
Baerbocks neue Bühne: Wie die Ex-Außenministerin den USA Lektionen in Grenzöffnung erteilen will

Man hätte glauben können, mit dem Wechsel von Berlin nach New York sei wenigstens für deutsche Steuerzahler ein wenig Ruhe eingekehrt. Doch weit gefehlt. Annalena Baerbock, einst Bundesaußenministerin und nunmehr Präsidentin der UN-Generalversammlung, hat ein neues Lieblingsthema entdeckt: die Einreisepolitik der Vereinigten Staaten. Anlass ihrer jüngsten Belehrung ist – man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen – ein somalischer Schiedsrichter.
Ein Schiedsrichter mit Terrorverdacht und die Empörung aus New York
Worum geht es konkret? Dem somalischen Unparteiischen Omar Artan wurde die Einreise in die USA zur dort stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaft verweigert. Die Begründung der amerikanischen Behörden: mutmaßliche Verbindungen zu Terrororganisationen. In einem Fußballpodcast namens „Calcio d'Oro“ machte Baerbock ihrem Unmut Luft und meinte sinngemäß, in einem solchen Moment könne man eben nicht mehr neutral bleiben oder schweigen.
Man reibt sich die Augen. Ausgerechnet jene Politikerin, die in Deutschland für eine Asyl- und Migrationspolitik der weit geöffneten Tore stand, möchte nun den Amerikanern erklären, dass sie ihre eigenen Sicherheitsbedenken gefälligst hintanstellen sollen. Die FIFA, so forderte Baerbock, müsse aktiv werden, um zu zeigen, dass sie zu ihren eigenen Regeln stehe.
Wenn die Grenzöffnerin Grenzsicherung kritisiert
Es liegt eine besondere Ironie darin, dass Baerbock sich nun zur Anwältin offener Tore aufschwingt. Während ihrer Amtszeit als Außenministerin wurde Deutschland mit sogenannten „Ortskräften“ aus Afghanistan versorgt – teils, so der Vorwurf vieler Kritiker, trotz expliziter Warnungen der Sicherheitsbehörden. Die Vorstellung, dass ein souveräner Staat das Recht haben könnte, Personen mit Terrorverdacht die Einreise zu verweigern, scheint für eine deutsche Grünen-Politikerin nur schwer erträglich.
Dass es tatsächlich Länder gibt, die nicht einfach jeden hereinwinken – schon gar nicht bei konkretem Verdacht –, mag für Teile des Berliner Establishments unvorstellbar sein. Für den Rest der Welt ist es schlicht normale Staatsräson.
Baerbock blieb nicht bei dem Schiedsrichter stehen. Sie monierte auch, dass einzelne Nationalmannschaften bei der Einreise nicht nur gescannt, sondern durchsucht worden seien und sich ungerecht behandelt fühlten. Im Mitgastgeberland Mexiko hingegen seien die Teams „mit Pauken und Trompeten“ empfangen worden – das sei der eigentliche Geist einer Weltmeisterschaft. Auch die Ticketpreise hielt sie für überzogen.
Eine Kritik, die in einen größeren Chor passt
Bemerkenswert ist, dass Baerbock mit ihren Äußerungen in eine bereits laufende Kampagne einstimmt. Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk war zuletzt nicht der Sport, sondern US-Präsident Donald Trump zum Hauptdarsteller des Turniers erkoren worden. Beim ZDF hieß es etwa, die Fußballparty drohe unter dem „Geltungsanspruch der USA“ zu ersticken. Auch Baerbock geht – ohne die US-Regierung beim Namen zu nennen – mit dem Gastgeberland hart ins Gericht.
Man fragt sich unweigerlich, woher die fachliche Expertise für derartige Bewertungen rührt. Diplomatisches Fingerspitzengefühl war nicht unbedingt das Markenzeichen ihrer Amtszeit. Doch die Bühne der UN-Generalversammlung scheint einen unwiderstehlichen Reiz auszuüben, sich zu jedem erdenklichen Thema zu äußern – ob Fußball, Migration oder Grenzsicherung.
Was bleibt: Ein souveräner Staat darf souverän entscheiden
Die nüchterne Wahrheit ist unbequem für all jene, die in der Grenzöffnung ein moralisches Gebot sehen: Die Vereinigten Staaten haben das uneingeschränkte Recht, selbst zu entscheiden, wer ihr Territorium betreten darf – und wer nicht. Dass ein Land konsequent Schaden von der eigenen Bevölkerung abwenden will, ist kein Skandal, sondern erste Pflicht jeder verantwortungsvollen Regierung. Eine Erkenntnis, die in Deutschland bedauerlicherweise jahrelang vermisst wurde, während die Kriminalität auf Rekordniveau kletterte und Messerattacken zum traurigen Alltag wurden.
Vielleicht wäre es ratsam, dass die scheidende UN-Präsidentin – ihre Amtszeit endet im September 2026 – ihre Energie weniger in die Belehrung souveräner Nationen und mehr in die Reflexion über die Folgen ihrer eigenen Politik investierte. Doch das, so steht zu befürchten, wäre wohl zu viel verlangt.
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