
Volkswagen im Sturzflug: Gewinnhalbierung offenbart das ganze Ausmaß der deutschen Industriekrise
Es sind Zahlen, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss – und die bitter schmecken: Europas größter Autobauer Volkswagen hat seinen Betriebsgewinn im Geschäftsjahr 2025 nahezu halbiert. Gerade einmal 8,9 Milliarden Euro stehen noch in den Büchern, während der Umsatz bei 322 Milliarden Euro stagnierte. Was einst als unangreifbarer Leuchtturm der deutschen Industrie galt, gleicht zunehmend einem Tanker, der in schwerem Seegang manövrierunfähig dahintreibt.
Trumps Zollkeule trifft Wolfsburg mit voller Wucht
VW-Finanzchef Arno Antlitz sprach bei der Bilanzpräsentation am Dienstag in Wolfsburg von einem Jahr, das von „geopolitischen Spannungen, Zöllen und hoher Wettbewerbsintensität" geprägt gewesen sei. Übersetzt aus dem Konzern-Diplomatendeutsch heißt das: Die von US-Präsident Donald Trump verhängten Importzölle – mittlerweile 20 Prozent auf EU-Waren – schlagen wie ein Vorschlaghammer auf die Margen des Wolfsburger Riesen ein. Wer jahrelang auf den amerikanischen Markt als Wachstumsmotor gesetzt hat, bekommt nun die Rechnung präsentiert.
Doch die Zölle allein erklären das Desaster nicht. Auch der strategische Kurswechsel bei der Konzerntochter Porsche hat tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen. Die operative Rendite sackte auf magere 2,8 Prozent ab – ein Wert, bei dem jeder mittelständische Handwerksbetrieb nervös werden würde, geschweige denn ein Weltkonzern mit über 600.000 Mitarbeitern.
Schönreden als Kernkompetenz
Bemerkenswert ist die fast schon reflexhafte Beschwichtigungsstrategie des Managements. Man betonte, die Restrukturierung zeige „Fortschritte" und der Netto-Cashflow sei „besser ausgefallen als erwartet". Gleichzeitig räumte Antlitz ein, dass das aktuelle Ergebnisniveau von bereinigt 4,6 Prozent vor Restrukturierung „langfristig nicht ausreicht". Eine bemerkenswert ehrliche Einschätzung – die allerdings die Frage aufwirft, warum man nicht schon vor Jahren konsequenter gehandelt hat.
Für das laufende Jahr prognostizieren die Wolfsburger ein Umsatzplus von bis zu drei Prozent und peilen eine operative Rendite zwischen vier und 5,5 Prozent an. Ob diese Ziele angesichts der weiterhin angespannten geopolitischen Lage und der eskalierenden Handelskonflikte realistisch sind, darf bezweifelt werden.
Symptom einer tiefgreifenden Strukturkrise
Der Niedergang von Volkswagen ist kein isoliertes Phänomen. Er ist vielmehr das Symptom einer jahrelangen Fehlsteuerung der deutschen Wirtschaftspolitik. Während China seine Autoindustrie mit massiven Subventionen und einer klaren industriepolitischen Strategie nach vorne gepeitscht hat, verlor sich Deutschland in ideologischen Debatten über Verbrennerverbote, überbordender Bürokratie und einer Energiepolitik, die Industrieunternehmen systematisch verteuert und vertreibt. Die Energiekosten in Deutschland gehören nach wie vor zu den höchsten weltweit – ein Standortnachteil, der sich in jeder Bilanz niederschlägt.
Dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz nun ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur aufgelegt hat, mag auf dem Papier beeindruckend klingen. Doch Schulden – und nichts anderes ist dieses „Sondervermögen" – haben noch nie eine strukturelle Krise gelöst. Was Deutschland braucht, sind niedrigere Energiekosten, weniger Regulierung und eine Wirtschaftspolitik, die den Namen verdient. Stattdessen werden kommende Generationen mit Zinszahlungen belastet, während die eigentlichen Probleme ungelöst bleiben.
Die Volkswagen-Bilanz 2025 sollte als Weckruf verstanden werden. Nicht nur für den Konzern selbst, sondern für ein ganzes Land, das dabei ist, seinen industriellen Kern zu verlieren. Wer glaubt, dass sich das Problem mit ein paar Restrukturierungsmaßnahmen und optimistischen Prognosen lösen lässt, der hat die Dimension dieser Krise noch nicht begriffen.

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