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Kettner Edelmetalle
18.09.2026
05:45 Uhr
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Zins-Hammer in Tokio – und der Yen fällt trotzdem ab!

Zins-Hammer in Tokio – und der Yen fällt trotzdem ab!
Symbolbild: KI-generiert

Die Bank of Japan hat am Freitag ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent angehoben – der höchste Stand seit Jahrzehnten. Doch statt zu steigen, rutschte der Yen ab: USD/JPY kletterte zeitweise um rund 0,7 Prozent auf 157,15. Ein Lehrstück darüber, wie wenig die Lehrbuch-Logik an modernen Finanzmärkten noch zählt.

Straffungstempo wie seit 36 Jahren nicht – und die Märkte gähnen

Medienberichten zufolge beschleunigt Japans Notenbank ihren Straffungskurs damit auf das schnellste Tempo seit 36 Jahren. Überraschend war der Schritt trotzdem nicht: Sämtliche befragten Ökonomen hatten ihn erwartet.

Enttäuscht wurden Anleger von etwas anderem – dem Abstimmungsergebnis. Sieben Ratsmitglieder stimmten dafür, zwei dagegen. Toichiro Asada und Ayano Sato, im Rat als besonders vorsichtig bekannt, verweigerten die Zustimmung. Sofort keimten Zweifel, ob Tokio eine zügige Serie weiterer Zinsschritte durchhalten kann.

Zwei Gegenstimmen – und der Devisenmarkt zieht seine Schlüsse

Der Chefstrateg für Asien-Pazifik bei Wells Fargo, Chidu Narayanan, bewertete die Entscheidung dem Bericht zufolge als nicht restriktiv genug: Die Erklärung sei im Grundton hawkish gewesen, habe die hohen Markterwartungen aber verfehlt. Auch Hirofumi Suzuki von Sumitomo Mitsui Banking macht das geteilte Votum für die Yen-Verkäufe verantwortlich.

Entscheidend werde nun, welche Signale Notenbankchef Kazuo Ueda zum Tempo der weiteren Straffung sende. Bleibt er zögerlich, dürfte der Dollar weiter Boden gewinnen.

Gegenwind kommt zusätzlich aus Washington: Die Fed erhöhte ihre Zinsen in dieser Woche ebenfalls um 25 Basispunkte, Fed-Chef Kevin Warsh signalisierte anschließend einen möglichen weiteren Schritt im Jahresverlauf. Das Zinsgefälle verschiebt sich also gerade nicht so kräftig zugunsten Japans, wie es für eine nachhaltige Yen-Erholung nötig wäre.

Carry Trades atmen auf – die Lunte brennt weiter

Für die globalen Börsen ist der schwache Yen paradoxerweise eine Erleichterung. Bei den sogenannten Carry Trades verschulden sich Investoren billig in Yen und stecken das Geld in höher verzinste Währungen oder Risikoanlagen. Bleibt die Aufwertung aus, bleibt der Auflösungsdruck aus.

Doch von Entwarnung kann keine Rede sein. Steigende Finanzierungskosten in Japan sind Gift für dieses Geschäftsmodell – wer die Marktbeben des Sommers 2024 erlebt hat, weiß, wie schnell ein solcher Handel kippen kann.

Ab 160 wird es für Tokio brenzlig

Homin Lee von Lombard Odier erwartet USD/JPY in den kommenden Monaten zwischen 155 und 160. Eine echte Yen-Rally verlange eine deutlich aggressivere Notenbank – Anzeichen dafür gebe es kaum. Übersteigt der Dollar erneut die 160er-Marke, wächst das Risiko staatlicher Eingriffe. Japan und die USA intervenierten zuletzt erstmals seit 1998 wieder gemeinsam; Tokio setzte dabei binnen eines Monats die Rekordsumme von 15,4 Billionen Yen ein.

„Wir sollten mit weiteren Interventionen Japans und der USA rechnen, wenn der Yen erneut über 160 je Dollar unter Druck gerät“, warnt Neil Newman, Chefstrateg bei Astris Advisory Japan.

Bemerkenswert bleibt: Nach Jahrzehnten der Nullzinsen und einer Staatsverschuldung jenseits aller Vorstellungskraft kann eine der größten Notenbanken der Welt offenbar nicht einmal mehr mit einer Zinserhöhung ihre eigene Währung stützen. Wer sein Vermögen gegen solche Vertrauensbrüche im Papiergeldsystem absichern will, findet in physischem Gold und Silber seit Jahrtausenden eine währungsunabhängige Ergänzung für ein breit gestreutes Portfolio.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung sowie keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Er spiegelt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wider. Jeder Anleger sollte eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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