
Weltraumdatenzentren und Starlink: Warum die Panik an der Börse übertrieben ist
Die Wall Street hat ein neues Lieblingsthema entdeckt – und es schwebt buchstäblich über unseren Köpfen. Orbitale Datenzentren, Satellitennetze und die Frage, ob Elon Musks Starlink die traditionellen Telekommunikationskonzerne vom Markt fegen wird, dominieren derzeit die Gespräche in den Handelsräumen von New York bis London. Doch wie so oft an der Börse scheint die Hysterie größer zu sein als die tatsächliche Bedrohung.
Goldman Sachs beruhigt die nervösen Märkte
Analysten von Goldman Sachs um Andrew Lee haben in einem vielbeachteten Webcast mit dem Titel „Space – Datacentres Opportunity and Telecom Risk" gemeinsam mit Experten der TMT-Beratungsfirma Altman Solon die Lage nüchtern analysiert. Das Ergebnis dürfte so manchem Schwarzmaler die Luft aus den Segeln nehmen: Investoren würden die Bedrohung durch Satellitennetze für klassische Telekommunikationsunternehmen massiv überschätzen.
Lee stellte unmissverständlich klar, dass die Sorgen der Anleger hinsichtlich einer Satellitenkonkurrenz für Telekommunikations- und Funkturmunternehmen übertrieben seien. Satellitentechnologie werde in absehbarer Zukunft eher ergänzend als verdrängend wirken. Die Gründe dafür sind so simpel wie einleuchtend: begrenzte Kapazitäten, schwankende Servicequalität und eine Wirtschaftlichkeit, die für den Großteil der besiedelten Gebiete schlicht nicht konkurrenzfähig sei.
Starlink: Nützlich auf dem Land, chancenlos in der Stadt
Wer glaubt, Starlink und andere LEO-Netzwerke (Low Earth Orbit) würden demnächst die Glasfasernetze in deutschen Großstädten ersetzen, der glaubt vermutlich auch, dass die Bundesregierung mit ihrem 500-Milliarden-Sondervermögen die Infrastrukturprobleme dieses Landes lösen wird. Die Realität sieht anders aus. Satellitenverbindungen eignen sich vor allem dort, wo der Bau von Mobilfunkmasten oder Glasfaserleitungen schlicht zu teuer ist – in ländlichen, dünn besiedelten Regionen mit zahlungskräftiger Kundschaft.
Für den urbanen Massenmarkt, wo Millionen von Nutzern gleichzeitig streamen, arbeiten und kommunizieren, fehlt den Satellitennetzen schlichtweg die Bandbreite. Man stelle sich vor: Ein einzelner Starlink-Satellit soll eine Großstadt versorgen, in der schon heute die terrestrischen Netze an ihre Grenzen stoßen. Das ist, als wolle man einen Gartenschlauch an einen Hydranten anschließen und erwarten, dass er den gleichen Druck liefert.
Datenzentren im Orbit – Science-Fiction wird Realität
Deutlich spannender als die vermeintliche Telko-Apokalypse ist ein anderes Thema, das Goldman Sachs auf den Tisch brachte: Datenzentren im Weltraum könnten noch in diesem Jahrzehnt Realität werden. Die Vorteile klingen bestechend – günstige Solarenergie, natürliche Kühlung im Vakuum des Alls, keine Grundstückskosten und vor allem: keine endlosen Genehmigungsverfahren. Letzteres dürfte besonders deutschen Unternehmern wie Musik in den Ohren klingen, die hierzulande mitunter Jahre auf eine Baugenehmigung warten.
Die entscheidende Hürde bleibt allerdings der Preis. Erst wenn die Startkosten unter 200 Dollar pro Kilogramm fallen und leichtgewichtige Kühlsysteme entwickelt werden, könnten orbitale Rechenzentren wirtschaftlich mit ihren irdischen Pendants konkurrieren. Elon Musks Starship-Rakete gilt als Schlüsseltechnologie, um diese Schwelle zu durchbrechen. Die kürzlich vollzogene Fusion von SpaceX mit Musks KI-Unternehmen xAI zielt genau darauf ab, orbitale Datenzentren im großen Maßstab zu errichten.
Was bedeutet das für Anleger?
Goldman Sachs sieht bei Funkturmunternehmen wie Cellnex und INWIT nur ein moderates Abwärtsrisiko, sollte die ländliche Konnektivität teilweise über Satelliten umgeleitet werden. Ein Großteil dieses Risikos sei bereits in den Aktienkursen eingepreist. Für Telekommunikationsunternehmen wie die Deutsche Telekom, deren US-Tochter T-Mobile US unter dem Druck der Starlink-Ängste gelitten habe, sehen die Analysten sogar Potenzial für eine Neubewertung nach oben, sobald die übertriebenen Sorgen nachlassen würden.
Die große Frage bleibt freilich: Ab welchem Punkt wird Starlink tatsächlich zum direkten Herausforderer der etablierten Telekommunikationsriesen? Noch sei es nicht so weit, betonen die Goldman-Analysten. Doch in einer Welt, in der sich technologische Paradigmenwechsel immer schneller vollziehen, sollte man niemals „nie" sagen.
Physische Werte in Zeiten digitaler Euphorie
Während die Märkte zwischen Euphorie und Panik über Weltraumtechnologien schwanken, zeigt sich einmal mehr, wie volatil und stimmungsgetrieben die Aktienmärkte sein können. Wer sein Vermögen nicht allein den Launen der Wall Street überlassen möchte, tut gut daran, auch auf bewährte Werte zu setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Anker in turbulenten Zeiten bewährt – ganz ohne die Notwendigkeit, auf die nächste technologische Revolution zu wetten. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten sie genau jene Stabilität, die in einer zunehmend unberechenbaren Welt ihren Wert behält.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden. Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen qualifizierten Finanzberater.
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