
81 Jahre nach Auschwitz: Deutschland gedenkt der Holocaust-Opfer – doch haben wir wirklich aus der Geschichte gelernt?

Am 27. Januar jährt sich die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau zum 81. Mal. Ein Tag, der mahnt. Ein Tag, der erschüttert. Ein Tag, der die dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte in Erinnerung ruft. Weltweit werden Kränze niedergelegt, Reden gehalten und Schweigeminuten eingelegt. Doch inmitten all der Gedenkzeremonien drängt sich eine unbequeme Frage auf: Hat Deutschland tatsächlich die richtigen Lehren aus dieser Vergangenheit gezogen?
Kranzniederlegung am Berliner Holocaust-Mahnmal
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt von der CSU wird am Nachmittag in Berlin am Denkmal für die ermordeten Juden Europas einen Kranz niederlegen. An seiner Seite: Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, sowie EU-Innenkommissar Magnus Brunner. Eine würdevolle Zeremonie, keine Frage. Seit 1996 ist der 27. Januar offizieller deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus – ein Datum, das in den Kalender der Republik eingebrannt sein sollte.
Am darauffolgenden Mittwoch wird auch der Deutsche Bundestag der Opfer gedenken. Die Abgeordneten werden sich erheben, werden betroffen blicken, werden die richtigen Worte finden. Doch was geschieht danach? Kehrt man zur Tagesordnung zurück, als wäre nichts gewesen?
Internationales Gedenken von Polen bis Moskau
Im ehemaligen NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im Südwesten Polens findet ebenfalls eine Gedenkfeier statt. Hier, wo über eine Million Menschen – vorwiegend Juden – systematisch ermordet wurden, versammeln sich Überlebende, deren Zahl mit jedem Jahr schwindet, Angehörige und Würdenträger aus aller Welt. Das Europäische Parlament erinnert gleichfalls an die Opfer der Schoa.
Bemerkenswert: Selbst in Moskau werden Diplomaten aus westlichen Ländern zum Holocaust-Gedenken erwartet. Ausgerechnet Moskau, wo derzeit die geopolitischen Spannungen kaum größer sein könnten. Es zeigt, dass manche Erinnerungen über alle politischen Gräben hinweg verbinden – zumindest für einen Tag.
Gedenken allein reicht nicht – Taten müssen folgen
Doch während Deutschland sich in Gedenkzeremonien übt, wächst der Antisemitismus im eigenen Land wieder besorgniserregend an. Jüdische Mitbürger berichten von Anfeindungen auf offener Straße, von Angst, ihre Kippa zu tragen, von einem Klima der Verunsicherung. Die Kriminalitätsstatistiken sprechen eine deutliche Sprache, die von der Politik allzu oft ignoriert wird.
Man fragt sich unweigerlich: Was nützen all die Kränze und Reden, wenn der Staat nicht in der Lage ist, seine jüdischen Bürger im Alltag zu schützen? Was bedeutet „Nie wieder", wenn gleichzeitig eine verfehlte Migrationspolitik Menschen ins Land lässt, die mit antisemitischen Ressentiments aufgewachsen sind? Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz steht vor der gewaltigen Aufgabe, nicht nur zu gedenken, sondern auch zu handeln.
Die Verantwortung der Gegenwart
Das Gedenken an die sechs Millionen ermordeten Juden ist eine heilige Pflicht. Keine Relativierung, keine Verharmlosung darf jemals Platz greifen. Doch wahres Gedenken bedeutet mehr als Rituale. Es bedeutet, die Sicherheit jüdischen Lebens in Deutschland zu garantieren – nicht nur in Sonntagsreden, sondern durch konsequentes staatliches Handeln. Es bedeutet, den Feinden der offenen Gesellschaft entschlossen entgegenzutreten, gleich welcher Herkunft sie sein mögen.
81 Jahre nach Auschwitz sollte Deutschland beweisen, dass es nicht nur die Vergangenheit betrauert, sondern auch die Gegenwart gestaltet. Die Opfer des Holocaust verdienen mehr als Blumen und Schweigeminuten. Sie verdienen ein Deutschland, das ihre Nachkommen schützt.
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