
Zins-Schock aus Washington: Gold zittert an der 4.000-Dollar-Marke!

Ausgerechnet gute Nachrichten aus der US-Wirtschaft haben den Goldpreis am Donnerstag ausgebremst. Die US-Wirtschaft wuchs im dritten Quartal überraschend stark um 3,4 Prozent, dazu kamen hartnäckige Inflationsdaten. Die Feinunze rutschte daraufhin zeitweise auf rund 3.994 US-Dollar. Silber verlor sogar 2,9 Prozent. Und an den Märkten wird plötzlich wieder auf eine Zinserhöhung der Fed im Dezember gewettet.
Amerikas Konjunktur läuft heiß
An den offiziellen Zahlen gibt es wenig zu deuteln. Aufs Jahr hochgerechnet legte die Wirtschaftsleistung zwischen Juli und September um 3,4 Prozent zu, nach 2,2 Prozent im Vorquartal. Ökonomen hatten Medienberichten zufolge mit 3,2 Prozent gerechnet. Getragen wurde das Plus von Konsum, Staatsausgaben und kräftigen Investitionen, nicht zuletzt in Künstliche Intelligenz.
Gleichzeitig lässt die Teuerung nicht nach. Der PCE-Preisindex stieg im September laut Berichten um 0,5 Prozent zum Vormonat. Das war der stärkste Anstieg seit März. Auf Jahressicht liegt die Inflation bei 3,6 Prozent, die Kernrate, das Lieblingsmaß der Notenbank, kletterte auf 3,1 Prozent. Vom Zwei-Prozent-Ziel ist die Fed damit weit entfernt.
Warum gute Nachrichten schlecht für Gold sind
Das wirkt paradox, aber nur auf den ersten Blick. Eigentlich gilt Inflation als bester Freund des Goldes. Gibt eine robuste Wirtschaft der Notenbank aber Spielraum für höhere Zinsen, zählt plötzlich etwas anderes: die Realrendite.
Steigen die Nominalzinsen schneller als die Inflationserwartungen, bringen US-Staatsanleihen real mehr ein. Gold zahlt dagegen keine Zinsen, und für kurzfristige Finanzinvestoren wird es damit vergleichsweise teurer, Barren zu halten. Zusätzlich verteuert ein festerer Dollar das Metall für Käufer außerhalb der USA. Anleger im Euroraum trifft das weniger hart, weil der Währungseffekt einen Teil des Rückgangs ausgleicht.
Die Fed hatte die Leitzinsen erst am Mittwoch nicht angetastet, wenige Tage vor den US-Zwischenwahlen. Laut CME-FedWatch-Tool sehen die Terminmärkte inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von etwa 75 bis 80 Prozent für eine Zinserhöhung im Dezember.
Tech-Ausverkauf reißt alles mit
Gold fiel gleichzeitig mit den Technologieaktien, und manche Beobachter wundern sich darüber. Ein sicherer Hafen, der zusammen mit der Wall Street nachgibt? Die Erklärung ist einfach. Wenn die Zinsangst umgeht, verkaufen Anleger hoch bewertete Wachstumsaktien und zinslose Sachwerte zur selben Zeit. Wer Verluste im Tech-Depot ausgleichen oder Nachschussforderungen bedienen muss, verkauft, was sich schnell zu Geld machen lässt. Und Gold steht nahe seinen Rekordständen.
Silber reagierte wie üblich mit doppeltem Ausschlag. Die Hoffnung auf mehr Industrienachfrage durch den Boom ging in der Zinssorge völlig unter. Noch härter traf es Bitcoin: Die Kryptowährung fiel Berichten zufolge unter 77.000 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit sechs Wochen. So viel zum Thema „digitales Gold".
Korrektur oder Trendwende?
Marktdaten zufolge steuert Gold im Oktober auf ein Minus von knapp vier Prozent zu. Es wäre der zweite Monatsverlust in Folge. Das Ende des Aufwärtstrends ist das aber nicht unbedingt: Der Markt reagiert auf die Zinsen, nicht auf schwindendes Vertrauen in das Metall.
Entscheidend sind jetzt die Daten zu Arbeitsmarkt und Preisen vor der Fed-Sitzung im Dezember. Bleibt die US-Wirtschaft heiß, dürften die Realrenditen den Goldpreis vorerst bremsen. Schwächt sich das Wachstum dagegen ab, könnte die Zinswette schnell an Schwung verlieren. Dann hätte der übergeordnete Aufwärtstrend wieder Luft.
Für langfristig denkende Sparer ändert ein schwacher Handelstag wenig. In der größten Volkswirtschaft der Welt liegt die Inflation bei 3,6 Prozent, und auch Berlin macht mit seinem 500-Milliarden-Sondervermögen neue Schulden in Rekordhöhe. Physisches Gold und Silber bleiben deshalb eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder Edelmetallen dar. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.
Kostenloses Live-Webinar
Der Great Reset fürs Geldsystem
Was sich bis 2029 an Ihrem Geld ändert und was Sie vorher tun können.

PeterHahne
ErnstWolff
Dr.Brandenburg
Prof. Dr.Polleit
MichaelMross
OutdoorChiemgau
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













