bleibt abzuwarten.
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