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26.10.2026
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Vertrauen im freien Fall: Verliert der Westen seine eigenen Bürger?

Vertrauen im freien Fall: Verliert der Westen seine eigenen Bürger?
Symbolbild: KI-generiert

In einem aufsehenerregenden Essay sagt ein US-Kommentator vielen westlichen Regierungen den politischen Untergang voraus. Erschienen ist der Text zuerst im konservativen Magazin „American Thinker“, verbreitet hat ihn die Finanzplattform ZeroHedge. Seine These: Die Bürger schuldeten Staaten, die gegen ihre Interessen regieren, nichts mehr.

Das ist harter Tobak. Manche Passagen schießen klar über das Ziel hinaus. Trotzdem legt der Text den Finger in eine Wunde, die von London bis Berlin schmerzt.

Zehn Anklagepunkte gegen das Establishment

Der Autor zählt zehn Vorwürfe auf. Westliche Regierungen hätten Macht in nicht gewählte Bürokratien verlagert, Kritik zensiert, Industriejobs ins Ausland gedrängt und die Energiepreise durch ideologische Klimapolitik nach oben getrieben. Dazu kämen Steuern und Staatsausgaben, die nicht mehr tragfähig seien, eine verfehlte Migrationspolitik und eine Politik, die Ehe und stabile Familien kaum noch fördere.

Deutsche Leser dürften vieles davon wiedererkennen. Hohe Strompreise, abwandernde Industrie, ein Regulierungsdickicht aus Brüssel. Dazu kommt eine Regierung Merz, die vor der Wahl solide Finanzen versprach und danach ein 500-Milliarden-Sondervermögen auf den Weg brachte. Die Rechnung zahlen am Ende die Kinder und Enkel.

Brandmauern statt Debatte?

Besonders scharf geht der Essay mit den etablierten Parteien ins Gericht. Sie inszenierten auf offener Bühne Streit, seien sich hinter verschlossenen Türen aber weitgehend einig, so der Vorwurf. Als Belege nennt der Autor den Umgang mit Geert Wilders in den Niederlanden, mit Marine Le Pen in Frankreich, mit Nigel Farage in Großbritannien und mit der AfD in Deutschland.

Über die Bewertung der einzelnen Parteien lässt sich streiten. Der Befund dahinter ist allerdings kaum zu bestreiten: Millionen Wähler fühlen sich von der Politik nicht mehr vertreten. Kritiker halten Brandmauern für ein Mittel, mit dem sich die Parteien in der Mitte die unbequeme Auseinandersetzung mit diesem Frust ersparen.

Die Zahl, die in Berlin unbequem ist

Für Deutschland führt der Essay an, 87 Prozent der Personen mit offenem Haftbefehl seien Ausländer. Die Zahl stammt tatsächlich von der Bundesregierung. Zum Stichtag 1. Juli 2025 waren rund 148.000 Personen zur Fahndung ausgeschrieben. Nur etwa 13 Prozent davon waren Deutsche. Nach Deutschland folgen als häufigste Herkunftsländer Rumänien und Polen, also EU-Staaten.

Ein SPD-Innenpolitiker merkte an, Ausländer könnten das Land verlassen haben oder abgeschoben worden sein. Deshalb blieben ihre Haftbefehle oft länger offen. Das mag stimmen. Für viele Bürger bleibt trotzdem der Eindruck, dass der Rechtsstaat seine eigenen Urteile zu oft nicht durchsetzt.

Opfer verlangen, Vertrauen verspielen

Den brisantesten Punkt liefert der britische Armeechef General Sir Roly Walker. Mitte Oktober sagte er vor rund 700 Soldaten in Catterick, die politische Führung werde bald ein offenes Gespräch mit den Bürgern beginnen. Die Bürger müssten dann bereit sein, Opfer zu bringen:

„They are going to try and explain to our citizens that our citizens have got to consent to sacrifices to prioritise defence and security.“

Bei den Bürgern kommt diese Botschaft allerdings kaum an. Laut einer Ipsos-Umfrage vom April 2025 gaben 48 Prozent der Briten an, sie würden unter keinen Umständen zur Waffe greifen, um ihr Land zu verteidigen. Nur 35 Prozent sagten, sie wären unter Umständen dazu bereit. Für den Essayisten passt das ins Bild: Wer sich vom eigenen Staat verachtet fühle, werde nicht für ihn kämpfen.

Was bleibt für den Bürger?

Man muss nicht jede Zuspitzung des Textes teilen, um seine Kernfrage ernst zu nehmen. Was passiert mit einem Staat, dem seine Bürger nicht mehr vertrauen? Die Geschichte zeigt: Wenn das Vertrauen schwindet, folgen oft zuerst finanzielle Lasten, dann neue Schulden und am Ende eine Geldentwertung.

Gerade deshalb setzen viele Sparer auf Vorsorge, die nicht von politischen Versprechen abhängt. Physisches Gold und Silber kann man nicht beliebig vermehren, und sie haben schon viele Regierungen überdauert. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sind sie eine Versicherung, die ohne das Vertrauen in Politiker auskommt.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte recherchieren Sie selbst, bevor Sie Anlageentscheidungen treffen. Für diese Entscheidungen sind Sie allein verantwortlich.

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