
ZDF-Politbarometer: AfD zieht auf Rekordabstand davon – Merz' Kabinettsrochade verpufft wirkungslos

Es sind Zahlen, die in den Berliner Regierungszentralen wie ein Alarmsignal wirken müssten – und die man dort dennoch, so scheint es, mit gewohnter Beharrlichkeit ignoriert. Im aktuellen ZDF-Politbarometer erreicht die AfD 28 Prozent und liegt damit fünf Prozentpunkte vor CDU und CSU, die gemeinsam bei 23 Prozent stagnieren. Ein Vorsprung, wie er in dieser Zeitreihe noch nie gemessen wurde.
Das linke Lager rückt zusammen – auf niedrigem Niveau
Die drei Parteien des linken Spektrums liegen dicht beieinander: Die Grünen kommen auf 13 Prozent, SPD und Linke jeweils auf 12 Prozent. Die FDP dümpelt bei vier Prozent und damit unterhalb der Fünfprozenthürde – eine Partei, die einst für Marktwirtschaft und Bürgerrechte stand und heute kaum noch als politischer Faktor wahrgenommen wird.
Besonders bemerkenswert ist ein Detail, das in den Abendnachrichten selten Erwähnung findet: In den lediglich demographisch gewichteten Rohdaten, der sogenannten „Politischen Stimmung", liegt die AfD erstmals gleichauf mit der Union – beide bei 23 Prozent. Normalerweise fällt die AfD in diesen Rohdaten schlechter aus als in der Projektion, weil die Institute anschließend eine politische Gewichtung vornehmen. Der Grund dafür ist entlarvend: Ein erheblicher Teil der AfD-Wähler weigert sich am Telefon, die eigene Präferenz offen zu benennen.
Wenn Bürger in einem freien Land Angst haben, einem anonymen Anrufer ihre Wahlabsicht zu nennen, dann stimmt etwas nicht mit dem politischen Klima – und die Verantwortung dafür tragen jene, die jahrelang Andersdenkende moralisch in die Ecke gestellt haben.
Die Grünen als Dauergast der Überrepräsentation
In der Politischen Stimmung erreichen die Grünen 18 Prozent – ein Wert, der in der Projektion auf 13 Prozent zusammenschmilzt. Wer ehrlich hinschaut, erkennt darin ein strukturelles Muster: Die Partei mit den akademisch geschulten Sprachregelungen ist in Telefonumfragen stets auskunftsfreudiger als der Handwerker, der Mittelständler oder der Rentner, dessen Kaufkraft seit Jahren verdampft. SPD und Linke liegen hier bei jeweils 13 Prozent, die FDP wieder bei vier Prozent, nachdem sie rund ein halbes Jahr überhaupt nicht mehr ausgewiesen worden war.
Personalkarussell statt Politikwechsel
Und die Reaktion des Kanzlers? Eine Kabinettsumbildung. Nina Warken wechselt vom Gesundheitsressort ins Bundeskanzleramt, Carsten Linnemann übernimmt das Gesundheitsministerium, Steffen Bilger das Verkehrsressort. Dazu diverse Verschiebungen auf Staatssekretärsebene und in der Fraktion. Das Ergebnis dieser groß angekündigten Erneuerung: 61 Prozent der Befragten erwarten schlicht überhaupt keine Auswirkungen auf die Arbeit der Bundesregierung.
Noch bitterer für Friedrich Merz: Eine Mehrheit – und zwar auch unter den eigenen Anhängern von CDU und CSU – urteilt, er habe die Neubesetzungen schlecht gemacht. Wer Stühle umstellt, während das Haus brennt, darf sich über den Rauch nicht beschweren.
Warum die Zahlen niemanden überraschen sollten
Die Ursachen liegen offen zutage. Ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das kommende Generationen mit Zinslasten fesselt, obwohl der heutige Kanzler im Wahlkampf noch versprach, keine neuen Schulden aufzunehmen. Eine im Grundgesetz verankerte Klimaneutralität bis 2045, die Industrie und Mittelstand strukturell verteuert. Eine Migrationspolitik, deren Folgen jeder Bürger in Kriminalitätsstatistiken auf Rekordniveau nachlesen kann. Und eine politische Klasse, die auf jede dieser Baustellen mit Kommunikationsstrategien statt mit Kurskorrekturen reagiert.
Der Wähler, so darf man es nach diesen Zahlen sagen, hat verstanden. Ob die Union es auch verstanden hat, darf bezweifelt werden. Solange man dort glaubt, mit Personalrochaden und moralischen Abgrenzungsrhetoriken das Vertrauen zurückzugewinnen, das man in zwanzig Jahren beharrlicher Selbstverleugnung verspielt hat, werden die Politbarometer weiter das erzählen, was sie jetzt schon erzählen.
Was bleibt dem Bürger?
Wer politisch keine schnelle Wende erwarten kann, sollte wenigstens finanziell nicht wehrlos bleiben. Schuldenprogramme, wachsende Sozialausgaben und eine expansive Fiskalpolitik sind seit Jahrhunderten der Nährboden für Geldentwertung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben in solchen Phasen historisch ihre Rolle als wertstabiler Anker bewiesen – als Sachwert außerhalb des Bankensystems und als vernünftige Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.
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