
VW-Dieselskandal: Gericht verurteilt Manager - Winterkorn bleibt verschont
Fast ein Jahrzehnt nach Aufdeckung des Dieselskandals bei Volkswagen hat das Landgericht Braunschweig nun ein erstes wegweisendes Urteil gegen ehemalige Führungskräfte des Konzerns gefällt. Während zwei der Angeklagten mit Bewährungsstrafen davonkommen, müssen zwei weitere Manager mehrjährige Haftstrafen antreten. Die eigentliche Hauptfigur des Skandals, Ex-VW-Chef Martin Winterkorn, glänzt weiterhin durch Abwesenheit.
Bauernopfer oder Haupttäter? Die Frage der Verantwortung
Nach fast vier Jahren Verhandlungsdauer zeigt sich einmal mehr, wie schwierig die Aufarbeitung eines der größten Wirtschaftsskandale der deutschen Geschichte ist. Die nun verurteilten Manager sehen sich als Bauernopfer eines Systems, während die Staatsanwaltschaft sie als aktive Mittäter beim millionenfachen Betrug einstuft. Besonders pikant: Die Verurteilten belasteten sich während des Prozesses gegenseitig und schoben die Verantwortung auch dem abwesenden Winterkorn zu.
Der teure Griff nach dem US-Markt
Die Wurzeln des Skandals reichen bis in die Mitte der 2000er Jahre zurück, als VW den amerikanischen Markt mit Dieselfahrzeugen erobern wollte. Statt echter technischer Innovation entschied man sich für den Weg der Täuschung - mit verheerenden Folgen. Die Rechnung für den Konzern ist gigantisch: 33 Milliarden Euro hat die juristische Aufarbeitung VW bisher gekostet.
Winterkorns geschicktes Ausweichmanöver
Während die nun Verurteilten die Konsequenzen ihrer Handlungen tragen müssen, bleibt der eigentliche Hauptakteur Martin Winterkorn weiter verschont. Aus "gesundheitlichen Gründen" wurde sein Verfahren abgetrennt. Anfang 2024 trat der mittlerweile 78-Jährige zwar als Zeuge auf und wies alle Vorwürfe von sich - doch ein Unfall unterbrach seinen eigenen Prozess nach wenigen Tagen. Ob und wann dieser fortgesetzt wird, steht in den Sternen.
Die Aufarbeitung geht weiter
Mit dem aktuellen Urteil ist die juristische Aufarbeitung bei weitem nicht abgeschlossen. Noch immer sind vier weitere Strafverfahren gegen 31 Angeklagte anhängig. Die Dimension des Skandals zeigt sich auch darin, dass bereits 47 Verfahren gegen Beschuldigte gegen Geldzahlungen eingestellt wurden. Der Fall macht deutlich, wie wichtig eine konsequente strafrechtliche Verfolgung von Wirtschaftskriminalität ist - auch wenn die wahren Strippenzieher oft geschickt der Verantwortung entgehen.
Fazit: Ein bitterer Beigeschmack bleibt
Das Urteil mag für die direkt Betroffenen hart sein, doch es hinterlässt einen schalen Nachgeschmack. Während die kleinen Rädchen im Getriebe nun büßen müssen, scheint der einstige Konzernlenker Winterkorn weiter unerreichbar. Es bleibt der Eindruck, dass in der deutschen Wirtschaftsjustiz nicht für alle die gleichen Maßstäbe gelten. Ein Umstand, der das Vertrauen in unseren Rechtsstaat nicht gerade stärkt.
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