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Kettner Edelmetalle
09.04.2026
06:18 Uhr

Abzocke an der Zapfsäule: Mineralölkonzerne ignorieren Ölpreis-Einbruch – und der Staat schaut zu

Es ist ein Schauspiel, das den deutschen Autofahrer mittlerweile zur Weißglut treiben dürfte: Während der Rohölpreis der Nordseesorte Brent nach der Verkündung eines zweiwöchigen Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran um satte 15 Prozent auf rund 93 Dollar je Fass eingebrochen ist, kennen die Preise an deutschen Tankstellen offenbar nur eine Richtung – nach oben. Ein Liter E10 kostet im bundesweiten Durchschnitt inzwischen 2,208 Euro, ein Liter Diesel schlägt mit unfassbaren 2,471 Euro zu Buche. Wer da noch glaubt, der freie Markt reguliere sich von selbst, der glaubt wohl auch an den Osterhasen.

Das Österreich-Modell: Gut gemeint, schlecht gemacht

Seit dem 1. April dürfen Tankstellen in Deutschland ihre Preise nur noch einmal täglich – um 12 Uhr mittags – anheben, dürfen sie danach aber beliebig oft senken. Das sogenannte Österreich-Modell sollte den Verbraucher schützen, Transparenz schaffen und die berüchtigten Preissprünge im Tagesverlauf eindämmen. Klingt vernünftig. In der Praxis jedoch haben die Mineralölkonzerne diese Regulierung mit der Eleganz eines Taschenspielertricks ausgehebelt.

Der ADAC spricht Klartext und erklärt die 12-Uhr-Regel schlicht für gescheitert. Zwischen 11:45 Uhr und 12:15 Uhr verteuerte sich Superbenzin E10 um 5,7 Cent pro Liter, Diesel um 5,3 Cent. Gegenüber der Vorwoche legte Diesel sogar um 13,1 Cent je Liter zu, Super E10 um 8,1 Cent. Und das bei einem vergleichbaren Ölpreis an beiden Stichtagen. Man muss kein Wirtschaftsprofessor sein, um zu erkennen, dass hier etwas gewaltig stinkt.

Risikoaufschläge als Lizenz zum Gelddrucken

Die Erklärung des ADAC ist so simpel wie ernüchternd: Die Mineralölkonzerne hätten auf die eingeschränkte Flexibilität bei Preisanpassungen mit massiven Risikoaufschlägen reagiert. Mit anderen Worten – weil sie die Preise nur noch einmal am Tag erhöhen dürfen, schlagen sie gleich morgens so kräftig drauf, dass es für den ganzen Tag reicht. Und noch ein bisschen mehr. Die Preise seien vollständig vom tatsächlichen Ölpreis abgekoppelt, konstatiert der Automobilclub. Ohne ein hartes Eingreifen des Bundeskartellamtes bleibe das Österreich-Modell „zahnlos".

Zahnlos – das ist ein Wort, das die deutsche Regulierungspolitik der vergangenen Jahre treffend beschreibt. Ob Energiepreise, Mietmarkt oder eben Spritkosten: Immer wieder werden mit großem Tamtam neue Regeln eingeführt, die dann an der Realität zerschellen wie Porzellan auf Granit. Die Leidtragenden sind stets dieselben: Pendler, Handwerker, Familien auf dem Land – kurz, jene Bürger, die auf das Auto angewiesen sind und keine Alternative haben.

Die Unionsfraktion fordert Konsequenzen – aber reicht das?

Immerhin hat nun auch die Unionsfraktion im Bundestag ein Eingreifen des Bundeskartellamts gefordert. Dessen Präsident Andreas Mundt solle die Preisgestaltung an den Tankstellen konsequent prüfen und unzulässige Aufschläge sofort unterbinden. Das klingt entschlossen. Doch wer die Geschichte deutscher Kartellverfahren kennt, weiß: Zwischen Forderung und Durchsetzung liegen oft Welten. Die Mineralölbranche ist ein Oligopol weniger Großkonzerne, die seit Jahrzehnten verstanden haben, wie man regulatorische Hürden elegant umschifft.

