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Kettner Edelmetalle
20.01.2026
07:45 Uhr

Volvos Batterie-Traum platzt: Göteborg-Fabrik wird zur industriellen Ruine

Volvos Batterie-Traum platzt: Göteborg-Fabrik wird zur industriellen Ruine

Was als stolzes Vorzeigeprojekt europäischer Elektromobilität geplant war, endet nun als mahnendes Beispiel für die Fragilität der grünen Industriepolitik. Der schwedische Autobauer Volvo zieht bei seinem ambitionierten Batteriefabrik-Projekt in Göteborg endgültig den Stecker – zumindest vorerst. Die Tochtergesellschaft Novo Energy, die ab 2026 Batteriezellen für die Elektrofahrzeuge des Konzerns produzieren sollte, entlässt ihre letzten 75 Mitarbeiter und existiert fortan nur noch als leere Hülle.

Der Dominoeffekt der Northvolt-Pleite

Die Wurzel des Desasters liegt in der spektakulären Insolvenz des schwedischen Batterieherstellers Northvolt, der einst als europäische Antwort auf die asiatische Zelldominanz gefeiert wurde. Northvolt sollte ursprünglich die technologische Expertise für das Gemeinschaftsprojekt liefern, während Volvo Standort und Finanzierung beisteuerte. Nach dem Zusammenbruch des Partners übernahm Volvo zwar das Unternehmen vollständig, doch die entscheidende Frage blieb unbeantwortet: Woher soll das Know-how für eine funktionierende Zellproduktion kommen?

Eine Batteriefabrik ist eben kein Spielzeug, das man einfach zusammensteckt. Sie erfordert eingespielte Prozessketten, stabile Zellchemie und eine belastbare Industrialisierung – Kompetenzen, die man nicht über Nacht aufbaut und schon gar nicht ohne erfahrenen Partner. Die Schweden mussten diese bittere Lektion auf die harte Tour lernen.

Der schleichende Niedergang

Die Zeichen standen bereits seit Monaten auf Sturm. Schon im Mai 2025 strich Novo Energy 150 Stellen, als sich kein neuer Technologiepartner am Horizont abzeichnete. Nun folgt der finale Schnitt. Das Unternehmen versucht sich in diplomatischer Schadensbegrenzung:

„Diese Entscheidung wurde nicht leichtfertig getroffen, ist jedoch angesichts der aktuellen Situation notwendig."

50 Gigawattstunden – ein Luftschloss

Die ursprünglichen Planungen lesen sich heute wie ein Märchen aus vergangenen Zeiten. Bis zu 50 Gigawattstunden pro Jahr sollte die Fabrik ab 2026 produzieren – genug, um nicht nur die Volvo-Werke in Göteborg und Gent zu versorgen, sondern auch andere Marken des Geely-Konzerns zu beliefern. Die Skaleneffekte wären beträchtlich gewesen, die strategische Unabhängigkeit von asiatischen Zelllieferanten ein echter Wettbewerbsvorteil.

Doch all diese schönen Pläne scheitern an einer simplen Realität: Ohne erprobte Partnertechnologie gibt es keine Serienproduktion. Volvo mag über Kapital und den strategischen Willen des chinesischen Mutterkonzerns Geely verfügen, aber Geld allein baut keine funktionierenden Batteriezellen.

Westschweden verliert – und mit ihm Europa

Die Gewerkschaften reagieren mit kaum verhohlener Resignation. Katarina Atterström von der Schwedischen Ingenieursgewerkschaft brachte es gegenüber dem schwedischen Fernsehen SVT auf den Punkt:

„Wir hatten gehofft und darauf vertraut, dass die Angelegenheit geklärt wird, daher ist es wirklich traurig. Auch für Göteborg und Westschweden ist es ein Verlust, dass dieser Teil der Geschichte nun abgeschlossen ist."

Dieser Verlust reicht jedoch weit über die schwedischen Grenzen hinaus. Er ist symptomatisch für das europäische Dilemma in der Elektromobilität: Während Politiker und Konzernlenker vollmundig die Verkehrswende ausrufen, fehlt es an der industriellen Substanz, um diese Versprechen einzulösen. Die Abhängigkeit von asiatischen Zellherstellern bleibt bestehen – und wird durch solche Rückschläge nur noch zementiert.

Ein Weckruf für die Branche

Das Scheitern von Novo Energy sollte als Warnung verstanden werden. Die überhastete Transformation zur Elektromobilität, angetrieben von politischem Druck und ideologischen Vorgaben, kollidiert mit den harten Realitäten industrieller Wertschöpfung. Batteriezellen sind das Herzstück jedes Elektrofahrzeugs – und Europa hat es versäumt, hier rechtzeitig eigene Kompetenzen aufzubauen.

Volvo sucht weiterhin nach einem Partner, doch mit jedem Monat ohne Lösung sinken die Chancen auf einen erfolgreichen Neustart. Die Batteriefabrik in Göteborg bleibt vorerst das, was sie ist: ein Rohbau der Strategie, ein Monument gescheiterter Ambitionen und ein weiterer Beweis dafür, dass die grüne Transformation weit komplizierter ist, als ihre Befürworter es wahrhaben wollen.

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