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26.10.2026
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Zinsfalke Warsh: Pause im Oktober, im Dezember droht der Hammer

Zinsfalke Warsh: Pause im Oktober, im Dezember droht der Hammer
Symbolbild: KI-generiert

Die US-Notenbank Fed dürfte bei ihrer Sitzung am 27. und 28. Oktober die Zinsen vorerst nicht antasten. Das erwarten jedenfalls die Analysten der niederländischen Rabobank. Sie rechnen aber mit offenem Widerspruch im Gremium und mit der nächsten Zinserhöhung schon im Dezember. Für Sparer, Schuldner und Märkte bedeutet das: Die Ruhe ist trügerisch.

Drei Abweichler wollen mehr

Der Leitzins liegt aktuell bei 3,75 bis 4,00 Prozent. Erst im September hatte der Offenmarktausschuss (FOMC) die Spanne einstimmig um 25 Basispunkte angehoben. Medienberichten zufolge war es die erste Erhöhung seit 2023 und zugleich die erste geldpolitische Wende unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh, der sein Amt Ende Mai angetreten hat.

Einig ist sich die Fed trotzdem nicht. Laut Rabobank dürften Beth Hammack (Cleveland), Neel Kashkari (Minneapolis) und Lorie Logan (Dallas) wie schon im Juli gegen die Pause stimmen und eine sofortige Erhöhung fordern. Im September-Dotplot sahen vier Teilnehmer bis Jahresende sogar zwei weitere Zinsschritte. Das geht nur, wenn die Fed schon im Oktober handelt.

Schweigen als Waffe

Spannend wird die Pressekonferenz. Warsh lehnt es bisher konsequent ab, Hinweise auf künftige Zinsschritte zu geben. Diese sogenannte Forward Guidance hatte sein Vorgänger noch gepflegt. Die Rabobank erwartet, dass Warsh dabei bleibt, aber ähnlich falkenhaft wie zuletzt in Jackson Hole auftritt.

Er dürfte also betonen, dass sich der zugrunde liegende Inflationstrend nicht spürbar verbessert habe. Eine Zinserhöhung kündigt er damit nicht direkt an, er macht sie aber wahrscheinlicher. Schon im September hatte Warsh die Inflation als „zu hoch … für zu lange" bezeichnet.

Wahlkampf im Hintergrund

Für eine Pause im Oktober nennen die Analysten auch einen politischen Grund. Eine Zinserhöhung wenige Tage vor den Zwischenwahlen am 3. November wäre heikel. Die Partei des Präsidenten verliert bei Midterms traditionell Sitze, und Donald Trump fordert seit Monaten offen niedrigere Zinsen. Die Fed werde natürlich bestreiten, dass die Wahl eine Rolle spielt, heißt es in der Analyse. Das sei auch ihre Pflicht.

Kritiker sehen genau hier das Problem. Wenn eine Notenbank schon den Eindruck politischer RĂĽcksichtnahme erweckt, leidet ihr wichtigstes Kapital: Vertrauen.

Öl, Zölle, Krieg: die Inflation hält sich

Die Ursachen der Teuerung liegen Medienberichten zufolge auf der Hand. Trumps Importzölle, der Energieschock nach Beginn des Kriegs zwischen den USA, Israel und dem Iran sowie ein Investitionsboom rund um Künstliche Intelligenz halten die Preise hoch. Die Fed selbst rechnete im September mit einer PCE-Inflation von 3,7 Prozent zum Jahresende. Ihr Ziel liegt bei 2 Prozent.

Die Rabobank geht wegen der gestiegenen Ă–lpreise davon aus, dass die Verbraucherpreise weiter anziehen. Ihr Basisszenario sieht so aus:

  • Oktober: Pause bei 3,75 bis 4,00 Prozent, mit drei Gegenstimmen
  • Dezember: nächste Erhöhung um 25 Basispunkte
  • 2027: Stillstand, mit Risiko weiterer Erhöhungen
  • März 2028: erste Senkung, bei einer Inflation von dann rund 2,2 Prozent

Die Terminmärkte sind noch aggressiver. Sie preisen ab jetzt etwa drei Zinserhöhungen ein. Den Endpunkt des Zinszyklus sehen die Analysten bei 3,25 bis 3,50 Prozent, also höher, als die Fed selbst erwartet.

Was das fĂĽr Anleger bedeutet

Das zeigt einmal mehr, wie schnell sich Zinsprognosen drehen. Im März rechnete die Fed noch mit Senkungen, ein halbes Jahr später erhöht sie. Wer sein Erspartes nur auf Zinsversprechen oder Papierwerte stützt, ist den Launen von Notenbanken und Politik ausgeliefert. Physisches Gold und Silber sind dagegen von keinem Zentralbankbeschluss und keinem Wahltermin abhängig. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie helfen, Vermögen über unruhige Zeiten zu bringen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt unsere redaktionelle Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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