Man fragt sich unweigerlich: Warum hat die Politik nicht von Anfang an härtere Instrumente gewählt? In anderen europäischen Ländern wird deutlich entschiedener durchgegriffen. Frankreich etwa diskutiert bereits konkrete Preissenkungen von fünf bis zehn Cent pro Liter, sollte sich der Ölpreis bei 93 bis 95 Dollar stabilisieren. In Deutschland hingegen wartet man ab, beobachtet, prüft – und der Bürger zahlt.

Ein Hoffnungsschimmer – oder nur ein Strohfeuer?

Fairerweise muss man einräumen, dass es auch ein positives Signal gibt: Der Preisanstieg am 8. April war der bisher niedrigste seit Einführung der 12-Uhr-Regel. In der Vorwoche hatten die Mittagssprünge teilweise mehr als zehn Cent betragen, nun fiel die Erhöhung deutlich geringer aus. Auch die Durchschnittspreise um 12:15 Uhr lagen niedriger als am Vortag – bei E10 um knapp drei Cent, bei Diesel um gut drei Cent.

Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer äußerte gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung die Erwartung, dass die niedrigeren Ölpreise letztlich an die Verbraucher weitergegeben würden. Allerdings mahnte sie zur Geduld: Preiserhöhungen kämen stets schnell, Senkungen dagegen ließen in der Regel einige Tage auf sich warten. Eine Binsenweisheit, die jeder Autofahrer aus leidvoller Erfahrung bestätigen kann. Auch das Bundeskartellamt räumte ein, dass sinkende Rohöl- und Großhandelspreise an den Tankstellen meist nur mit erheblicher Verzögerung ankämen.

Die eigentliche Frage: Wer schützt den Bürger?

Was diese Episode einmal mehr offenbart, ist das fundamentale Versagen staatlicher Preisregulierung in einem Markt, der von wenigen Großkonzernen dominiert wird. Die Bundesregierung unter Friedrich Merz hat mit dem Spritpreis-Paket einen Anlauf genommen, der in der Theorie nachvollziehbar war. Doch die Umsetzung zeigt exemplarisch, was passiert, wenn man Regulierung ohne scharfe Sanktionsmechanismen einführt: Die Konzerne passen ihre Strategie an, der Verbraucher bleibt auf der Strecke.

Dabei trifft die Spritpreis-Explosion die deutsche Wirtschaft in einer ohnehin fragilen Phase. Die Inflation frisst die Kaufkraft auf, das 500-Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur wird die Staatsschulden weiter in die Höhe treiben, und die Energiekosten bleiben ein strukturelles Problem, das Deutschland im internationalen Wettbewerb zunehmend belastet. Wer in dieser Situation an der Zapfsäule geschröpft wird, hat weniger Geld für Konsum, für Investitionen, für die Familie. Es ist ein Teufelskreis, den die Politik durchbrechen müsste – aber offenkundig nicht durchbrechen kann oder will.

„Hoch gehen die Preise immer schnell, die Absenkung dauert in der Regel einige Tage." – Wirtschaftsweise Monika Schnitzer

Ob die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran von Dauer sein wird, ist derzeit völlig unklar. Die Lage an den Rohstoffmärkten bleibt, wie Schnitzer betonte, „sehr volatil". Für den deutschen Autofahrer bedeutet das: Hoffen auf sinkende Preise, aber besser nicht darauf wetten. In Zeiten wie diesen, in denen geopolitische Krisen die Energiemärkte durchschütteln und die heimische Politik mit stumpfen Instrumenten hantiert, zeigt sich einmal mehr der Wert krisenfester Sachwerte. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Schutz gegen Kaufkraftverlust und wirtschaftliche Unsicherheit bewährt – eine Erkenntnis, die angesichts der aktuellen Lage aktueller denn je erscheint.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir empfehlen, sich bei Bedarf an einen qualifizierten Finanzberater zu wenden. Für Anlageentscheidungen und deren Folgen übernehmen wir keinerlei Haftung.

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