
Bauernaufstand am Berliner Ring: Landwirte blockieren Autobahn-Auffahrten aus Verzweiflung

Die deutschen Landwirte haben genug. Am 23. Januar werden Traktoren erneut auf den Straßen rollen, diesmal gezielt an fünf Auffahrten des Berliner Rings. Was als Protest gegen das umstrittene Mercosur-Abkommen begann, hat sich längst zu einem Aufschrei einer ganzen Berufsgruppe entwickelt, die sich von der Politik im Stich gelassen fühlt.
Ein Landwirt am Rande der Verzweiflung
Mario Ortlieb, Landwirt aus der Prignitz und einer der Organisatoren der Protestaktion, bringt die Stimmung auf den Punkt:
„So richtig sicher ist hier gar nichts mehr."Diese Worte eines Mannes, der sein Leben der Landwirtschaft gewidmet hat, sollten jeden Politiker in Berlin aufhorchen lassen. Doch tun sie das? Die Erfahrung der vergangenen Jahre lässt daran zweifeln.
Ab sieben Uhr morgens sollen die Auffahrten Oberkrämer, Birkenwerder, Erkner, Potsdam Nord sowie eine weitere Zufahrt blockiert werden. Wohlgemerkt: Es handelt sich um eine angemeldete, zeitlich begrenzte Aktion. Polizei und Rettungskräfte können jederzeit passieren. Die Bauern haben ihre Hausaufgaben gemacht – im Gegensatz zu manch einem Politiker, der die Sorgen der Landwirte seit Jahren ignoriert.
Das Mercosur-Desaster und seine Folgen
Im Zentrum des Protests steht das Mercosur-Abkommen zwischen der EU und südamerikanischen Staaten. Zwar hat das Europäische Parlament das Inkrafttreten vorerst verhindert, indem es den Vertrag zur rechtlichen Prüfung an den Europäischen Gerichtshof verwies. Doch für Ortlieb ist das nur ein Teilerfolg:
„Der große Druck ist erst mal raus. Aber sicher ist da noch gar nichts."
Die Befürchtungen der Landwirte sind mehr als berechtigt. Agrarimporte aus Südamerika, die nicht nach europäischen Standards produziert werden, würden deutsche Bauern in einen unfairen Wettbewerb zwingen. Während hiesige Betriebe strenge Umwelt- und Tierschutzauflagen erfüllen müssen, könnten Billigprodukte aus Übersee den Markt überschwemmen. Eine Politik, die den eigenen Bürgern schadet – man kennt das mittlerweile zur Genüge.
Die CO₂-Abgabe als Sargnagel
Doch Mercosur ist nur die Spitze des Eisbergs. Die CO₂-Abgabe, jenes Lieblingskind grüner Klimapolitik, treibt die Kosten für Diesel und Dünger in schwindelerregende Höhen. Ortlieb rechnet vor:
„Vor Weihnachten habe ich Diesel für 1,20 Euro netto gekauft. Jetzt soll ich für den gleichen Diesel 1,32 Euro zahlen – ohne dass sich am Ölpreis groß etwas geändert hat."
Seine Liquiditätsplanung für 2026 umfasste drei Szenarien. Zwei davon endeten mit deutlichen Verlusten. Im besten Fall, so der Landwirt, komme man mit einem blauen Auge davon. Das ist die bittere Realität deutscher Landwirtschaft im Jahr 2026 – während in Berlin weiterhin über Gendersternchen und Lastenfahrräder debattiert wird.
Zuckerbauern vor dem Aus
Besonders dramatisch ist die Lage der Zuckerbauern im Norden Brandenburgs. Kurz vor Weihnachten erhielten sie die Kündigung ihrer Lieferverträge. Importware drücke die Preise, längere Transportwege rechneten sich nicht mehr. Ab 2027 werden keine Zuckerrüben mehr angebaut. Diese Nachricht wurde den Betroffenen bei einem Essen mitgeteilt – als wäre es eine Nebensächlichkeit.
Gespaltene Bauernschaft schwächt den Protest
Was die Situation zusätzlich erschwert: Die Bauern sprechen nicht mit einer Stimme. Während der Bauernbund Brandenburg die Proteste unterstützt, ruft der Landesbauernverband als größte Standesvertretung nicht zur Teilnahme auf. Es habe keine Abstimmung mit den Initiatoren gegeben, heißt es. Ortlieb, selbst Mitglied beider Organisationen, kritisiert:
„Wir reden seit Jahren. Und immer heißt es, das wird politisch geklärt."
Diese Zersplitterung spielt letztlich nur denjenigen in die Hände, die an einer starken deutschen Landwirtschaft kein Interesse haben. Eine geeinte Bauernschaft wäre ein mächtiger politischer Faktor – genau deshalb scheint man in gewissen Kreisen alles daran zu setzen, diese Einheit zu verhindern.
Protest für Verbraucher und Transparenz
Ortlieb betont, dass es bei den Protesten nicht nur um die wirtschaftliche Lage der Betriebe geht:
„Wir gehen nicht nur für uns Bauern auf die Straße. Wir gehen auch für die Verbraucher."Es geht um die fundamentale Frage, welche Lebensmittel künftig auf deutschen Tellern landen und unter welchen Bedingungen sie produziert wurden.
Transparenz sei entscheidend, so der Landwirt. Verbraucher müssten erkennen können, woher Produkte stammen und nach welchen Regeln sie erzeugt wurden. Erst dann könne jeder selbst entscheiden. Doch genau diese Entscheidungsfreiheit scheint politisch nicht gewollt zu sein.
Der Trecker auf dem Berliner Ring ist längst mehr als ein landwirtschaftliches Gerät. Er ist zum Symbol geworden für den Widerstand gegen eine Politik, die traditionelle Wirtschaftszweige systematisch zerstört und dabei die Interessen der eigenen Bevölkerung mit Füßen tritt. Die Bauern haben verstanden, was viele Politiker noch immer nicht begreifen wollen: Ohne eine starke heimische Landwirtschaft gibt es keine Ernährungssicherheit – und ohne Ernährungssicherheit keine Souveränität.
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