
Gas-Alarm vor dem Winter: Europa droht eine Lücke von 15 Prozent!

Europas Gasnetzbetreiber schlagen Alarm. Ihr Verband ENTSOG warnt im am 8. Oktober 2026 veröffentlichten Winter Supply Outlook: Trifft ein strenger Winter auf den Ausfall einer wichtigen Importroute, könnten 12 bis 15 Prozent der Gasnachfrage in der EU ungedeckt bleiben. Brüssel beschwichtigt und ruft gleichzeitig zum Sparen auf.
Halbleere Speicher, und das vor dem ersten Frost
Am 1. Oktober waren Europas Gasspeicher nur zu 72 Prozent gefüllt. Ein Jahr zuvor waren es noch 83 Prozent. Die EU-Kommission hat den Mitgliedstaaten deshalb erlaubt, die eigentlich vorgeschriebenen 90 Prozent zum 1. November auf 75 bis 80 Prozent abzusenken. Wer sein Ziel nicht erreicht, senkt eben die Latte.
In Deutschland ist die Lage noch ernster. Laut der Speicherplattform AGSI+ lag der Füllstand Anfang Oktober Medienberichten zufolge bei nur rund 58 Prozent. Berichten zufolge hat der Bund den Staatskonzern SEFE beauftragt, bis zum 15. Dezember zusätzlich 8 Terawattstunden Gas zu beschaffen.
Selbst ein ganz normaler Winter wäre schon ein Problem. Ist der globale Flüssiggasmarkt (LNG) knapp, könnten die Speicher laut ENTSOG bis März 2027 auf etwa 13 Prozent sinken. Damit wären sie nahe an der technischen Untergrenze. Unterhalb davon liefern manche Speicher nicht mehr genug Druck.
Hormus, Katar, Russland: Alles kommt zusammen
Ein Hauptgrund ist der Iran-Krieg. Die Straße von Hormus ist faktisch geschlossen, und Verflüssigungsanlagen in Katar wurden beschädigt. Dadurch ist der Weltmarkt für LNG leergefegt. Asiatische Käufer bieten jetzt verstärkt um Lieferungen aus den USA, die inzwischen Europas wichtigste LNG-Quelle sind.
Am 1. Januar 2027 laufen außerdem die langfristigen Verträge für russisches LNG aus. Spotkäufe sind schon verboten. Im Jahr 2025 kamen noch rund 14 Prozent der LNG-Importe der EU aus Russland. Beide ENTSOG-Szenarien gehen davon aus, dass gar kein russisches Pipeline-Gas mehr in die EU fließt.
Das härteste Szenario
ENTSOG hat auch einen besonders schlimmen Fall durchgerechnet: Die Europipe 2 fällt aus, die wichtigste Offshore-Leitung aus Norwegen. Gleichzeitig kommt kein Gas mehr aus Algerien. Dann wären vor allem Zentral-, Ost- und Südosteuropa betroffen. Dort wären an Spitzentagen örtliche Engpässe von bis zu 12 Prozent möglich, weil die Leitungen von West nach Ost nicht überall ausreichen.
Brüssels Rezept: Heizung runter statt Plan
Die Kommission erklärte nach einer Sitzung der Gas Coordination Group, das EU-Gassystem sei trotz der niedrigen Speicherstände flexibel genug. Energiekommissar Dan Jørgensen forderte die Mitgliedstaaten trotzdem auf, weiter einzuspeichern und weniger Gas und Strom zu verbrauchen. Sein Vorschlag: kühlere Behörden, weniger Heizstrahler im Freien und Tarife, die den Verbrauch steuern. Das alles gilt vorerst nur freiwillig.
Das Institut IEEFA kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Die EU müsse ihren Winterverbrauch womöglich um rund 7 Prozent senken, das sind etwa 14 Milliarden Kubikmeter. Zuerst dürfte es wieder energieintensive Betriebe treffen, die zu Spotpreisen um 80 Euro je Megawattstunde einkaufen. Für den ohnehin geschwächten Industriestandort Deutschland wäre das ein weiterer schwerer Schlag.
Kritiker meinen, die EU habe Sanktionen und Green Deal wichtiger genommen als eine sichere Versorgung. Bezahlen müssen das die Bürger. Die Gasspeicherumlage wurde zwar zum 1. Januar 2026 abgeschafft. Seitdem trägt aber der Bund die Kosten, also am Ende der Steuerzahler.
Fazit: Vorsorge bleibt Privatsache
Der ENTSOG-Bericht ist die düsterste Winterprognose seit dem Ende der russischen Pipeline-Lieferungen. Ob Europa durch den Winter kommt, hängt jetzt vor allem von Wetter, Weltmarkt und intakten Leitungen ab. Kaum etwas davon liegt in Brüssels Hand. Wer sich in solchen Zeiten allein auf den Staat verlässt, muss womöglich frieren. Viele Bürger sichern sich deshalb zusätzlich ab, zum Beispiel mit physischem Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte informieren Sie sich selbst, bevor Sie Geld anlegen. Für Ihre Anlageentscheidungen sind Sie selbst verantwortlich.
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik

















