
Yuan-Streit eskaliert: Peking weist Europas Vorwürfe scharf zurück!

Die chinesische Zentralbank geht in die Offensive. Am Donnerstag, dem 8. Oktober, legte die People's Bank of China (PBOC) ein Positionspapier zum Yuan-Wechselkurs vor. Darin heißt es, China habe es weder nötig, seine Währung zur Exportförderung abzuwerten, noch habe es das jemals bewusst getan. Am selben Tag begann eine neue Runde der Handelsgespräche zwischen China und der EU.
Die Botschaft an Brüssel ist deutlich. Wer Peking Währungsmanipulation vorwerfe, so die Notenbank, drücke sich vor der eigenen Verantwortung.
Ein Papier zur besten Sendezeit
Zufall? Wohl kaum. In Europa werden die Rufe nach einem stärkeren Yuan seit Monaten lauter, weil das Handelsdefizit der EU mit China immer weiter wächst. Peking hat sein Papier offenbar genau so getimt, dass es die Verhandlungen vom ersten Tag an prägt.
Inhaltlich zeigt die PBOC auf andere. Die globalen Ungleichgewichte hingen eng mit der veränderten internationalen Arbeitsteilung, mit grundlegenden Schwächen des Weltwährungssystems und mit dauerhaft hohen Haushaltsdefiziten und hohem Konsum in einigen Ländern zusammen. Übersetzt heißt das: Schuld sind die anderen.
Eine Milliarde Euro Minus am Tag
Die Zahlen zeigen, worum es geht. Medienberichten zufolge erreichte das Handelsdefizit der EU mit China 2025 einen Rekord von 359,9 Milliarden Euro, also rund eine Milliarde Euro pro Tag. Zum ersten Mal hatte jeder einzelne Mitgliedstaat ein Defizit gegenüber China, auch die Exportnation Deutschland.
Und es wird nicht besser. Laut Eurostat lag das Defizit im zweiten Quartal 2026 bei 103 Milliarden Euro. Das ist der höchste Wert seit Herbst 2022. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nannte die Lage zuletzt schlicht nicht tragbar.
Merz will ein neues Plaza-Abkommen
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte nach dem EU-Gipfel am 19. Juni erklärt, eine künstlich niedrig gehaltene Währung verschaffe Vorteile im Wettbewerb. Er schlug Gespräche mit Peking vor und verwies dabei auf das Plaza-Abkommen von 1985. Damals einigten sich die USA, Japan, die Bundesrepublik, Großbritannien und Frankreich darauf, den Dollar gegenüber Yen und D-Mark gezielt abzuwerten.
Ein Bericht einer französischen Regierungsbehörde schätzt die Unterbewertung des Yuan auf 20 bis 25 Prozent. Nach Einschätzung der europäischen Industrie sind chinesische Produkte dadurch 30 bis 40 Prozent billiger als vergleichbare Waren aus Europa. Für den deutschen Mittelstand ist das ein Preiskampf, den er kaum gewinnen kann.
Ein Teil der Probleme ist hausgemacht
Ganz so einfach ist es aber nicht. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft sind die Erzeugerpreise in Deutschland und im Euroraum seit Anfang 2020 um mehr als 35 Prozent gestiegen. In China blieben sie nahezu unverändert. Ein Grund dafür war der Energiepreisschock nach dem russischen Überfall auf die Ukraine.
Alicia García-Herrero von der Brüsseler Denkfabrik Bruegel führt Medienberichten zufolge rund drei Viertel des Verlusts an Wettbewerbsfähigkeit auf diesen Inflationsunterschied zurück. Kritiker sehen darin eine Quittung für jahrelange Fehler in der Energiepolitik. Mit Verhandlungen in Peking lassen sich solche Fehler nicht beheben.
Was der Währungsstreit für Sparer bedeutet
Der Streit zeigt vor allem eines: Papierwährungen sind politische Werkzeuge. Notenbanken lenken Wechselkurse, Regierungen verhandeln über sie, und am Ende tragen Sparer und Unternehmen die Folgen. Wer seine Kaufkraft nicht allein den Interessen von Zentralbanken in Peking, Brüssel oder Frankfurt überlassen will, findet in Gold und Silber eine bewährte Absicherung. Kein Staat kann Edelmetalle per Beschluss abwerten. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sind physische Edelmetalle deshalb eine sinnvolle Ergänzung.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten oder Edelmetallen. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.
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