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Kettner Edelmetalle
11.05.2026
05:00 Uhr

Berlins verzweifelter Tomahawk-Tanz: Wie Pistorius in Washington um Almosen bettelt

Es ist ein Schauspiel, das selbst hartgesottene Beobachter der deutschen Sicherheitspolitik fassungslos zurücklässt. Während die Bundesregierung jahrelang die Bundeswehr kaputtgespart und durch ideologische Personalpolitik ausgehöhlt hat, soll nun ausgerechnet ein hektischer Einkaufsbummel in Washington die klaffenden Fähigkeitslücken stopfen. Verteidigungsminister Boris Pistorius plant offenbar eine Reise in die US-Hauptstadt, um der Trump-Administration Tomahawk-Marschflugkörper samt der dazugehörigen Typhon-Startsysteme abzukaufen. Das berichtete die Financial Times am Sonntag unter Berufung auf Quellen, die mit der Strategie der Bundesregierung vertraut seien.

Eine Anfrage, die in Washington verstaubt

Die Pikanterie der Lage: Bereits seit Juli des vergangenen Jahres liegt eine offizielle Anfrage Berlins in Washington vor. Eine Antwort? Fehlanzeige. Pistorius wolle, so heißt es im Bericht, sein deutsches Kaufangebot persönlich wiederbeleben. Doch ob der Minister überhaupt einen Termin bei US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bekomme, sei keineswegs sicher. Seit sich das Verhältnis zwischen Donald Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz wegen dessen Kritik am Iran-Krieg merklich abgekühlt habe, herrsche in den transatlantischen Beziehungen Eiszeit.

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums beschränkte sich gegenüber der Financial Times auf die dürre Floskel, die Beschaffung handelsüblich verfügbarer Systeme sei „weiterhin geplant". Die Voranfrage laufe. Mehr Substanz war offenbar nicht zu haben.

Hausgemachte Lücke nach US-Rückzug

Hintergrund der Berliner Anstrengungen ist eine sicherheitspolitische Bauchlandung historischen Ausmaßes. Das Pentagon hatte angekündigt, ein ursprünglich für dieses Jahr in Deutschland vorgesehenes US-Bataillon mit weitreichenden Waffensystemen anderweitig einzusetzen. Hinzu kommt der von Trump verkündete Abzug von 5000 US-Soldaten aus Deutschland. Die ursprüngliche Stationierungszusage stammte noch aus der Biden-Ära und galt als Antwort auf russische Iskander-Raketen in der Exklave Kaliningrad. Doch was unter Biden noch versprochen wurde, ist unter Trump Makulatur.

Pistorius selbst sprach bei einer Bundeswehrübung in Munster offen von einer entstehenden „Fähigkeitslücke". „Es gibt Ideen, aber noch keine Lösung", soll er nach Angaben von Defense News erklärt haben. Ein bemerkenswertes Eingeständnis für ein Land, das in der NATO-Ostflanke eine zentrale Rolle spielt. Drei parallele Wege nannte der Minister: die Modernisierung der Taurus-Marschflugkörper, den Kauf marktverfügbarer Systeme sowie das gemeinsame europäische Programm ELSA mit Frankreich, Italien, Polen, Schweden und Großbritannien. Wann diese europäischen Eigenentwicklungen einsatzbereit seien? Nicht absehbar, räumte Verteidigungsstaatssekretär Kornelius Müller laut Defense News ein.

Die Amerikaner haben selbst nicht genug

Doch hier kommt der ernüchternde Realitätscheck: Selbst wenn Pistorius einen Termin in Washington ergattere, dürfte er mit leeren Händen heimkehren. Merz selbst räumte am Sonntagabend ein, die Verfügbarkeit der Waffen sei ein Problem. Die Amerikaner hätten „derzeit nicht genug für sich selbst", soll der Kanzler gesagt haben. Im Februar hatte das Pentagon einen Sieben-Jahres-Vertrag mit Raytheon geschlossen, um die Produktion hochzufahren – die Bestände waren durch den Krieg mit dem Iran dramatisch geschrumpft.

