
Wenn der Chef sich selbst das Gehalt streicht: Warum Europas Kleinunternehmer lieber hungern als Schulden machen
Es gibt sie noch, die Tugend der Unabhängigkeit. Während in Berlin Politiker mit der Leichtigkeit eines Croupiers im Spielcasino dreistellige Milliardenbeträge an Schulden auf den Tisch werfen, halten Europas Kleinunternehmer eisern an einem altmodischen Prinzip fest: Lieber den eigenen Gürtel enger schnallen als sich in die Klauen der Banken begeben.
Eine aktuelle Erhebung des Finanzdienstleisters Qonto, für die im Frühjahr 2026 rund 1.700 Firmeninhaber in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien befragt wurden, fördert ein bemerkenswertes Bild zutage. Fast jeder zweite Selbstständige – exakt 46 Prozent – habe in den vergangenen zwölf Monaten das eigene Einkommen gekürzt oder sogar gänzlich auf Null gestellt, nur um den Betrieb am Laufen zu halten. Deutschland liegt dabei punktgenau im europäischen Durchschnitt.
Der bittere Preis der Selbstbestimmung
Besonders schmerzhaft trifft es jene, die gerade erst gewagt haben, ihren Traum vom eigenen Unternehmen zu verwirklichen. Bei Firmen, die erst sechs bis zwölf Monate am Markt sind, klettert der Anteil derer, die auf ihr Gehalt verzichten, auf erschreckende 71 Prozent. Man stelle sich das vor: Mehr als zwei Drittel der mutigen Gründer arbeiten faktisch umsonst, während die Politik ihnen mit Bürokratie, Energiepreisen und einer schwindelerregenden Steuerlast das Leben zur Hölle macht.
„Schulden sind oft mit Scham besetzt und gelten als Makel“, heißt es nüchtern in der Untersuchung.
Und genau hier offenbart sich eine Mentalität, die man in den Amtsstuben unserer Hauptstadt offenbar längst verlernt hat. Während der ehrliche Handwerker, der kleine Ladeninhaber oder die Soloselbstständige in der Buchhaltung jede Schuld als persönliche Niederlage empfindet, wird im Bundeskanzleramt das größte Schuldenprogramm der deutschen Geschichte gefeiert wie ein Volksfest.
Wenn der Bürger sparen muss und der Staat verschwendet
45 Prozent der befragten europäischen Unternehmen hätten noch nie auf eine externe Finanzierung zurückgegriffen. In Deutschland und Spanien liegt dieser „Abstinenzwert“ mit jeweils 50 Prozent sogar an der Spitze. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Kleinunternehmer betrachte die Aufnahme von Fremdkapital als klares Indiz für schlechtes Wirtschaften.
Welche Ironie! Da regiert seit Mai 2025 eine Große Koalition unter einem Kanzler, der im Wahlkampf hoch und heilig versprochen hatte, keine neuen Schulden anzuhäufen – und kaum im Amt, wird ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen aus dem Hut gezaubert, während die Klimaneutralität bis 2045 sogar im Grundgesetz festgezurrt wurde. Generationen von Deutschen werden diese Zinslast über Steuern und Abgaben abstottern müssen.
- 33 Prozent der Befragten fürchten, durch externe Geldgeber ihre Entscheidungsfreiheit zu verlieren.
- 77 Prozent erklären voller Stolz, ihr Unternehmen vollkommen ohne fremde Hilfe zu führen.
- 62 Prozent der deutschen Betriebe ohne Finanzierung sehen schlicht keinen Bedarf für Kredite – Höchstwert im Vier-Länder-Vergleich.
Eine Tugend, die zum Vorbild taugt
Man könnte fast wehmütig werden. Denn was der kleine Unternehmer hier vorlebt – Sparsamkeit, Eigenverantwortung, der Wille zur Unabhängigkeit – das sind genau jene traditionellen Werte, die ein gesundes Gemeinwesen tragen. Es ist der ehrliche Mittelstand, das Rückgrat dieser Nation, der lieber persönliche Entbehrungen auf sich nimmt, als sich in fremde Abhängigkeit zu begeben.
Gerade dieser Unabhängigkeitsdrang sollte uns nachdenklich stimmen. Wer seine finanzielle Souveränität bewahren will, der setzt nicht alles auf wackelige Versprechen oder auf das Papiergeld einer Notenbank, deren Druckerpressen heißlaufen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber sind seit Jahrtausenden der Inbegriff echter Unabhängigkeit – ein Vermögen, das niemand wegdrucken, niemand entwerten und keine Bank verweigern kann. Als solide Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio bieten sie genau jene Sicherheit, nach der sich der vorsichtige Unternehmer sehnt.
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