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Kettner Edelmetalle
23.06.2026
05:48 Uhr

Wenn ein israelischer Ex-Premier von „ethnischer Säuberung" spricht – und Deutschland wegschaut

Wenn ein israelischer Ex-Premier von „ethnischer Säuberung" spricht – und Deutschland wegschaut

Es gibt Worte, die treffen härter als jede Rakete. Wenn ein ehemaliger israelischer Ministerpräsident öffentlich von „organisierter, staatlich finanzierter ethnischer Säuberung" spricht, dann ist das keine Randnotiz mehr, sondern eine politische Erschütterung. Genau das geschah am 18. Juni 2026, als die renommierte israelische Tageszeitung Haaretz einen Gastbeitrag von Ehud Olmert veröffentlichte – jenem Mann, der einst selbst die höchste Verantwortung für die Sicherheit des jüdischen Staates trug.

Ein Mann, der wissen muss, wovon er spricht

Olmert redet nicht über Gaza. Er redet über das Westjordanland. Und er widerspricht damit unmissverständlich der bequemen Erzählung, die auch in Berlin gepflegt wird: dass Israel sich „nur verteidige". Der Kampf gegen den jüdischen Terrorismus im Westjordanland müsse, so Olmert, in eine neue Phase eintreten – mit größerer Entschlossenheit. Der alltägliche Terror dort werde, wie er schreibe, von der israelischen Regierung selbst gesteuert, gelenkt, gefördert und finanziert.

„Heute muss gesagt werden, dass der Staat Israel eine organisierte, systematische, staatlich finanzierte Kampagne der ethnischen Säuberung und von Verbrechen gegen die Menschlichkeit durchführt."

Es sei kein Werk einiger weniger entgleister Jugendlicher „aus zerrütteten Familien", wie Premierminister Netanjahu es einst verharmlost habe. Auch handele es sich nicht um die Verfehlungen einer anomalen Minderheit, wie die Wortführer der Siedlerbewegung gerne behaupteten. Nein – an vorderster Front, so Olmert, stünden der Ministerpräsident selbst, Verteidigungsminister Israel Katz und das gesamte Kabinett.

Schwerste Anschuldigungen aus den eigenen Reihen

Namentlich nenne Olmert die Minister Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich, die durch Wort und Tat eine Politik vorantrieben, die der Vertreibung der palästinensischen Bewohner gleichkomme. Dass solch gravierende Vorwürfe nicht von einem Außenstehenden, sondern von einem ehemaligen Regierungschef kommen, verleiht ihnen ein Gewicht, das sich nicht wegdiskutieren lässt. Olmert selbst räumt ein, dass nie zuvor derart schwerwiegende Anklagen gegen eine israelische Regierung und das Verteidigungsministerium erhoben worden seien – und schon gar nicht von jemandem aus seiner Position.

Was sich täglich in den palästinensischen Dörfern abspiele, beschreibe er drastisch: Pogrome, verletzte Kinder und Erwachsene, in Brand gesteckte Felder und Häuser, Diebstahl im großen Stil – insbesondere von Rindern und Schafen, der wirtschaftlichen Lebensgrundlage vieler Bewohner. Angesichts dessen sei es unmöglich, weiterhin zu schweigen.

Polizei als Komplize, Soldaten als Täter?

Besonders schwer wiegen Olmerts Aussagen über die Sicherheitsbehörden. Die israelische Polizei sei faktisch zum Komplizen geworden und unternehme trotz ihrer Pflicht nichts, um die Taten zu verhindern. Bemerkenswert sei, dass fast immer die palästinensischen Opfer verhaftet würden – nicht die Täter. Auch Soldaten der IDF, Wehrpflichtige wie Reservisten, seien an Übergriffen beteiligt. Die Standardfloskel des Armeesprechers, solche Vorfälle spiegelten nicht die Werte der Truppe wider, sei zur leeren Hülse verkommen.

Selbst den Inlandsgeheimdienst Schin Bet nimmt Olmert nicht aus. Es gebe keine überzeugende Erklärung, warum der Geheimdienst seine Mittel gegen palästinensischen Terror mit beachtlichem Erfolg einsetze, gegen den jüdischen Terror im Westjordanland jedoch versage.

Die Angst vor der internationalen Reaktion

Olmert benennt auch die mögliche Konsequenz. Da weder Regierung noch Verteidigungsminister, Polizei oder Militär einschreiten würden, bestehe die reale Gefahr, dass die internationale Gemeinschaft selbst handle. US-Regierung und europäische Staaten könnten durch koordinierte Ermittlungen das erreichen, woran Israel bislang gescheitert sei. Und auch der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag werde womöglich gezieltere Maßnahmen gegen die Verantwortlichen ergreifen.

Und was macht Berlin?

Hier wird es für den deutschen Beobachter unbequem. Während ein israelischer Ex-Regierungschef mit schonungsloser Offenheit Klartext spricht, verharrt die deutsche Politik in ihrer altbekannten Sprachlosigkeit. Man flüchtet sich in Formeln, man windet sich, man wiederholt mantraartig dieselben Floskeln. Wer in Berlin würde es wagen, das auszusprechen, was Olmert in der wichtigsten Zeitung seines eigenen Landes formuliert hat? Diese Frage muss erlaubt sein.

Die deutsche Außenpolitik krankt seit Jahren an einem grundlegenden Mangel: an Mut zur klaren Haltung und an Eigenständigkeit im Urteil. Statt souverän die deutschen und europäischen Interessen zu vertreten, hangelt man sich von einer diplomatischen Verlegenheit zur nächsten. Wer aber die unbequemen Stimmen ignoriert – selbst wenn sie aus dem Inneren des kritisierten Staates kommen –, der macht sich nicht zum Freund, sondern zum bequemen Mitläufer.

Fazit: Wahrheit erträgt keine Schönfärberei

Olmerts Worte sind ein Weckruf. Sie zeigen, dass selbst innerhalb Israels die Debatte differenzierter, mutiger und ehrlicher geführt wird, als es in deutschen Regierungserklärungen je der Fall war. In einer Welt, die zunehmend von Konflikten, Eskalationen und politischer Unberechenbarkeit geprägt ist – vom Nahen Osten über die Ukraine bis zur Handelspolitik Washingtons –, wächst die Verunsicherung der Bürger spürbar. Genau in solchen Zeiten suchen kluge Anleger nach Beständigkeit. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie ihren Wert auch dann bewahren, wenn politische Gewissheiten zerbröseln und Papierversprechen ihren Glanz verlieren. Als Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen bieten sie jene Sicherheit, die in einer aus den Fugen geratenen Welt zunehmend zur Seltenheit wird.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Wir betreiben keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Leser ist aufgefordert, eigenständig zu recherchieren und seine Entscheidungen in eigener Verantwortung zu treffen.

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