Carlo Masala, Professor für internationale Politik an der Universität der Bundeswehr in München, äußerte sich gegenüber der Financial Times mehr als skeptisch. Washington werde dem deutschen Kaufantrag nach der Leerung der eigenen Bestände im Iran-Krieg noch weniger zustimmen als zuvor. Japan und die Niederlande warteten ohnehin bereits auf ihre bestellten Tomahawks.

Mit Geld zugeschüttet?

Besonders entlarvend ist eine Aussage, die die Financial Times einer mit dem Vorgang vertrauten Person zuschreibt: Berlin sei möglicherweise bereit, einen kräftigen Aufpreis zu zahlen, um den Kauf zu sichern. Es gebe „die Versuchung, das Problem mit Geld zuzuschütten", zitiert das Blatt die Quelle. Eine zutiefst deutsche Lösungsstrategie: Wenn Planung, Voraussicht und strategische Klugheit versagen, dann wenigstens den Steuerzahler bluten lassen. Bei einem geplanten Kauf von drei Typhon-Startsystemen und 400 Tomahawk-Marschflugkörpern der Variante Block VB – wie Politico unter Berufung auf ein geleaktes Planungsdokument berichtete – dürften die Summen astronomisch ausfallen.

Was die Waffe leisten kann

Der „Tomahawk Land Attack Missile" ist ein Marschflugkörper großer Reichweite, der typischerweise von Schiffen oder U-Booten auf weit entfernte Ziele abgefeuert wird. Die Typhon-Startanlage des Herstellers Lockheed Martin ist ein LKW-gestützter Container, aus dem auch SM-6-Abfangraketen abgefeuert werden können. Großbritannien verfügt über U-Boot-gestützte Tomahawks mit 1600 Kilometern Reichweite, Frankreich über einen eigenen Marschflugkörper mit 1000 Kilometern Reichweite. Bodengestützte weitreichende Systeme aber sind in Europa schlicht nicht verfügbar – ein peinliches Eingeständnis europäischer Rüstungspolitik nach Jahrzehnten der Selbstbeweihräucherung.

Das größere Bild: Deutschland als Bittsteller

Was sich hier abspielt, ist mehr als ein gescheiterter Rüstungsdeal. Es ist das Sinnbild einer Republik, die ihre Souveränität in den vergangenen Jahrzehnten so gründlich verspielt hat, dass sie heute als Bittsteller in Washington antreten muss – und selbst dort die Tür verschlossen vorfindet. Die Ampel-Koalition hat die Bundeswehr in einen Zustand versetzt, der jeden Verbündeten erschauern lässt. Die neue Große Koalition unter Merz tritt das Erbe an, ohne wirklich zu wissen, wie sie aus dem selbstverschuldeten Dilemma herauskommen soll. Stattdessen werden über 500 Milliarden Euro Sondervermögen aus dem Boden gestampft, deren Zinsen kommende Generationen abstottern dürfen.

Und während Berlin in Washington um Marschflugkörper bettelt, die es vielleicht nie erhalten wird, schmilzt das Vertrauen der Bürger in die politische Führung weiter dahin. Wer das Land verteidigen will, der muss zuerst seine eigene Industrie, seine eigene Wirtschaft und seine eigene Glaubwürdigkeit verteidigen. An allen drei Fronten steht Deutschland derzeit blamabel da.

Edelmetalle als Anker in unsicheren Zeiten

Geopolitische Spannungen, militärische Unwägbarkeiten und das schwindende Vertrauen in staatliche Handlungsfähigkeit treiben seit jeher kluge Anleger in jene Vermögenswerte, die seit Jahrtausenden Bestand haben. Physisches Gold und Silber sind keine Modeerscheinung, sondern bewährte Versicherung gegen die Verwerfungen, die uns derzeit täglich vor Augen geführt werden. Wer sein Vermögen breit streut und einen substanziellen Anteil in Edelmetallen hält, schläft in Zeiten wie diesen ruhiger als jene, die ihr gesamtes Vermögen dem Wohlwollen volatiler Märkte und einer überforderten Politik anvertrauen.

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Einschätzungen geben die Meinung unserer Redaktion wieder und stellen keine Anlageberatung dar. Wir betreiben keine Anlageberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich vor einer Investitionsentscheidung umfassend selbst zu informieren oder einen unabhängigen Fachberater zu konsultieren. Für Anlageentscheidungen ist jeder Leser selbst verantwortlich.

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