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Kettner Edelmetalle
26.05.2026
05:54 Uhr

BER im Abseits: Wie Berlin bei Langstreckenflügen weiter ins Hintertreffen gerät

BER im Abseits: Wie Berlin bei Langstreckenflügen weiter ins Hintertreffen gerät

Die Hauptstadt Deutschlands gleicht im internationalen Luftverkehr weiterhin einem Provinzflughafen mit Großstadtambitionen. Neue Zahlen des Hauptstadtflughafens BER, die auf Anfrage dreier SPD-Abgeordneter vorgelegt wurden, offenbaren ein peinliches Versäumnis: Tausende Berliner Fluggäste müssen Jahr für Jahr Umwege über Frankfurt, München oder ausländische Drehkreuze in Kauf nehmen, um überhaupt in die Welt zu kommen. Eine fragwürdige Situation, die einer europäischen Metropole nicht würdig ist.

Bangkok führt die Liste der Umweg-Ziele an

Wie der "Tagesspiegel" berichtet, steht Bangkok an der Spitze jener Fernziele, die BER-Passagiere bislang nur mit Zwischenstopps erreichen können. Allein im Jahr 2025 wählten 64.182 Fluggäste vom Hauptstadtflughafen aus den beschwerlichen Umweg in die thailändische Metropole. Rein rechnerisch entspricht diese Zahl einer Direktverbindung mit einem kleineren Langstreckenjet von 200 Sitzplätzen – sechsmal pro Woche. Unter den 25 beliebtesten Langstreckenzielen liegen zwölf in Asien und neun in den Vereinigten Staaten. Die Nachfrage ist also da. Nur das Angebot fehlt.

Politische Forderungen werden lauter

Die Berliner SPD-Abgeordneten Sebastian Schlüsselburg, Jörg Stroedter und Florian Dörstelmann fordern nun deutliche Konsequenzen. Die Bundesregierung müsse als Miteigentümerin des Flughafens unverzüglich dafür sorgen, dass deutlich mehr Non-Stop-Langstreckenverbindungen vom BER aus angeboten würden. Das, wie sie es nannten, "unsägliche Monopol" der Lufthansa in München und Frankfurt müsse endlich gebrochen werden. 35 Jahre nach der Wiedervereinigung sei es inakzeptabel, dass die Hauptstadt noch immer auf das Niveau alter West-Berliner Verhältnisse gedrückt werde.

Ein hausgemachtes Problem mit langer Vorgeschichte

Wer ehrlich auf die Geschichte des BER blickt, erkennt schnell: Das Drama um den Hauptstadtflughafen ist ein Musterbeispiel deutscher Planungsmisere. Neun Jahre Bauverzögerung, Kostenexplosionen von ursprünglich kalkulierten zwei Milliarden Euro auf über sieben Milliarden, technische Mängel ohne Ende. Erst 2020 – Jahre nach dem geplanten Eröffnungstermin – konnte der Flughafen schließlich in Betrieb genommen werden. Diese unrühmliche Vorgeschichte hat tiefe Spuren hinterlassen. Internationale Fluggesellschaften setzen auf verlässliche Drehkreuze, und Verlässlichkeit war beim BER über viele Jahre hinweg ein Fremdwort.

Die Lufthansa und ihr Drehkreuz-Modell

Die Kranich-Airline wickelt ihre Langstreckenverbindungen traditionell über die beiden Drehkreuze Frankfurt und München ab. Berlin spielt in diesem System bestenfalls die Rolle des Zubringers. Ein Modell, das wirtschaftlich aus Sicht der Lufthansa nachvollziehbar sein mag, das aber die Hauptstadt strukturell benachteiligt. Andere europäische Metropolen wie Paris, London, Madrid oder Amsterdam verfügen über breit aufgestellte Langstreckennetze – Berlin hingegen muss sich mit den Brosamen begnügen, die ausländische Airlines wie Qatar Airways, Emirates oder United gnädigerweise auf den deutschen Markt werfen.

Wirtschaftsstandort Berlin unter Druck

Die mangelnde direkte Anbindung an wichtige Wirtschaftszentren ist mehr als nur eine Unannehmlichkeit für Reisende. Sie schadet dem Wirtschaftsstandort. Internationale Konzerne entscheiden auch anhand der Flugverbindungen, wo sie Niederlassungen errichten. Wer als Manager dreimal pro Monat zwischen Berlin und Singapur, Tokio oder Seoul pendeln muss, wählt im Zweifel einen anderen Standort. Es ist die typische deutsche Schwerfälligkeit, die hier durchschlägt: Während andere Länder ihre Hauptstädte mit aller Macht zu globalen Knotenpunkten ausbauen, lässt man in Deutschland die Bundeshauptstadt seit Jahrzehnten ins Hintertreffen geraten.

Was die neue Bundesregierung leisten müsste

Die seit Mai 2025 amtierende Große Koalition aus CDU/CSU und SPD unter Kanzler Friedrich Merz hat einen weiteren Brennpunkt auf ihrer ohnehin überlangen Mängelliste. Dass nun ausgerechnet SPD-Abgeordnete den Finger in die Wunde legen, zeigt, wie verfahren die Lage ist. Statt jedoch milliardenschwere Sondervermögen für ideologische Klimaprojekte zu schnüren, sollte man sich endlich um die infrastrukturellen Kernaufgaben kümmern, die für den Wirtschaftsstandort Deutschland wirklich entscheidend sind. Funktionierende Flughäfen, leistungsfähige Bahnverbindungen, verlässliche Energieversorgung – das wären die Hausaufgaben, die seit Jahren liegen bleiben.

Fazit: Berlin braucht endlich Bewegung am Himmel

Die nun veröffentlichten Zahlen sind ein deutliches Signal: Die Nachfrage nach Direktflügen ab dem BER ist vorhanden, das Potenzial gewaltig. Was fehlt, sind politischer Wille und unternehmerischer Mut. Wenn die Hauptstadt eines der wirtschaftlich bedeutendsten Länder Europas weiterhin als Flughafen zweiter Klasse abgespeist wird, ist das kein Schicksal, sondern das Resultat verfehlter Politik. Anleger, die angesichts solch struktureller Schwächen deutscher Infrastrukturpolitik nach Stabilität für ihr Vermögen suchen, finden in physischen Edelmetallen wie Gold und Silber traditionell einen sicheren Hafen jenseits politischer Fehlsteuerungen – als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögensportfolio.

Hinweis: Der vorliegende Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die geäußerten Einschätzungen geben die Meinung unserer Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist verpflichtet, vor einer Investitionsentscheidung eigene Recherchen anzustellen oder sich von einem qualifizierten Berater beraten zu lassen. Eine Haftung für Anlageentscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, ist ausgeschlossen.

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