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Brüsseler Regelwut: EU-Waldgesetz trifft Indigene in den USA!

Brüsseler Regelwut: EU-Waldgesetz trifft Indigene in den USA!
Symbolbild: KI-generiert

Die EU-Entwaldungsverordnung reicht bis in die Wälder im Nordwesten der USA. Indigene Forstbetriebe sollen dort inzwischen genaue Geodaten ihrer Einschlagsflächen liefern, obwohl viele von ihnen keinen einzigen Stamm nach Europa verkaufen. Ihre Vertreter schlagen Alarm. Sie fürchten, Käufer zu verlieren und heilige Orte preisgeben zu müssen.

Ein Gesetz mit langem Arm

Die Verordnung, kurz EUDR, wurde 2023 als Teil des Green Deal beschlossen. Das Ziel klingt edel: In die EU sollen nur noch Waren gelangen, die nicht von Flächen stammen, die nach dem 31. Dezember 2020 gerodet wurden. Betroffen sind sieben Rohstoffe, darunter Holz, Kakao, Kaffee, Soja und Palmöl.

Wer liefern will, muss das nachweisen, und zwar bis auf die einzelne Parzelle. Brüssel hat den Start schon zweimal verschoben. Ab dem 30. Dezember 2026 gelten die zentralen Pflichten nun für große und mittlere Unternehmen.

Der Dominoeffekt in der Lieferkette

Wie kommt europäische Bürokratie in ein Reservat im Bundesstaat Washington? Über die Lieferkette. Indigene Forstbetriebe verkaufen ihre Stämme meist an amerikanische Sägewerke und Papierfabriken. Diese machen daraus Schnittholz, Platten, Zellstoff oder Papier und wollen sich den europäischen Markt offenhalten.

Deshalb verlangen sie die Herkunftsdaten schon beim Einkauf. Nach Angaben des Intertribal Timber Council (ITC) reichen die Abnehmer die EU-Pflichten inzwischen direkt an ihre Lieferanten weiter. Wer die Geodaten nicht ohne Weiteres liefern kann, läuft Gefahr, aussortiert zu werden.

Große Forstkonzerne haben dafür eigene Abteilungen für Geodaten und Compliance. Kleinere Forstverwaltungen der Stämme haben das oft nicht. Eine Regel, die die Umwelt schützen soll, droht am Ende vor allem den Großen zu nützen. Eine belastbare Schätzung der möglichen Umsatzverluste gibt es bisher allerdings nicht.

Koordinaten, die heilige Orte verraten

Noch heikler ist die Frage der Daten. Das ITC warnt, genaue Einschlagskoordinaten könnten verraten, wo kulturell wichtige Gebiete liegen. Dazu zählen traditionelle Sammelplätze, Flächen zur Nahrungsgewinnung und heilige Landschaften. Für die Stämme ist das kein beliebiger Datensatz, sondern ein Teil ihrer Identität.

Das ITC fordert deshalb, dass die EU auch zusammengefasste oder schon vorhandene Behördendaten anerkennt. Brüssel hält aber an der Geolokalisierung fest. Pikant dabei: Die EU stuft die USA selbst als Land mit niedrigem Entwaldungsrisiko ein. Dadurch gelten zwar vereinfachte Sorgfaltspflichten, die Pflicht zur Auskunft bleibt aber bestehen.

Bittgang nach Brüssel mit magerem Ergebnis

ITC-Präsident Cody Desautel von den Confederated Tribes of the Colville Reservation und Vizepräsident Phil Rigdon, bei der Yakama Nation für natürliche Ressourcen zuständig, reisten Ende Januar 2026 nach Brüssel. Laut dem Verband trafen sie dort Vertreter von EU-Parlament und Kommission. Ihre Botschaft: Man teile das Ziel gesunder Wälder, wolle aber Gespräche auf Augenhöhe, von Nation zu Nation.

Die Antwort kam im Mai. Die Kommission legte ihre Überprüfung vor, ließ den Gesetzestext aber unverändert. Sie verspricht, die Kosten um rund 75 Prozent zu senken. Das ITC reagierte enttäuscht: Für die indigene Forstwirtschaft bringe das keine Entlastung.

Wenn Holzgeld Schulen und Polizei bezahlt

Für die Gemeinschaften geht es um mehr als Holzpreise. In einigen bezahlen die Einnahmen laut ITC Verwaltung, Bildung, Polizei und Sozialleistungen. In den USA gibt es 575 bundesrechtlich anerkannte indigene Nationen. Ihre Wälder umfassen laut US-Innenministerium rund 7,8 Millionen Hektar. Betroffen sind vor allem Stämme, die ihr Holz an große Lieferketten verkaufen.

Europas Exportschlager: Bürokratie

Statt Länder mit hohem Rodungsrisiko von nachhaltig bewirtschafteten Wäldern zu unterscheiden, legt Brüssel an alle denselben Maßstab an. Die Rechnung zahlen Reservate in Amerika ebenso wie Mittelständler in Europa, die sich durch dieselben Formulare kämpfen. Ob ein Gesetz, das Sägewerke in Washington zu Datensammlern macht, auch nur einen Baum im Amazonas rettet? Diese Frage muss sich Brüssel gefallen lassen.

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