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Kettner Edelmetalle
25.06.2026
13:56 Uhr

US-Inflation auf Drei-Jahres-Hoch: Wenn der Krieg die Preise und die Notenbank in die Enge treibt

US-Inflation auf Drei-Jahres-Hoch: Wenn der Krieg die Preise und die Notenbank in die Enge treibt

Es ist ein Bild, das man in den glänzenden Hochglanzprospekten der Zentralbanken nur ungern sieht: Die Inflation in den Vereinigten Staaten klettert auf den höchsten Stand seit drei Jahren – und die Federal Reserve steht mit dem Rücken zur Wand. Der von der US-Notenbank bevorzugte Preisindikator, der Kern-PCE, kletterte im Mai auf eine Jahresrate von satten 3,4 Prozent – ein Wert, den man zuletzt im Oktober 2023 gesehen hatte. Die Gesamtrate sprang sogar auf 4,1 Prozent. Willkommen in der neuen alten Realität, in der das Versprechen der Preisstabilität wieder zu einer hohlen Phrase zu verkommen droht.

Der Krieg, das Ă–l und die Quittung fĂĽr den Verbraucher

Wer nach dem Schuldigen sucht, muss nicht lange grübeln. Der Energiesektor lieferte erneut den größten Preisschub – die Kosten für entsprechende Güter und Dienstleistungen schossen im Monatsvergleich um satte 4 Prozent in die Höhe. Der Grund liegt im eskalierten Konflikt mit dem Iran, dessen Schockwellen sich nun langsam, aber unerbittlich durch die gesamte amerikanische Wirtschaft fressen. Was an der Tankstelle beginnt, endet beim Gesundheitswesen und bei den Stromrechnungen.

Die Inflation ist auf einem Drei-Jahres-Hoch wegen des Krieges im Iran, und das ist schmerzhaft für die amerikanische Mittelschicht und Geringverdiener, hieß es von der Chefökonomin einer Kreditgenossenschaft. Die Menschen gäben mehr für Benzin, Gesundheit und Energie aus.

Man muss kein Hellseher sein, um zu erkennen, dass hier wieder einmal der kleine Mann die Zeche zahlt. Während Politiker und Notenbanker in klimatisierten Sitzungssälen über die richtige Wortwahl in ihren Statements feilschen, spürt der ganz normale Bürger jeden Tag aufs Neue, wie sein hart erarbeitetes Geld an Kaufkraft verliert.

Die Fed im Tigerkäfig – fünf Jahre verfehltes Ziel

Besonders pikant: Die amerikanische Notenbank hat ihr selbst gestecktes Inflationsziel von 2 Prozent nun das fünfte Jahr in Folge verfehlt. Fünf Jahre! In jeder anderen Branche wäre ein derartiges Versagen längst mit dem Verlust des Arbeitsplatzes quittiert worden. Der neue Fed-Chef Kevin Warsh gibt sich nun betont entschlossen und beschwört die Preisstabilität wie ein Mantra. Die Märkte rechnen mittlerweile sogar mit einer Zinserhöhung im September – ein dramatischer Kurswechsel.

Wenn das Statement zum Schlachtfeld wird

Bezeichnend ist, dass mehrere Fed-Vertreter im April dissentierten, weil die ursprüngliche Formulierung weitere Zinssenkungen andeutete. Diese Passage wurde mittlerweile kommentarlos gestrichen. Ein Trauerspiel, das zeigt, wie ratlos die Währungshüter agieren. Mal locker, mal hart – die Linie wirkt so gerade wie ein Korkenzieher.

Robuste Wirtschaft – ein letztes Aufbäumen?

Immerhin: Die übrigen Daten zeichnen ein Bild relativer Stärke. Die Konsumausgaben stiegen mit 0,7 Prozent stärker als erwartet, das persönliche Einkommen kletterte ebenfalls um 0,7 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im ersten Quartal annualisiert um 2,1 Prozent, die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen auf 215.000. Doch wie lange hält diese Fassade, wenn die Inflation weiter frisst und die Zinsen steigen?

Was bedeutet das fĂĽr den deutschen Sparer?

Die Lehre aus diesem amerikanischen Lehrstück ist eindeutig: Papiergeld und das Versprechen von Notenbanken sind nur so viel wert wie das Vertrauen, das man ihnen entgegenbringt. Und dieses Vertrauen bröckelt – beiderseits des Atlantiks. Während die Kaufkraft dahinschmilzt wie Schnee in der Frühlingssonne, behält physisches Gold und Silber seinen Wert über Jahrhunderte hinweg. Es kennt keine verfehlten Inflationsziele, keine politisch motivierten Statement-Streichereien und keine durch Kriege ausgelöste Geldentwertung. Eine durchdachte Beimischung physischer Edelmetalle in ein breit gestreutes Vermögen war selten so naheliegend wie in diesen turbulenten Zeiten.

Hinweis: Die vorstehenden Ausführungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Sie stellen keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich. Eine Haftung für etwaige Vermögensschäden ist ausgeschlossen.

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