
Wirtschaftsweise senken Prognose: Wenn Putin und Trump zu billigen Sündenböcken werden
Es ist ein altbekanntes Muster, das sich in den Berliner Regierungsetagen mit einer Verlässlichkeit wiederholt, die fast schon bewundernswert wäre, wenn sie nicht so durchsichtig daherkäme. Läuft die deutsche Wirtschaft schlecht, ist stets ein externer Bösewicht zur Stelle. Erst war es Putin, der angeblich im Alleingang die deutsche Industrie in die Knie zwang. Nun ist es Trump und sein Iran-Krieg, die als bequeme Schuldige herhalten müssen. Das eigene Versagen? Strukturelle Defizite? Eine Wirtschaftspolitik, die ihren Namen kaum verdient? Davon ist freilich kaum die Rede.
BIP-Prognose im freien Fall
Der Sachverständigenrat, jenes Gremium aus fünf Ökonomen, das die Bundesregierung beraten soll, hat seine Wachstumsprognose für 2026 deutlich nach unten korrigiert. Statt der zuvor erwarteten 0,9 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr nur noch um magere 0,5 Prozent zulegen. Für 2027 rechnen die Weisen mit einem ebenso kümmerlichen Plus von 0,8 Prozent. Inflationsbereinigt dürften diese Zahlen ein Bild zeichnen, das den Begriff Stagnation noch wohlwollend erscheinen lässt.
Die Begründung der Wirtschaftsweisen folgt dem politisch erwünschten Drehbuch: Der Iran-Krieg, die sprunghaft gestiegenen Rohöl- und Gaspreise, die US-Handelspolitik mit ihren Zöllen. Alles richtig, alles nachvollziehbar. Doch andere Volkswirtschaften kämpfen mit denselben Rahmenbedingungen und schaffen es dennoch, spürbares Wachstum zu generieren. Warum gelingt das Deutschland nicht?
Das Sondervermögen verpufft, bevor es wirken kann
Friedrich Merz und Lars Klingbeil hatten ihr 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen samt Aufrüstungsprogramm als großen Konjunktur-Booster verkauft. Schuldengetriebenes Wachstum auf Pump, das die deutsche Wirtschaft aus ihrer Lethargie reißen sollte. Was Merz im Wahlkampf noch vehement bestritten hatte – nämlich neue Schulden aufzunehmen – wurde nach Amtsantritt zum Markenkern seiner Politik. Nun droht selbst dieses gewaltige Schuldenpaket ins Leere zu laufen, weil gestörte Lieferketten und explodierende Energiepreise jeden Investitionseffekt auffressen, bevor er überhaupt entstehen kann.
Die wahren Wurzeln der deutschen Wirtschaftsmisere
Bemerkenswert ehrlich räumt der Sachverständigenrat ein, was die politisch Verantwortlichen seit Jahren wegmoderieren wollen: Die Schwäche der deutschen Wirtschaft sei nicht nur konjunkturell, sondern strukturell bedingt. Seit 2019 dümpelt die einstige Exportnation vor sich hin. Die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Industriegüter sinke kontinuierlich, der demografische Wandel verschärfe die Lage zusätzlich. Eine Diagnose, die offen ausspricht, was Berliner Politiker nur ungern hören wollen.
Die Sozialversicherungsbeiträge steigen unaufhörlich, weil die Einnahmen nicht mit den Ausgaben Schritt halten können. Höhere Beitragssätze bedeuten geringere Nettoeinkommen, weniger Konsum, sinkende Erwerbsanreize. Gleichzeitig steigen die Arbeitskosten der Unternehmen, was Beschäftigung und Investitionen erstickt. Eine klassische Abwärtsspirale, aus der ein Entkommen immer schwieriger wird.
Die Vorschläge der Weisen – Licht und Schatten
Die Ideen des Sachverständigenrats zur Problemlösung lesen sich wie ein Sammelsurium an Reformvorschlägen, von denen einige durchaus vernünftig erscheinen, andere wiederum die Handschrift ideologischer Tagesträumereien tragen. Vorgeschlagen werde unter anderem, den Rentenanstieg über eine Stärkung des Nachhaltigkeitsfaktors zu dämpfen und die kapitalgedeckte Altersvorsorge auszubauen. Auch eine längere Erwerbsphase und Reformen zur Steigerung der Produktivität stünden auf der Liste.
Weniger nachvollziehbar erscheint hingegen die Forderung nach Abschaffung des Ehegattensplittings – ein Angriff auf die traditionelle Familie, der den Eindruck erweckt, als wolle man ausgerechnet jene Lebensentwürfe steuerlich bestrafen, die seit Generationen den gesellschaftlichen Kitt unseres Landes bilden. Auch höhere Steuern oder Mindestpreise auf Tabak, Alkohol und zuckerhaltige Lebensmittel sowie Werbeeinschränkungen klingen nach Bevormundungsstaat in Reinkultur. Der mündige Bürger? Offenbar nicht mehr vorgesehen.
Die unbequeme Wahrheit
Die Krux ist: Die deutsche Wirtschaft krankt nicht an Trump oder Putin, sondern an einer Politik, die jahrelang die falschen Prioritäten gesetzt hat. Energiewende ohne Plan, Migrationspolitik ohne Steuerung, eine ausufernde Bürokratie, eine Steuer- und Abgabenlast, die international ihresgleichen sucht. Hinzu kommt eine demografische Entwicklung, die seit Jahrzehnten absehbar war, ohne dass auch nur eine Bundesregierung wirklich gegengesteuert hätte.
Das schuldenfinanzierte Strohfeuer der Großen Koalition unter Merz und Klingbeil wird die fundamentalen Probleme nicht lösen. Es wird sie verschleppen, sie überdecken und am Ende eine noch größere Last für kommende Generationen hinterlassen. Die Zinsen für die Schuldenberge werden Steuerzahler über Jahrzehnte hinweg bedienen müssen, während die Inflation die Kaufkraft der Bürger weiter aushöhlt.
Was bleibt dem Bürger?
In einem Umfeld aus stagnierender Wirtschaft, steigender Abgabenlast, ausufernder Staatsverschuldung und einer Inflation, die in der offiziellen Statistik gerne schöngerechnet wird, stellt sich für jeden vernünftigen Anleger die Frage nach realer Vermögenssicherung. Geopolitische Spannungen, gestörte Lieferketten und ein Vertrauensverlust in staatliche Institutionen sprechen seit jeher für die zeitlosen Werte. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrtausende hinweg bewiesen, dass sie auch in stürmischen Zeiten ihre Funktion als Vermögensspeicher erfüllen. Als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio sind sie für viele Anleger gerade in einer Phase wirtschaftlicher Unsicherheit ein stabilisierender Anker.
Hinweis: Dieser Artikel stellt ausdrücklich keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion auf Basis der verfügbaren Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und seine Anlageentscheidungen in eigener Verantwortung zu treffen. Eine Haftung für etwaige Vermögensschäden, die aus Entscheidungen auf Grundlage dieses Beitrags resultieren, wird ausgeschlossen.

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