
Wolfram-Rausch: Wenn ein Milliardär auf das seltenste Kriegsmetall der Welt setzt

Es sind Meldungen wie diese, die aufhorchen lassen. Während in Deutschland noch immer über Lastenfahrräder und die richtige Gendersternchen-Setzung diskutiert wird, greifen andernorts kühle Rechner nach den wahren Schätzen dieser Welt. Der australische Bergbau-Milliardär Andrew Forrest, Gründer und Chef des Eisenerz-Giganten Fortescue, hat sich einen satten Anteil von 16,8 Prozent am Wolfram-Produzenten EQ Resources gesichert. Der Preis: rund 190 Millionen australische Dollar, umgerechnet etwa 133 Millionen US-Dollar. Wer glaubt, das sei ein Zufall, der irrt gewaltig.
Ein Aktienkurs, der explodiert
Die Reaktion an der Börse in Sydney ließ nicht lange auf sich warten. Die Aktie von EQ Resources schoss am Montag um satte 34 Prozent nach oben – ein Kurssprung, von dem deutsche Anleger in ihren verzagten DAX-Werten nur träumen können. Übernommen wurden dabei 862,1 Millionen Aktien sowie 35,6 Millionen Optionen aus dem Bestand von Oaktree Capital, das seine gesamte Beteiligung abstieß. Ein Verkäufer, der geht, ein Milliardär, der kommt: Der Markt weiß, wem er hier eher folgen sollte.
Warum ausgerechnet Wolfram?
Die Antwort ist so simpel wie brisant. EQ Resources kontrolliert eine der größten operativen Wolfram-Plattformen außerhalb Chinas. Und Wolfram – auf Englisch pikanterweise "Tungsten" genannt – ist kein gewöhnliches Metall. Es steckt in panzerbrechender Munition, in Bauteilen der Luft- und Raumfahrt, in Schneidwerkzeugen, in Elektronik und in der Halbleiterfertigung. Kurzum: Es ist ein strategischer Rohstoff, ohne den moderne Industrie und moderne Verteidigung schlicht nicht funktionieren. Wer Wolfram kontrolliert, kontrolliert ein Stück weit die Zukunft.
Bloomberg wies darauf hin, dass Australien außerhalb Chinas über die weltweit größten Wolfram-Reserven verfüge und rund 80 Prozent der globalen Produktion außerhalb des Reichs der Mitte stelle. Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass hier ein geopolitisches Machtspiel im Gange ist.
China zieht die Daumenschrauben an
Und genau hier wird es spannend. Der Wolfram-Preis in Europa erreichte nach einer einjährigen Rallye ein neues Allzeithoch von 3.025 US-Dollar pro Tonne. Der Grund? Peking hat bestimmte Wolfram-Produkte auf seine Exportkontrollliste gesetzt. Ein klassischer Schachzug: China nutzt seine Rohstoffmacht wie eine Waffe – und der Westen, allen voran das energiepolitisch entkernte Deutschland, schaut mit offenem Mund zu.
"In meinen zwölf Jahren im Rohstoffgeschäft, in denen ich mit vielen seltsamen und wunderlichen Metallen zu tun hatte, habe ich noch nie einen Markt gesehen, der so eng ist wie der Wolfram-Markt gerade jetzt – vielleicht abgesehen von Lithium im Jahr 2021", so ein Rohstoffexperte gegenüber Bloomberg.
Hinzu kämen die beschleunigte Bevorratung außerhalb Chinas sowie die kriegsbedingte Nachfrage, die den physischen Markt regelrecht auspresse. Wer wollte, könnte hier ein Muster erkennen: Physische Rohstoffe, echte Substanz, greifbare Werte – während Papiervermögen und ETF-Konstrukte im Ernstfall so wertlos werden können wie ein Wahlversprechen der letzten Bundesregierung.
Was der deutsche Anleger daraus lernen sollte
Die Lehre aus dieser Meldung reicht weit über einen einzelnen australischen Milliardär hinaus. Sie zeigt, wohin das kluge Kapital fließt: nicht in überbewertete Aktien-Blasen oder fragwürdige Immobilienmärkte, sondern in knappe, physische Rohstoffe mit realem, strategischem Wert. Was für Wolfram gilt, gilt seit Jahrtausenden für die Königsmetalle Gold und Silber – begrenzt in ihrer Menge, unabhängig von politischer Willkür und in Krisenzeiten der letzte verlässliche Anker eines jeden Vermögens.
Während die Notenpressen der Zentralbanken heißlaufen und Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden Euro die künftigen Generationen in Schuldknechtschaft treiben, bleibt eines gewiss: Wer sein Vermögen in Sachwerten sichert, schläft ruhiger. Physisches Gold und Silber gehören als solide Beimischung in jedes breit gestreute Portfolio – als stiller Wächter gegen Inflation und politische Unvernunft.
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