
Blutige Karnevalstage: Messerstechereien erschĂŒttern Nordrhein-Westfalen
Was einst als fröhliches Volksfest galt, an dem die Menschen ausgelassen feierten und fĂŒr wenige Tage den Alltag vergaĂen, hat sich in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen zu einem Schauplatz roher Gewalt verwandelt. Gleich vier Messerangriffe an einem einzigen Karnevalswochenende â in Grefrath, Havixbeck, Leverkusen und Wuppertal. Die Bilanz ist erschĂŒtternd: Mehrere Schwerverletzte, darunter ein 15-jĂ€hriger Junge, dem ein Messer eine Arterie am Oberschenkel durchtrennte. Willkommen im Deutschland des Jahres 2025.
Ein 16-JĂ€hriger in U-Haft â wegen versuchten Totschlags
Im niederrheinischen Grefrath wurde ein 20-jĂ€hriger Mann in der Nacht von Donnerstag auf Freitag auf einem Parkplatz neben einem Eissportzentrum niedergestochen. Hunderte Menschen hatten dort in einem Festzelt eine Karnevalsfeier an Altweiber besucht â ausgelassene Stimmung, bis das Grauen einbrach. Der mutmaĂliche TĂ€ter: ein 16-JĂ€hriger mit afghanischer Staatsangehörigkeit, der mittlerweile wegen des Verdachts des versuchten Totschlags in Untersuchungshaft sitzt. Es sei zu einem Streit zwischen dem spĂ€teren Opfer und einem Trio gekommen, zu dem der Jugendliche gehört habe. Der Gesundheitszustand des Opfers habe sich zwar stabilisiert, eine Krankenhausbehandlung sei aber weiterhin notwendig gewesen.
Man muss sich diese Situation einmal vor Augen fĂŒhren: Ein 16-JĂ€hriger, der mit einem Messer auf einen jungen Mann einsticht â lebensgefĂ€hrlich. Auf einer Karnevalsfeier. In Deutschland. Wie konnte es so weit kommen?
Havixbeck: 55-JÀhriger kÀmpft um sein Leben
Doch damit nicht genug. In Havixbeck im Kreis Coesfeld wurde am Sonntag ein 55 Jahre alter Mann durch Messerstiche in den Oberkörper lebensgefĂ€hrlich verletzt. Einem zunĂ€chst verbalen Streit mit einem 26-JĂ€hrigen folgte brutale Gewalt. Der TatverdĂ€chtige â ein 26-jĂ€hriger Deutscher â flĂŒchtete zunĂ€chst vom Tatort, konnte aber spĂ€ter an seiner Wohnung festgenommen werden. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen ĂŒbernommen. Nach jĂŒngstem Stand bestehe keine Lebensgefahr mehr fĂŒr das Opfer.
Leverkusen: Messer trifft Arterie eines 15-JĂ€hrigen
Besonders verstörend mutet der Fall in Leverkusen an. Bei einer Karnevalsparty am Samstagabend gerieten mehrere Personen in Streit. Einer von ihnen zĂŒckte ein Messer und stach auf einen 15-jĂ€hrigen Jungen ein. Die Klinge traf eine Arterie am Oberschenkel â der Jugendliche verlor massiv Blut und musste notoperiert werden. Dass er ĂŒberlebte, grenzt an ein Wunder. Der TatverdĂ€chtige, ein 20-jĂ€hriger Deutscher, wurde festgenommen. Inzwischen schwebe der Junge nicht mehr in Lebensgefahr, teilte die Polizei mit.
Wuppertal: Messerattacke im Linienbus
Als wĂ€re das MaĂ noch nicht voll gewesen, kam es am spĂ€ten Samstagabend auch in Wuppertal zu einer Messerattacke â diesmal in einem Linienbus. Zwei Gruppen von Karnevalisten seien in Streit geraten, der rasch eskalierte. Jemand zog ein Messer, mehrere Menschen im Alter zwischen 19 und 24 Jahren wurden durch Stiche verletzt. Der Busfahrer stoppte das Fahrzeug und alarmierte die Polizei. Ein 20-jĂ€hriger Deutscher, der den Behörden bereits polizeibekannt gewesen sei, wurde als TatverdĂ€chtiger gefasst.
Ein Symptom des Versagens
Vier Messerangriffe an einem Wochenende, allein in einem Bundesland. Man könnte meinen, es handele sich um Berichte aus einer Krisenregion â doch nein, es ist Nordrhein-Westfalen, das Herz der deutschen Karnevalstradition. Was sich hier offenbart, ist weit mehr als eine HĂ€ufung tragischer EinzelfĂ€lle. Es ist das Symptom einer Gesellschaft, die zunehmend die Kontrolle verliert.
Die Messergewalt in Deutschland hat ein AusmaĂ erreicht, das vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wĂ€re. Volksfeste, Busse, ParkplĂ€tze â kein Ort scheint mehr sicher. Und wĂ€hrend die Politik seit Jahren beschwichtigt, relativiert und auf âEinzelfĂ€lle" verweist, wĂ€chst in der Bevölkerung die Wut. Zu Recht. Denn es ist nicht nur die Meinung unserer Redaktion, sondern die eines GroĂteils der deutschen BĂŒrger: Diese eskalierende Gewalt ist das Ergebnis einer jahrelangen Fehlpolitik, die weder bei der inneren Sicherheit noch bei der Integration die notwendige Konsequenz gezeigt hat.
Deutschland braucht Politiker, die wieder fĂŒr die Sicherheit ihrer BĂŒrger regieren â und nicht gegen sie. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz steht in der Pflicht, endlich zu handeln. Denn wenn selbst der Karneval â jenes urrheinische Fest der Lebensfreude â zum Schlachtfeld wird, dann ist etwas fundamental schiefgelaufen in diesem Land.
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