
Wassernotstand nach Parteibuch: Wie München sich selbst durstig regiert – und das Umland nur mit den Schultern zuckt
Es ist ein Lehrstück grüner Politik, wie es im Buche steht. In der bayerischen Landeshauptstadt, seit Kurzem von einem grünen Oberbürgermeister geführt, herrscht plötzlich der Ausnahmezustand. Pools dürfen nicht mehr befüllt, Rasenflächen nicht mehr gesprengt, Blumen nur noch zu streng festgelegten Uhrzeiten gegossen werden. Wer dagegen verstößt, dem drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Der Grund? Angeblich eine dramatische Wasserknappheit. Doch nur wenige Kilometer weiter, in den vornehmlich von CSU und Freien Wählern regierten Umlandgemeinden, kräuselt sich kein Wässerchen der Sorge. Dort fließt das Trinkwasser, als wäre nichts geschehen.
Die Grenze zwischen Dürre und Überfluss verläuft entlang des Parteibuchs
Man muss sich diese Absurdität auf der Zunge zergehen lassen. Die Stadt München hat per Allgemeinverfügung ein regelrechtes Verbotsregime errichtet – und dieses gilt sogar für angrenzende Gemeinden, die von den Stadtwerken München (SWM) mit Wasser beliefert werden. Die SWM, ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Stadt, in dessen Aufsichtsrat der Oberbürgermeister und ausgerechnet die Referentin für Klima- und Umweltschutz thronen, erließen kurzerhand eine eigene „Sparanordnung wegen Wasserknappheit“.
Das kuriose Ergebnis: Eine Trennlinie zwischen den vom Wassernotstand Geplagten und den fröhlich Wasserverwöhnten, die mitten durch einzelne Ortschaften verläuft. Nehmen wir die Gemeinde Aschheim. Ihr Hauptort bezieht sein Wasser vom kommunalen Versorger VEMO – dort dürfen die Pools sprudeln und die Gärten grünen. Der Ortsteil Dornach hingegen hängt am Tropf der Münchner Stadtwerke – und darf sich fortan dem strengen Spardiktat unterwerfen. Willkommen in der Zwei-Klassen-Gesellschaft des Trinkwassers.
„Wir können nicht in der Fläche kontrollieren, ob die Leute ihren Rasen sprengen“ – so kommentierte Aschheims Bürgermeister, ein CSU-Politiker, die von oben verordnete Regelung, von der man überrascht worden sei.
Der Versorger nebenan sieht keinerlei Grund zur Panik
Besonders entlarvend sind die Worte des benachbarten Wasserversorgers VEMO, dessen Gebiet direkt an das der Münchner Stadtwerke grenzt. Man sehe, so hieß es auf Anfrage, „keine Anzeichen für eine drohende Wasserknappheit“. Die Versorgung sei „gegenwärtig uneingeschränkt sichergestellt“. Zwar zeigten die Grundwasserstände einen jahreszeitlich üblichen Rückgang – doch die Verbräuche lägen im ganz normalen sommerlichen Bereich. Keine Auffälligkeiten. Keine Katastrophe. Kein Notstand.
Wie passt das zusammen? Es passt eben nicht zusammen – jedenfalls nicht mit der offiziellen Erzählung. Die Erklärung liegt womöglich woanders: Während VEMO sein Wasser aus der Münchner Schotterebene bezieht, holen sich die SWM ihr Nass zum überwiegenden Teil aus dem Mangfall- und dem Loisachtal. Und dort, so der grüne Oberbürgermeister, würden die Quellen wegen der Trockenheit weniger liefern. Man könnte auch fragen: Ist das Problem am Ende weniger eine himmlische Dürre als vielmehr eine hausgemachte Frage der Wasserlieferverträge und der Infrastruktur?
Die grüne Sehnsucht nach dem verordneten Verzicht
Es drängt sich ein Muster auf, das der aufmerksame Bürger längst kennt. Ob Corona, Klima oder eben Wasser – die Choreografie bleibt stets dieselbe. Erst wird eine Katastrophe beschworen, dann folgen die Verbote, und am Ende steht der Bürger da, der sich rechtfertigen muss, warum er überhaupt noch seinen eigenen Garten gießen will. Ein Münchner Unternehmer hat den Rechtsweg bereits beschritten und lässt die umstrittene Verfügung nun vor dem Verwaltungsgericht prüfen. Sein Anwalt spricht von „Symbolpolitik auf Kosten der Bürger“ – treffender lässt es sich kaum formulieren.
Man wählt eben, was man bekommt. Wer einer Partei die Schlüssel überlässt, deren politisches Kapital der permanent drohende Weltuntergang ist, der darf sich nicht wundern, wenn ihm irgendwann der Hahn zugedreht wird. Es ist bezeichnend, dass in einer der wohlhabendsten Städte Europas der Rückfall in die Mangelbewirtschaftung als Fortschritt verkauft wird. Der Bürger soll spüren, dass Verzicht Tugend sei – und das ausgerechnet in einem Land, das über Jahrzehnte gerade wegen seiner leistungsfähigen Infrastruktur bewundert wurde.
Ein Symbol für den Zustand der Republik
Die Geschichte aus München ist mehr als eine Provinzposse über verbotene Gartensprenger. Sie ist ein Sinnbild dafür, wie ideologiegetriebene Politik die Realität dem eigenen Weltbild unterordnet. Während der eine Versorger nüchtern von Normalbetrieb spricht, ruft der Nachbar den Ausnahmezustand aus. Nicht die Fakten entscheiden, sondern die politische Erzählung. Und der Bürger? Der zahlt, gehorcht und blickt neidisch über die Gemeindegrenze, wo das Wasser noch fließt, wie es soll.
Vielleicht ist genau das die eigentliche Lehre: Wo Vernunft und gesunder Menschenverstand regieren, dort funktioniert die Versorgung. Wo Ideologie das Zepter führt, dort wird selbst aus einem Sommer mit ein paar heißen Tagen eine nationale Katastrophe konstruiert. Deutschland täte gut daran, wieder auf Substanz statt auf Symbolik zu setzen – auf beständige Werte statt auf flüchtige Panik. Denn Werte, die Bestand haben, bewahren ihre Kraft auch dann, wenn die politischen Wetterlagen wechseln. Genau darin liegt übrigens auch der zeitlose Reiz physischer Edelmetalle wie Gold und Silber: Sie lassen sich nicht per Allgemeinverfügung entwerten, und kein Aufsichtsrat kann ihnen den Hahn zudrehen.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion wieder und stellt weder eine Rechts- noch eine Steuerberatung dar. Für rechtliche Fragen wenden Sie sich bitte an einen fachkundigen Rechtsanwalt. Bei Anlageentscheidungen ist jeder Leser gehalten, eigenständig zu recherchieren und die Verantwortung selbst zu tragen.

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