
CDU-Parteitag: Merkel-Kult und Merz' hohle Macher-Rhetorik
Man reibt sich die Augen und fragt sich unwillkürlich: Ist das wirklich die Partei, die sich nach 16 Jahren Merkel-Ära erneuern wollte? Beim CDU-Bundesparteitag in Stuttgart feierten die Delegierten am 20. Februar 2026 ausgerechnet jene Altkanzlerin mit frenetischen stehenden Ovationen, deren Politik Deutschland in eine beispiellose Krise gestürzt hat. Der Applaus wollte nicht enden – und mit ihm offenbar auch nicht die Verdrängung der eigenen Vergangenheit.
Merkel-Nostalgie statt ehrlicher Aufarbeitung
Als Bundeskanzler Friedrich Merz seine Vorgängerin mit den Worten „Liebe Angela, herzlich willkommen in Stuttgart" begrüßte, brach ein Jubelsturm los, der selbst den Parteichef zum Verstummen brachte. Minutenlang klatschten die Delegierten, als gäbe es nichts aufzuarbeiten. Keine Grenzöffnung 2015, keinen Atomausstieg, keine gescheiterte Energiepolitik, keine systematische Aushöhlung konservativer Positionen. Die CDU feiert die Architektin ihres eigenen Niedergangs – und nennt es Parteigeschichte.
Dabei drängt sich eine unbequeme Frage auf: Wie glaubwürdig ist eine Partei, die sich als „Macher-Partei" und „Partei der Zuversicht" inszeniert, gleichzeitig aber jene Frau bejubelt, die das Land über anderthalb Jahrzehnte in eine Abhängigkeit von russischem Gas, chinesischen Lieferketten und einer unkontrollierten Migrationspolitik manövriert hat?
Merz malt düsteres Weltbild – und liefert wenig Konkretes
In seiner anschließenden Rede zeichnete der Kanzler ein dramatisches Bild der geopolitischen Lage. Die regelbasierte Weltordnung, „wie wir sie kannten", existiere nicht mehr, erklärte Merz. Macht zähle wieder mehr als Recht. Die Welt sei „rauer und gefährlicher" geworden. Starke Worte, zweifellos. Doch wer genau hinhörte, bemerkte schnell: Hinter der markigen Rhetorik verbarg sich erschreckend wenig Substanz.
Drei Kernaufgaben leitete Merz aus seiner Analyse ab: Europa müsse verteidigungsfähig werden, wirtschaftlich stärker und technologisch souverän. Revolutionär ist das nicht. Es sind dieselben Floskeln, die seit Jahren durch Sonntagsreden geistern, ohne dass ihnen Taten folgten. Immerhin räumte der Kanzler ein, dass die zu Beginn seiner Amtszeit beschlossene massive Neuverschuldung „ein schwerer Brocken" gewesen sei – womöglich die „schwerste Entscheidung" der vergangenen zwölf Monate. Er halte sie dennoch für richtig.
500 Milliarden Schulden – und kein schlechtes Gewissen?
Hier offenbart sich das ganze Dilemma der Merz-Regierung. Der Mann, der im Wahlkampf noch versprach, keine neuen Schulden zu machen, hat mit dem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen eine fiskalische Zeitbombe gezündet, deren Druckwelle kommende Generationen noch spüren werden. Die Zinslast wird über Jahrzehnte durch Steuern und Abgaben finanziert werden müssen – eine Hypothek auf die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Dass Merz dies als „richtig für Deutschland" verkauft, zeugt entweder von bemerkenswerter Chuzpe oder von einem besorgniserregenden Realitätsverlust.
Transatlantische Freundschaft – aber bitte mit Eigenständigkeit
Bemerkenswert war der Spagat, den der Kanzler beim Thema USA versuchte. Einerseits betonte er: „Die Amerikaner sind Deutschlands und meine Freunde." Andererseits forderte er mehr europäische Eigenständigkeit. Europa müsse „sein eigenes Schicksal in die Hand nehmen". Angesichts der aggressiven Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump – 20 Prozent auf EU-Importe – klingt das wie ein verspätetes Eingeständnis, dass die jahrelange Abhängigkeit von amerikanischer Sicherheitsgarantie ein strategischer Fehler war.
Seinen in den Medien kursierenden Spitznamen „Außenkanzler" deutete Merz selbstbewusst um und erklärte, er empfinde die Bezeichnung mittlerweile als Kompliment. Deutschland könne nur stark sein, wenn es international Einfluss habe. Das mag stimmen – doch innenpolitisch brennt es an allen Ecken und Enden. Rekordkriminalität, Messerangriffe, eine marode Infrastruktur, explodierende Energiekosten. Vielleicht wäre ein „Innenkanzler" derzeit dringender gefragt.
Kritik an Grünen und AfD – das bewährte Feindbild
Deutliche Worte fand Merz für Grüne und AfD, die im EU-Parlament gegen das Mercosur-Handelsabkommen gestimmt hätten. „Wir lassen uns davon nicht aufhalten", verkündete er kämpferisch. Es ist das altbekannte Muster: Man definiert sich über die Abgrenzung nach links und rechts, statt eigene inhaltliche Akzente zu setzen. Die CDU als vermeintliche „Partei der Mitte" – ein Narrativ, das angesichts der faktischen Fortsetzung grüner Politik in vielen Bereichen zunehmend hohl klingt.
Mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen gab sich Merz siegesgewiss: „Wir werden gewinnen. Weil die CDU eine Bastion ist." Eine Bastion wogegen genau? Gegen den politischen Wandel, den sich Millionen Bürger wünschen? Gegen eine ehrliche Aufarbeitung der Merkel-Jahre? Oder gegen die unbequeme Erkenntnis, dass die CDU unter Merz in weiten Teilen genau dort weitermacht, wo Merkel aufgehört hat – nur mit markigerer Rhetorik?
Fazit: Viel Inszenierung, wenig Substanz
Der Stuttgarter Parteitag war ein Meisterstück politischer Inszenierung. Die Merkel-Ovationen, die pathetischen Reden, die Selbstbeweihräucherung als „Macher-Partei" – all das mag die Delegierten begeistert haben. Doch draußen, jenseits der Messehallen, warten die realen Probleme: eine Wirtschaft, die unter Bürokratie und Energiekosten ächzt, eine Gesellschaft, die unter der Last unkontrollierter Migration leidet, und ein Staatshaushalt, der durch schuldenfinanzierte Sondervermögen auf Generationen belastet wird. Die CDU feiert sich selbst. Deutschland wartet derweil auf echte Lösungen.
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