
Brasilien will eine Million Bitcoin horten – der nächste Staat im Krypto-Rausch
Während sich die Welt in einem beispiellosen geldpolitischen Umbruch befindet, prescht nun ausgerechnet Brasilien mit einem Vorschlag vor, der selbst hartgesottene Finanzexperten aufhorchen lässt: Das südamerikanische Land plant die Einrichtung einer nationalen strategischen Bitcoin-Reserve – und zwar in einer Größenordnung, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen würde.
Eine Million Bitcoin in fünf Jahren
Der brasilianische Bundesabgeordnete Luiz Gastão hat einen Gesetzentwurf eingebracht, der die schrittweise Anschaffung von mindestens einer Million Bitcoin innerhalb von fünf Jahren vorsieht. Die Reserve, die den klangvollen Namen „RESBit" (Reserva Estratégica Soberana de Bitcoin) tragen soll, würde – sollte der Entwurf tatsächlich Gesetzeskraft erlangen – Brasilien auf einen Schlag zum mit Abstand größten staatlichen Bitcoin-Halter der Welt machen. Zum Vergleich: Beim aktuellen Kurs entspräche eine Million Bitcoin einem Gegenwert von weit über 100 Milliarden US-Dollar.
Der Gesetzentwurf ist dabei keineswegs ein loses Gedankenspiel. Er enthält ein umfassendes Regelwerk: Von der Möglichkeit, Bundessteuern in Bitcoin zu entrichten, über Anreize für staatliche Unternehmen, sich am Bitcoin-Mining zu beteiligen, bis hin zu einem strikten Verkaufsverbot für von Justizbehörden beschlagnahmte Bitcoin. Letzteres ist besonders bemerkenswert – denn es bedeutet, dass jeder durch Strafverfolgung konfiszierte Bitcoin automatisch in die nationale Reserve fließen würde.
Transparenz als Aushängeschild – oder Feigenblatt?
Ein zentrales Element des Vorschlags ist die öffentliche Transparenz. Die Bitcoin-Bestände der RESBit sollen über internetbasierte Plattformen einsehbar sein und einer öffentlichen Prüfung unterliegen. Für die sichere Verwahrung sieht der Entwurf den Einsatz von Cold Wallets, Multisignatur-Wallets und weiteren international anerkannten Sicherheitsmechanismen vor. Zudem erlaubt die Gesetzgebung unter eng definierten Umständen auch die vorübergehende Haltung von Spot-ETFs, die durch Bitcoin gedeckt sind.
Klingt alles wunderbar durchdacht. Doch man darf sich die Frage stellen: Ist es wirklich klug, wenn ein Schwellenland mit enormen sozialen Herausforderungen Milliarden in einen hochvolatilen digitalen Vermögenswert pumpt? Die Geschichte hat gezeigt, dass staatliche Großprojekte selten so reibungslos verlaufen, wie es die Gesetzestexte versprechen.
Ein globaler Trend – von El Salvador bis Washington
Brasilien steht mit seinem Vorstoß freilich nicht allein. El Salvador unter Präsident Nayib Bukele hält bereits über 7.560 Bitcoin und gilt als Pionier staatlicher Krypto-Reserven – auch wenn das Land unter dem Druck des Internationalen Währungsfonds die verpflichtende Bitcoin-Akzeptanz zurückschrauben musste. In den Vereinigten Staaten hat Präsident Trump im März 2025 per Exekutivorder Bundesbehörden angewiesen, die Akkumulation von Bitcoin aus beschlagnahmten Vermögenswerten zu prüfen – wohlgemerkt ohne zusätzliche Kosten für den Steuerzahler. Mehrere US-Bundesstaaten, darunter New Hampshire und Arizona, haben bereits Gesetze verabschiedet oder vorgeschlagen, die Investitionen öffentlicher Mittel in digitale Vermögenswerte ermöglichen.
Auch in Europa regt sich etwas: Die Tschechische Nationalbank hält bereits eine Bitcoin-Allokation, und in der Schweiz gibt es eine Bürgerinitiative, die eine verfassungsmäßige Verankerung von Bitcoin-Beständen fordert. Selbst Hongkong, die Ukraine und Pakistan erkunden Rahmenbedingungen für nationale Bitcoin-Reserven.
Was bedeutet das für den Anleger?
Der globale Wettlauf um Bitcoin-Reserven offenbart ein tiefgreifendes Misstrauen gegenüber dem bestehenden Fiat-Geldsystem. Wenn immer mehr Staaten beginnen, ihre Reserven zu diversifizieren – weg vom US-Dollar, weg von traditionellen Staatsanleihen –, dann ist das ein Signal, das man nicht ignorieren sollte. Es zeigt, dass selbst Regierungen erkannt haben, dass die endlose Gelddruckerei der Zentralbanken das Vertrauen in Papierwährungen systematisch untergräbt.
Für den deutschen Bürger, der zusehen muss, wie die neue Große Koalition ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen – im Klartext: neue Schulden – auftürmt und damit die Inflation weiter anheizt, sollte diese Entwicklung ein Weckruf sein. Während andere Nationen ihre Reserven diversifizieren, bleibt Deutschland seiner Tradition treu: mehr Schulden, mehr Bürokratie, mehr Belastung für kommende Generationen.
Wer sein Vermögen langfristig schützen möchte, sollte sich nicht allein auf die Versprechen der Politik verlassen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrtausende hinweg als verlässlicher Wertspeicher gedient – in Zeiten der Inflation, in Zeiten politischer Umbrüche, in Zeiten, in denen Regierungen das Geld ihrer Bürger leichtfertig verspielten. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bleiben sie ein unverzichtbarer Anker der Vermögenssicherung.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen, Edelmetalle oder andere Vermögenswerte sind mit Risiken verbunden. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die volle Verantwortung für seine Anlageentscheidungen. Eine individuelle Beratung durch einen qualifizierten Finanzberater wird ausdrücklich empfohlen.
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