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Kettner Edelmetalle
17.03.2026
08:48 Uhr

Ausverkauf der Commerzbank: Italiens UniCredit greift nach deutschem Bankenjuwel – Zehntausende Jobs auf der Kippe

Was sich seit Monaten wie ein schleichendes Manöver anfühlte, nimmt nun die Konturen einer feindlichen Übernahme an. Die italienische Großbank UniCredit will ihren Anteil an der Commerzbank auf über 30 Prozent aufstocken – mit einem Angebot von satten 35 Milliarden Euro. Die Gewerkschaft Verdi schlägt Alarm, die Commerzbank-Chefin zeigt sich brüskiert, und einmal mehr stellt sich die Frage: Wer schützt eigentlich noch deutsche Wirtschaftsinteressen?

Verdi warnt vor Kahlschlag: Bis zu 10.000 Arbeitsplätze bedroht

Die Worte von Jan Duscheck, Bundesfachgruppenleiter Bankgewerbe bei Verdi, könnten kaum deutlicher sein. Der Übernahmeversuch sei „feindlich und geschäftsschädigend", man werde sich „mit allen Mitteln dagegen wehren". Duscheck warnt vor dem Verlust von bis zu 10.000 Stellen – vor allem in den Zentralen in Frankfurt und München sowie in den Servicegesellschaften. Auch das Filialnetz könnte durch Überschneidungen ausgedünnt werden.

Wer die Geschichte von Bankenfusionen kennt, weiß: Doppelstrukturen werden abgebaut. Immer. Das ist keine Panikmache, sondern bittere Erfahrung. Wenn zwei Großbanken verschmelzen, braucht man keine zwei IT-Abteilungen, keine zwei Rechtsabteilungen, keine zwei Compliance-Teams. Die Leidtragenden sind stets die Mitarbeiter – und in diesem Fall wären es deutsche Mitarbeiter.

UniCredit spielt auf Zeit – und nutzt juristische Schlupflöcher

Besonders pikant ist die Begründung der Italiener. Man strebe „derzeit nicht an, die Kontrolle über die Commerzbank zu übernehmen", heißt es aus Mailand. Das Angebot diene lediglich dazu, die im deutschen Übernahmerecht bestehende 30-Prozent-Hürde zu überwinden und einen „konstruktiven Dialog" zu fördern. Ein konstruktiver Dialog? Man darf sich fragen, wie konstruktiv ein Gespräch sein kann, das mit einem milliardenschweren Übernahmeangebot beginnt, das – wie Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp unmissverständlich klarstellte – „nicht mit uns abgestimmt" sei.

Orlopp kritisierte zudem, dass das erwartete Umtauschverhältnis „faktisch keine Prämie für unsere Aktionäre" enthalte. Mit anderen Worten: Die UniCredit will die Commerzbank zum Schnäppchenpreis einverleiben. Ein Affront, der an die Dreistigkeit erinnert, mit der ausländische Investoren in den vergangenen Jahren immer wieder nach deutschen Traditionsunternehmen gegriffen haben.

Ein schleichender Einstieg seit Ende 2024

Die UniCredit war bereits Ende 2024 in großem Stil bei der Commerzbank eingestiegen. Derzeit hält sie nach eigenen Angaben eine direkte Beteiligung von rund 26 Prozent sowie weitere vier Prozent über Finanzderivate. Dass die Bank nun die 30-Prozent-Schwelle überschreiten will, war absehbar – und dennoch scheint die Politik einmal mehr überrascht zu tun. Dabei hätte man längst Vorkehrungen treffen können. Hätte man wollen.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Commerzbank derzeit ein Aktienrückkaufprogramm durchführt. Durch die Reduzierung der im Umlauf befindlichen Aktien steigen automatisch die Anteile der verbleibenden Aktionäre – ein Mechanismus, den die UniCredit geschickt als Argument für ihr Übernahmeangebot nutzt. Die Angebotsunterlagen sollen Anfang Mai veröffentlicht werden, die Annahmefrist beträgt dann vier Wochen. Die Europäische Zentralbank und das Bundeskartellamt prüfen die Pläne.

Wo bleibt der Schutz deutscher Wirtschaftsinteressen?

Man muss kein Wirtschaftspatriot sein, um bei diesem Vorgang ein mulmiges Gefühl zu bekommen. Die Commerzbank ist nicht irgendeine Bank. Sie ist ein systemrelevantes Institut, ein Pfeiler des deutschen Mittelstandsgeschäfts, ein Arbeitgeber für Zehntausende. Dass eine ausländische Großbank sich Stück für Stück in die Eigentümerstruktur frisst, ohne dass die Politik entschlossen gegensteuert, wirft ein bezeichnendes Licht auf den Zustand der deutschen Wirtschaftspolitik.

Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hätte hier die Gelegenheit, ein Zeichen zu setzen. Doch bislang herrscht auffälliges Schweigen aus Berlin. Dabei wäre es an der Zeit, klare Kante zu zeigen – nicht aus Protektionismus, sondern aus wohlverstandenem nationalem Interesse. Frankreich würde eine vergleichbare Übernahme einer seiner Großbanken niemals tatenlos hinnehmen. In Deutschland hingegen scheint man sich damit abgefunden zu haben, dass Schlüsselindustrien und Finanzinstitute nach und nach in ausländische Hände wandern.

Verdi-Mann Duscheck hat recht, wenn er sagt, UniCredit unterschätze die deutsche Mitbestimmung. Doch Mitbestimmung allein wird nicht reichen, wenn die politischen Rahmenbedingungen eine solche Übernahme ermöglichen. Es braucht den politischen Willen, deutsche Wirtschaftsinteressen zu verteidigen – bevor es zu spät ist.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Aktien, Bankbeteiligungen oder andere Finanzprodukte sind mit Risiken verbunden. Jeder Anleger ist selbst dafür verantwortlich, sich umfassend zu informieren und eigenständige Anlageentscheidungen zu treffen. Wer sein Vermögen langfristig absichern möchte, sollte physische Edelmetalle wie Gold und Silber als stabilisierende Beimischung in einem breit diversifizierten Portfolio in Betracht ziehen.

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