
Chinas Griff nach dem deutschen Einzelhandel: Saturn stirbt leise, während Peking die Fäden zieht

Was einst als stolze deutsche Elektronikkette begann, verkümmert nun zum bloßen Anhängsel eines chinesischen Giganten. Die Marke Saturn, die 1961 in Köln ihre erste Filiale eröffnete und Generationen von Deutschen beim Kauf ihrer Fernseher, Waschmaschinen und Computer begleitete, wird systematisch ausgedünnt. Von einst 150 Standorten sind gerade noch 53 übrig geblieben – ein dramatischer Niedergang, der sich unter der neuen chinesischen Führung fortsetzen dürfte.
Der schleichende Tod einer deutschen Traditionsmarke
Eine Sprecherin des Mutterkonzerns Ceconomy bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass weitere Saturn-Filialen schließen und in MediaMarkt-Geschäfte umgewandelt werden sollen. Die Begründung klingt wie ein Nachruf: Kunden würden kaum noch zwischen den beiden Marken unterscheiden. Sortimente, Angebote, Werbung – alles gleiche sich ohnehin an. Wozu also noch zwei Namen für dasselbe Produkt?
Während man bei Ceconomy beteuert, an beiden Marken festhalten zu wollen, sprechen die Zahlen eine andere Sprache. MediaMarkt wuchs durch die Umfirmierungen auf 351 Filialen an. Saturn hingegen schrumpft und schrumpft. Im europäischen Ausland existiert die Marke bereits gar nicht mehr – dort gibt es nur noch MediaMarkt.
JD.com übernimmt das Ruder
Der eigentliche Paukenschlag ist jedoch die Übernahme durch den chinesischen E-Commerce-Riesen JD.com. Mit einem Jahresumsatz von knapp 159 Milliarden US-Dollar gehört das Unternehmen zu den zehn größten Handelskonzernen weltweit. Bis Anfang Dezember sicherte sich JD.com bereits knapp 60 Prozent der Ceconomy-Anteile.
Das Bundeskartellamt hat dem Deal bereits zugestimmt. Noch ausstehend sind Genehmigungen des Bundeswirtschaftsministeriums sowie weiterer EU-Staaten. Die EU-Kommission prüft zudem, ob der Wettbewerb in Europa beeinträchtigt werden könnte. JD.com selbst rechnet damit, die Übernahme in der ersten Jahreshälfte 2026 abzuschließen.
Parteikomitees in deutschen Führungsstrukturen?
Was bedeutet es für den deutschen Einzelhandel, wenn ein Konzern mit engen Verbindungen zur Kommunistischen Partei Chinas die Kontrolle übernimmt? Diese Frage stellen sich derzeit viele kritische Beobachter. In China sind Unternehmen ab einer gewissen Größe verpflichtet, Parteikomitees in ihre Führungsstrukturen zu integrieren. Welchen Einfluss wird Peking künftig auf Entscheidungen bei MediaMarkt und Saturn nehmen können?
„Mit Saturn und MediaMarkt haben wir zwei wertvolle Marken in Deutschland. Wir stehen zu ihnen – und wir werden beide stärken."
So die offizielle Verlautbarung von Ceconomy. Doch angesichts der Realität – dutzende geschlossene Filialen, ein chinesischer Mehrheitseigner und eine Markenstrategie, die faktisch auf Vereinheitlichung hinausläuft – klingen diese Worte wie hohle Phrasen.
Ein Symptom für ein größeres Problem
Der Fall Saturn ist symptomatisch für eine besorgniserregende Entwicklung. Deutsche Traditionsunternehmen geraten zunehmend in ausländische Hände, während die Politik tatenlos zusieht. Ob Roboterhersteller, Hafenbetreiber oder nun Elektronikketten – der Ausverkauf deutscher Wirtschaftssubstanz schreitet voran. Man fragt sich unweigerlich: Wann wird die Bundesregierung endlich aufwachen und strategisch wichtige Unternehmen vor dem Zugriff fremder Mächte schützen?
Die Kunden, die einst zwischen Saturn und MediaMarkt wählen konnten, werden bald nur noch eine Option haben. Und diese Option wird von Peking aus gesteuert.
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