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Kettner Edelmetalle
27.07.2026
09:36 Uhr

Wohnen als Luxusgut: Jeder achte Mieter lebt am finanziellen Abgrund

Es ist ein Befund, der eigentlich jede Regierung in Alarmstimmung versetzen müsste: 12,2 Prozent der deutschen Mieter geben freiheraus zu, dass sie sich ihre eigene Wohnung schlicht nicht mehr leisten können. Nicht "knapp", nicht "mit Mühe" – sondern gar nicht. Eine repräsentative Erhebung von YouGov im Auftrag der Postbank, für die Anfang Juli 2026 insgesamt 1.109 Mieter befragt wurden, legt offen, was Millionen Menschen zwischen Flensburg und Rosenheim jeden Monat am Kontoauszug ablesen können.

Vom Grundbedürfnis zum Rechenexempel

Fast die Hälfte der Befragten könne die Wohnkosten nur noch "gerade so" tragen. Lediglich etwas mehr als ein Drittel sagt, es reiche komfortabel. Vor drei Jahren, in der Vergleichsumfrage von 2023, lag dieser Anteil noch bei über 44 Prozent. Ein Absturz um rund zehn Prozentpunkte in drei Jahren – das ist keine Statistikschwankung, das ist ein Trend mit Ansage.

Der Chefanlagestrateeg für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, zu der die Postbank gehört, formuliert es ungewöhnlich unverblümt für einen Bankvertreter: Wohnen werde für immer mehr Mieter zu einer finanziellen Zumutung. Die Ergebnisse zeigten, wie weit die Lebenswirklichkeit von Mietern und Eigentümern inzwischen auseinandergedriftet sei.

Wenn ein Grundbedürfnis wie das Dach über dem Kopf zum größten Posten im Haushaltsbudget wird, dann ist etwas grundlegend faul – nicht am Markt, sondern an der Politik, die ihn seit Jahren mit Vorschriften, Auflagen und Energiewende-Fantasien erdrosselt.

Die 30-Prozent-Regel ist längst Makulatur

In der Finanzberatung gilt seit Jahrzehnten die Faustregel: maximal 30 Prozent des Nettoeinkommens für das Wohnen. Rund 60 Prozent der Befragten liegen darüber. Bei knapp einem Drittel frisst die Miete samt Nebenkosten mindestens 40 Prozent des verfügbaren Einkommens. Wer so kalkulieren muss, hat für Rücklagen, Altersvorsorge oder auch nur den kaputten Kühlschrank keinen Puffer mehr.

Und die Nebenkosten? Sie sind zur zweiten Miete geworden – ein Ergebnis von CO₂-Bepreisung, Heizungsgesetzgebung, Sanierungszwängen und einer Energiepolitik, die den Industriestandort Deutschland ebenso teuer macht wie den Wohnungsmarkt. Das alles kam nicht über Nacht. Das wurde beschlossen. In Berlin. Von Politikern, die selbst selten Sorge um die Nebenkostenabrechnung haben.

Wenn nur noch das Erbe hilft

Fast jeder zweite Mieter würde lieber in eigenen vier Wänden leben. Doch der Weg dorthin sei versperrt, größte Hürde: fehlendes Eigenkapital. Besonders entlarvend ist ein weiteres Ergebnis: Von den insgesamt 2.016 Befragten meint fast die Hälfte, Wohneigentum sei am ehesten durch ein Erbe erreichbar. Nicht durch Arbeit. Nicht durch Fleiß. Sondern durch Erbschaft.

Das ist die Bankrotterklärung eines Aufstiegsversprechens. Wer arbeitet, spart und Steuern zahlt, kommt nicht mehr an. Wer erbt, kommt an. Deutschland hat sich, ohne es je zu beschließen, eine Klassengesellschaft nach altem Muster zurückgeholt – Eigentümer und Mieter, getrennt durch eine Schere, die sich weiter öffnet.

Die eigentliche Frage: Was hält den Wert?

Zwei Ursachen laufen hier zusammen. Erstens ein Angebot, das durch Bürokratie, Bauvorschriften und Grundstückspreise künstlich verknappt wird. Zweitens eine Geldpolitik, die über Jahre Vermögenswerte aufgeblasen und die Kaufkraft der Löhne stillschweigend entwertet hat. Das geplante 500-Milliarden-Sondervermögen und die im Grundgesetz verankerte Klimaneutralität bis 2045 dürften diesen Effekt kaum abschwächen, sondern ihn verstärken – finanziert über Schulden, deren Zinsen künftige Generationen tragen. Und das von einer Regierung, deren Kanzler versprochen hatte, keine neuen Schulden zu machen.

Wer sein Erspartes schützen will, muss deshalb fragen, was einer schleichenden Geldentwertung standhält. Physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie Kaufkraft konservieren – ohne Mieter, ohne Sanierungspflicht, ohne Grundsteuer, ohne Bürokratie. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portefeuille kann eine solche Substanz jenen Stabilitätsanker bieten, den die Politik nicht mehr liefert.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ersetzt auch keine Steuer- oder Rechtsberatung. Die geschilderten Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Leser ist verpflichtet, eigene Recherchen anzustellen und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für steuerliche und rechtliche Fragen wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten Berater.

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