Kostenlose Beratung
+49 7930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
04.03.2026
15:51 Uhr

BASF verrät Berliner Belegschaft: Tausende Jobs wandern nach Indien

Was vor zwanzig Jahren als Standortversprechen begann, endet nun als bittere Lektion über die Realität des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Der Chemiegigant BASF hat angekündigt, Arbeitsplätze am Berliner Servicezentrum abzubauen und nach Indien sowie Malaysia zu verlagern. Fast 3.000 Menschen arbeiten am Berliner Standort – wie viele von ihnen ihre Stelle verlieren werden, darüber schweigt sich der Konzern vielsagend aus.

Ein gebrochenes Versprechen

Die Geschichte hat eine besonders bittere Note. Im Jahr 2005 hatten die Beschäftigten einen bemerkenswerten Kompromiss geschlossen: Sie akzeptierten niedrigere Gehälter und längere Arbeitszeiten als im Flächentarifvertrag der Chemieindustrie üblich, damit BASF seine konzerninternen Dienstleistungen in Berlin bündelte – statt sie, wie damals geplant, in die Slowakei auszulagern. Zwei Jahrzehnte lang hielt dieses Arrangement. Nun wird es mit einem Federstrich vom Vorstandstisch gewischt. Die Botschaft an die Belegschaft könnte kaum zynischer sein: Eure Opfer von damals? Vergessen. Eure Loyalität? Wertlos.

Die Gewerkschaft IGBCE erinnert zu Recht an dieses Standortversprechen. Rund 300 Mitarbeiter versammelten sich vor dem BASF-Servicezentrum im Prenzlauer Berg, um gegen die Verlagerungspläne zu protestieren. Sogar Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner erschien persönlich und forderte einen „verantwortungsvollen Umgang" mit den Beschäftigten. Schöne Worte – doch ob sie an der Konzernspitze in Ludwigshafen Gehör finden, darf bezweifelt werden.

Die „Winning Ways"-Strategie: Gewinnen auf Kosten der Belegschaft

Vorstandsvorsitzender Dr. Markus Kamieth und Finanzvorstand Dr. Dirk Elvermann präsentierten kürzlich den Geschäftsbericht für 2025 – und die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Der Umsatz schrumpfte um knapp drei Prozent auf 59,7 Milliarden Euro, das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen fiel von 7,2 auf 6,6 Milliarden Euro. Kein Desaster, gewiss, aber ein Trend, der den Vorstand nervös macht.

Die Antwort des Managements trägt den wohlklingenden Namen „Winning Ways"-Strategie. Man habe sich „auf die Dinge konzentriert, die wir selbst steuern können", erklärte Kamieth. Übersetzt heißt das: Was man nicht steuern kann – die desaströse Energiepolitik, die erdrückende Bürokratie, die explodierenden Standortkosten in Deutschland –, das umgeht man, indem man Arbeitsplätze dorthin verlagert, wo Arbeit billiger ist. Finanz- und Personalservices sollen künftig in einem „globalen Hub" in Indien gebündelt werden, Lieferkettenbereiche wandern nach Kuala Lumpur in Malaysia.

Symptom einer kranken Volkswirtschaft

Man kann BASF für diese Entscheidung kritisieren – und das sollte man auch. Doch wer ehrlich ist, muss den Blick weiten. Was hier geschieht, ist kein Einzelfall, sondern ein Symptom. Deutschland verliert seine Wettbewerbsfähigkeit in atemberaubendem Tempo. Die Energiepreise gehören zu den höchsten weltweit, die Bürokratie erstickt jede unternehmerische Initiative, und die Steuer- und Abgabenlast treibt selbst traditionsreiche Konzerne in die Flucht.

Während früher vor allem Fertigungsjobs ins Ausland wanderten, trifft es nun zunehmend auch qualifizierte Verwaltungstätigkeiten. Das ist eine neue Qualität der Deindustrialisierung – oder besser gesagt: der De-Dienstleistung Deutschlands. Wenn selbst Buchhaltung und Personalwesen nicht mehr wirtschaftlich in Berlin erbracht werden können, dann stimmt etwas Grundlegendes nicht mit den Rahmenbedingungen.

Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hatte versprochen, den Wirtschaftsstandort Deutschland wieder attraktiver zu machen. Doch statt konsequenter Entbürokratisierung und einer Energiepolitik, die den Namen verdient, wurde ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen auf den Weg gebracht, das kommende Generationen mit Schulden belastet. Die Energiewende verschlingt weiterhin Unsummen, ohne dass sich die Wettbewerbsfähigkeit verbessert. Und die Unternehmen? Die stimmen mit den Füßen ab.

Ludwigshafen: Schonfrist bis 2028

Am Stammwerk in Ludwigshafen, dem weltweit größten zusammenhängenden Chemieareal mit rund 33.000 Beschäftigten auf zehn Quadratkilometern, sieht die Lage zumindest kurzfristig etwas besser aus. Eine neue Standortvereinbarung vom Dezember 2025 schließt betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2028 aus. BASF will zudem jährlich rund zwei Milliarden Euro in den Standort investieren. Doch der Teufel steckt im Detail: Die Vereinbarung gilt nur für die BASF SE selbst, nicht für die zahlreichen Tochterunternehmen am Standort. Dort kann weiterhin gekündigt werden.

Für 2026 erwartet der Vorstand keine deutliche Erholung, sondern bestenfalls Stabilität. Der „konsequente Umbau" des Unternehmens soll fortgesetzt werden – ein Euphemismus, der in der Praxis weitere Stellenstreichungen und Verlagerungen bedeuten dürfte.

Ein Weckruf, der verhallen wird

Der Fall BASF Berlin sollte ein Weckruf sein. Nicht nur für die Politik, sondern für die gesamte Gesellschaft. Wenn ein DAX-Konzern es für wirtschaftlicher hält, Dienstleistungen am anderen Ende der Welt erbringen zu lassen, statt in der deutschen Hauptstadt, dann ist das keine unternehmerische Laune – es ist ein vernichtendes Urteil über den Standort Deutschland. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Weckruf gehört wird, ist gering. Zu sehr ist die politische Klasse mit sich selbst beschäftigt, mit Gendersternchen und Klimazielen, während die wirtschaftliche Substanz des Landes Stück für Stück ins Ausland abwandert.

Die Beschäftigten in Berlin, die vor zwanzig Jahren auf Gehalt verzichteten, um ihren Standort zu retten, haben das Nachsehen. Ihre Loyalität wurde mit einem Tritt in den Rücken belohnt. Und die Politik? Die steht am Werkstor, hält Reden – und schaut zu, wie der nächste Baustein des deutschen Wohlstands nach Asien verschifft wird.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen