
Deutsche Wirtschaft im Würgegriff: Jedes dritte Unternehmen kämpft mit Auftragsflaute
Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache, und sie verheißen nichts Gutes für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Mehr als jedes dritte Unternehmen in der Bundesrepublik leidet auch zu Beginn des Jahres 2025 unter einem gravierenden Auftragsmangel. Das Münchner Ifo-Institut hat in seiner jüngsten Umfrage ermittelt, dass im Januar 36,3 Prozent aller befragten Betriebe über eine maue Nachfrage klagten. Ein Wert, der zwar minimal unter dem Oktober-Ergebnis von 36,9 Prozent liegt, aber dennoch weit über dem langfristigen Durchschnitt verharrt.
Die Industrie als Sorgenkind der Nation
Klaus Wohlrabe, der Leiter der Ifo-Umfragen, warnt eindringlich davor, die marginale Entspannung als Trendwende zu interpretieren. Die schwache Nachfrage belaste breite Teile der Wirtschaft und werde durch hohe Kosten sowie eine nachlassende Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich verstärkt. Man fragt sich unweigerlich: Wie konnte es so weit kommen? Jahrelang wurde die deutsche Industrie als Rückgrat der europäischen Wirtschaft gefeiert, nun steht sie mit dem Rücken zur Wand.
Besonders dramatisch gestaltet sich die Lage im Maschinenbau, jenem Sektor, der einst als Aushängeschild deutscher Ingenieurskunst galt. Hier stieg der Anteil der Unternehmen mit Auftragsmangel von ohnehin besorgniserregenden 41,4 auf nunmehr 43,9 Prozent. Fast jeder zweite Maschinenbauer hat schlicht nicht genug zu tun. Bei den Herstellern von elektronischen und optischen Erzeugnissen sieht es noch düsterer aus: Der Anteil der betroffenen Firmen schnellte von 40,7 auf 46,8 Prozent empor.
Automobilindustrie unter Druck, Dienstleister kämpfen
Die Automobilindustrie, einst der stolze Motor der deutschen Exportwirtschaft, meldet ebenfalls Probleme. Rund ein Viertel der Betriebe berichtet von Auftragsmangel. Angesichts der Transformation zur Elektromobilität, die von der Politik mit ideologischem Eifer vorangetrieben wurde, ohne die wirtschaftlichen Realitäten zu berücksichtigen, verwundert dies kaum. Die Verbraucher sind verunsichert, die Nachfrage stockt, und die Unternehmen zahlen die Zeche für politische Fehlentscheidungen.
Im Dienstleistungssektor zeigt sich ein gemischtes Bild. Zwar sank der Anteil der klagenden Unternehmen leicht von 33,4 auf 31,1 Prozent, doch bestimmte Branchen leiden massiv. Unternehmensberater verzeichnen mit 53,8 Prozent den höchsten Wert, dicht gefolgt von der Werbebranche mit 51,2 Prozent. Auch die Beherbergungsbranche und IT-Dienstleister kämpfen mit jeweils 48,1 Prozent auf hohem Niveau gegen die Auftragsflaute.
Handel in der Krise
Der Handel präsentiert sich als weiteres Sorgenkind. Unter den Großhändlern beklagen unverändert knapp zwei Drittel aller Unternehmen fehlende Aufträge. Bei den Einzelhändlern hat sich die Situation sogar verschlechtert: Der Anteil stieg von 48,7 auf 51,3 Prozent. Die Kaufzurückhaltung der Verbraucher, befeuert durch Inflation und wirtschaftliche Unsicherheit, schlägt hier voll durch.
Ein Lichtblick am Horizont?
Einzig die Getränkehersteller können aufatmen. Hier halbierte sich der Anteil der Firmen mit Auftragsmangel auf 13,6 Prozent. Ein schwacher Trost angesichts der Gesamtlage, die von strukturellen Problemen geprägt ist, welche sich nicht über Nacht lösen lassen werden.
Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz steht vor gewaltigen Herausforderungen. Das geplante 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen mag kurzfristig Impulse setzen, doch die grundlegenden Probleme – überbordende Bürokratie, hohe Energiekosten und eine ideologiegetriebene Wirtschaftspolitik der Vorgängerregierung – werden damit nicht gelöst. Deutschland braucht dringend eine Rückbesinnung auf wirtschaftliche Vernunft und die Stärkung seiner industriellen Basis, bevor es zu spät ist.

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