
Winter-Alarm: Top-Ölexperte warnt vor Energiekrise wie 2022!

Europa geht mit halbleeren Gasspeichern und explodierenden Dieselpreisen in den Winter. Jeff Currie, einer der bekanntesten Rohstoffanalysten der Welt, warnt in einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung vor einem Szenario wie 2022. Den Europäern wirft er vor, sie liefen wie im Schlaf in die nächste Krise.
Currie spricht nicht als Schwarzmaler vom Spielfeldrand. Knapp drei Jahrzehnte arbeitete er für Goldman Sachs, zuletzt als Leiter des Rohstoff-Research. Seit 2024 berät er die Investmentgesellschaft Carlyle. Wenn so jemand Alarm schlägt, sollte Berlin besser zuhören.
Schlimmer als die Ölkrisen der 1970er?
Laut Currie ja. Die heutigen Verwerfungen seien in Ausmaß und Reichweite deutlich größer. Es gehe längst nicht mehr nur um die Straße von Hormus. Er zählt auf: den Krieg in der Ukraine, Störungen am Schwarzen Meer, im Roten Meer und an der Meerenge Bab al-Mandab, dazu Chinas Exportbeschränkungen für seltene Erden seit Oktober 2025.
Die Folgen spüren Verbraucher an der Zapfsäule. Seit Jahresbeginn ist Diesel in der Schweiz um 40 Prozent teurer geworden, in den USA sogar um fast 80 Prozent. Als Ursachen nennt Currie unter anderem ukrainische Drohnenangriffe auf russische Raffinerien und das Niedrigwasser im Rhein, wegen dem Binnenschiffe nicht mehr fahren könnten. In Frankreich habe es bereits Schlangen vor Tankstellen gegeben.
Deutschlands Speicher: Ein Polster aus Luft
Noch bedrohlicher ist die Lage beim Gas. Nach Angaben von Gas Infrastructure Europe lag der Füllstand der deutschen Speicher Mitte Oktober bei gerade einmal rund 60 Prozent. Frankreich und Italien melden fast 90 Prozent. Der EU-Schnitt von etwa 74 Prozent ist Branchenanalysen zufolge der niedrigste Wert zu dieser Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011.
Medienberichten zufolge sind die europäischen Großhandelspreise für Gas in diesem Jahr um mehr als 150 Prozent gestiegen. Aus der Bundesregierung kommen trotzdem beruhigende Signale: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche erklärte, einen Gasmangel gebe es nicht. Parallel plant der Bund laut Berichten eine neue Gasreserve, die ab 2027 über eine Umlage die Gaskunden bezahlen sollen. Die Rechnung landet also wieder einmal bei den Bürgern.
Die Illusion des Überflusses
Genau diese Gelassenheit hält Currie für gefährlich. Es werde eine Illusion des Überflusses erzeugt, um die Preise niedrig zu halten. Dadurch fehlten die Preissignale, die Menschen eigentlich zum Umdenken bewegen müssten. 2022 sei es in Deutschland fast eine patriotische Pflicht gewesen, Energie zu sparen. Heute sehe man das Problem offenbar eher bei Präsident Trump.
Auch vom Diesel-Deal zwischen Donald Trump und Wladimir Putin erwartet er nichts. Die vereinbarte Menge entspreche weniger als einem Prozent der jährlichen US-Nachfrage. Die vermeintliche Entspannung am Golf hält er ebenfalls für trügerisch. Für den Öltransport seien zwei Flugzeugträgerverbände und 75.000 Soldaten im Einsatz gewesen, allein der Transport habe mehr als 30 Dollar pro Fass gekostet.
„Moleküle lassen sich nicht drucken“
Mit dieser Formel bringt Currie sein Grundargument auf den Punkt. Finanzwerte lassen sich beliebig vermehren, physische Güter nicht. Bis neue Förderanlagen laufen, vergehen Jahre. Neue Raffinerien bräuchten womöglich noch einmal sechs bis sieben Jahre. Auf die Frage, ob dauerhaft höhere Ölpreise drohten, antwortet er knapp: „Absolut.“
Was das für Ihr Vermögen bedeutet
Bemerkenswert ist, dass Currie als Preistreiber nicht nur die Knappheit nennt, sondern auch Geldentwertung und finanzielle Repression, die andere Renditen niedrig halte. Das trifft jeden Sparer. Regierungen würden künftig mehr auf Versorgungssicherheit und strategische Reserven setzen, sagt Currie voraus.
Was für Staaten gilt, gilt auch für Familien. Wer echte Reserven anlegen will, setzt auf Werte, die sich ebenfalls nicht drucken lassen. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio helfen, Vermögen gegen Inflation und Krisen abzusichern.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten. Jeder Anleger sollte sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen allein.
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