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Zins-Hammer in London: Bank of England zieht die Notbremse!

Zins-Hammer in London: Bank of England zieht die Notbremse!
Symbolbild: KI-generiert

Zum ersten Mal seit 1.190 Tagen hebt die Bank of England die Zinsen an. Am Donnerstag, dem 5. November 2026, hob der geldpolitische Ausschuss der britischen Notenbank den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 4,00 Prozent an. Und Notenbankchef Andrew Bailey deutet bereits an, dass es dabei nicht bleiben muss.

Keine einzige Stimme fürs Abwarten

Das Votum fiel mit 8:1 deutlich aus. Der einzige Abweichler war aber kein Zauderer: Das externe Mitglied Catherine Mann wollte die Zinsen gleich um einen halben Prozentpunkt auf 4,25 Prozent anheben. Für eine Pause hat damit niemand im neunköpfigen Gremium gestimmt. Großbanken wie Goldman Sachs und JPMorgan hatten noch mit einem 7:2 gerechnet, die Deutsche Bank sogar mit 6:3.

Auch die Tauben im Ausschuss haben mitgezogen, wenn auch widerwillig. Alan Taylor sprach von einer Versicherungs-Erhöhung „vorerst“. Bailey selbst erklärte, der Schritt sei nicht als Auftakt einer unvermeidlichen langen Serie zu verstehen. Solange der Nahost-Konflikt aber nicht gelöst sei, scheine es auch nicht die letzte Erhöhung zu sein.

An den Märkten kam die Botschaft an. Medienberichten zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Zinsschritts schon im Dezember inzwischen bei etwa 50 Prozent. Die Rendite zweijähriger britischer Staatsanleihen stieg auf 4,77 Prozent.

Inflationsprognose außer Kontrolle

Der Grund für den Kurswechsel steht im neuen Inflationsbericht. Im September lag die Teuerung bei 3,5 Prozent, nun erwartet die Notenbank einen Höchststand von 4,9 Prozent im zweiten Quartal 2027. Noch im Juli hatte sie mit einer Spitze von 3,2 Prozent gerechnet. So stark korrigiert selbst eine Zentralbank ihre Prognose selten innerhalb eines Quartals.

Treiber ist vor allem die Energie. Die Preisobergrenze der Regulierungsbehörde Ofgem dürfte Anfang 2027 von 1.723 auf rund 2.150 Pfund steigen. Für britische Haushalte bedeutet das ab Januar etwa 25 Prozent höhere Energierechnungen. Im schlimmsten Szenario mit weiteren Eskalationen im Iran-Krieg sieht die Bank die Inflation im dritten Quartal 2027 sogar bei 6,2 Prozent.

Das Öl-Paradox

Die Prognose hat allerdings einen Schönheitsfehler. Sie beruht auf einem Brent-Preis von durchschnittlich 108 Dollar je Barrel. Nach den US-Zwischenwahlen stürzte Brent am Mittwoch um 8,7 Prozent auf 94,62 Dollar ab und fiel damit erstmals seit September unter 100 Dollar. Die Notenbank hat ihre Zinsen also an dem Tag erhöht, nachdem der Ölpreis eingebrochen war. Kritiker dürften fragen, ob die Zahlen schon bei ihrer Veröffentlichung überholt waren.

Entwarnung gibt es trotzdem nicht. Der Iran hat Berichten zufolge den jüngsten Entwurf für ein Kriegsende abgelehnt. Die europäischen Gasspeicher sind unterdurchschnittlich gefüllt, und ein kalter Winter könnte die Preise wieder hochtreiben.

Die Zinswende erreicht Europa

London steht damit nicht allein. Die US-Notenbank Fed hat schon im September erstmals seit Juli 2023 die Zinsen erhöht. Auch die australische Notenbank zieht an. Im Euroraum liegt die Inflation mit 4,0 Prozent auf dem höchsten Stand seit drei Jahren. Damit wächst der Druck auf die EZB.

Für deutsche Sparer ist das eine bittere Wiederholung. Die Notenbanken waren 2021/22 viel zu spät dran, die Inflation hat seitdem Kaufkraft vernichtet, und nun kommt der nächste Preisschub. Gleichzeitig macht Berlin mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen neue Schulden in Rekordhöhe. Ob Zinserhöhungen bei einem reinen Angebotsschock überhaupt helfen, bleibt unter Ökonomen umstritten. Sicher ist aus Sicht unserer Redaktion nur eines: Papiergeld verliert bei Inflationsraten um vier Prozent spürbar an Wert.

Fazit: Vorsorge statt Vertrauen

Ob es bei diesem einen Zinsschritt bleibt oder eine neue Serie beginnt, entscheiden letztlich Ölpreis und Nahost. Die Notenbanken reagieren, statt zu steuern. Gerade in solchen Phasen haben sich physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen bewährt. Sie hängen weder von Zinsprognosen noch vom Versprechen einer Zentralbank ab.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ist keine Anlageberatung. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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