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Kettner Edelmetalle
04.09.2026
12:08 Uhr
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Windräder im Osten, Rechnung für alle: Wer kassiert wirklich?

Windräder im Osten, Rechnung für alle: Wer kassiert wirklich?
Symbolbild: KI-generiert

Der Osten liefert den Strom – und zahlte lange die höchsten Netzentgelte. Zwei Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September flammt der Streit neu auf: Wer trägt die Kosten der Energiewende, und wer profitiert?

Ein Beispiel liefert das brandenburgische Mühlenfließ. Rund um die Gemeinde mit gut 900 Einwohnern drehen sich 53 Windräder. 250.000 Euro flossen 2024 allein aus der Windkraft-Sonderabgabe in die Gemeindekasse – Geld für Dorfgemeinschaftshaus, Spielplatz, Vereine, ohne Bittgänge zu Kreis oder Land.

Stromexporteur mit Rekord-Netzentgelten

Brandenburg erzeugt nach Landesangaben jährlich mehr als 55 Terawattstunden Strom und verbraucht etwa 19. Über 75 Prozent des eigenen Verbrauchs stammen aus erneuerbaren Quellen – der Bundesschnitt liegt bei rund 30 Prozent.

Das Paradoxe: Ausgerechnet dieses Exportland gehörte lange zu den Regionen mit den höchsten Netzentgelten. Denn wo Windparks und Solarfelder sprießen, müssen Verteilernetze ausgebaut werden – und die Kosten landeten überwiegend regional auf der Rechnung der Bürger. Erst zum 1. Januar 2025 verteilte die Bundesnetzagentur diese Last neu.

35.000 Euro pro Windrad – Segen oder Sargnagel?

Ende 2025 beschloss der Landtag in Potsdam ein neues Erneuerbare-Energien-Sonderabgabengesetz. Statt pauschal 10.000 Euro pro Anlage und Jahr gilt ab 2026 eine leistungsbezogene Abgabe: 5.000 Euro je installiertem Megawatt. Bei einer modernen 7-Megawatt-Anlage sind das 35.000 Euro – das Dreieinhalbfache.

Der Landesverband Erneuerbare Energien und die Landesgruppe Berlin-Brandenburg des VKU warnen dem Bericht zufolge, die Belastungsgrenze vieler Projekte könne überschritten werden; Brandenburger Betreiber würden im Bundesvergleich überproportional belastet. Beschlossen wurde das Gesetz von der damaligen Koalition aus SPD und BSW – jenem Bündnis, das Anfang Januar 2026 zerbrach und einer SPD-Minderheitsregierung wich.

Besonders pikant: Eine ursprünglich vorgesehene Berichtspflicht, mit der Kommunen hätten nachweisen müssen, wofür das Geld verwendet wird, fiel wieder heraus. Transparenz? Später vielleicht.

Wenn der Strom vor der Haustür entsteht – und trotzdem teuer bleibt

In Sachsen-Anhalt kamen im vergangenen Jahr 59 Windräder und über 23.000 Photovoltaikanlagen hinzu, darunter 88 Solarparks. Billiger wird der Strom für die Menschen dort trotzdem nicht: Preise entstehen am bundesweiten Großhandelsmarkt, nicht auf dem Acker nebenan.

Im Wahlkampf wirbt die Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz deshalb für eine regionale Strompreiszone nach skandinavischem Vorbild. Entschieden würde das allerdings in Berlin – wo Vorbehalte überwiegen, weil windschwache Regionen dann mehr zahlen müssten.

Die Entlastung mit Verfallsdatum

Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet nach ersten Erhebungen für 2026 mit rund 7,23 Cent je Kilowattstunde die niedrigsten Netzentgelte, Hamburg liegt bei etwa 11,80 Cent. Der Grund ist kein struktureller, sondern ein politischer: ein Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro, finanziert vom Steuerzahler. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit 4.000 Kilowattstunden macht das gut 82 Euro brutto im Jahr.

Läuft der Zuschuss Ende 2026 aus, ist der Effekt 2027 verpufft. Aus Sicht unserer Redaktion offenbart das den Kern des Problems: Nicht das System wurde repariert, sondern die Rechnung wurde umgeschichtet – von der Stromrechnung in den Haushalt, der ebenfalls vom Bürger gefüllt wird.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlageberatung dar. Wer Vermögen aufbaut oder absichert, sollte eigenständig recherchieren und Entscheidungen in eigener Verantwortung treffen. Physische Edelmetalle können als Beimischung zur Vermögenssicherung dienen.

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