
Deutschlands Autoindustrie im freien Fall: Fast 50.000 Arbeitsplätze in nur einem Jahr vernichtet
Die Zahlen sind erschütternd, und doch überraschen sie kaum noch jemanden, der die wirtschaftspolitische Geisterfahrt der vergangenen Jahre aufmerksam verfolgt hat. In der deutschen Automobilindustrie sind im Jahr 2025 erneut Zehntausende Stellen abgebaut worden – ein Aderlass, der das einstige Rückgrat der deutschen Wirtschaft bis ins Mark erschüttert.
726.000 Beschäftigte – und es werden immer weniger
Nach vorläufigen Daten des Verbands der Automobilindustrie (VDA) waren im vergangenen Jahr nur noch 726.000 Menschen im Automobilsektor tätig. Das bedeutet einen Rückgang um knapp 47.000 Beschäftigte gegenüber dem Vorjahr. Noch dramatischer wird das Bild, wenn man den Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 zieht: Seitdem sind fast 107.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Hunderttausend Existenzen. Hunderttausend Familien, die sich fragen müssen, wie es weitergeht.
Eine Branchenumfrage des VDA unter 127 Unternehmen zeichnet ein noch düstereres Bild. Fast zwei Drittel der befragten Firmen gaben an, im vergangenen Jahr Stellen am Standort Deutschland abgebaut zu haben. Fast jedes zweite Unternehmen reduziere auch aktuell noch Arbeitsplätze. Und hier kommt der eigentliche Dolchstoß: Rund jeder vierte Betrieb baue ausschließlich in Deutschland Stellen ab – während im Ausland gleichzeitig neue geschaffen würden.
VDA-Chefin Müller rechnet mit Brüssel ab
VDA-Präsidentin Hildegard Müller fand deutliche Worte. Deutschland habe eine „massive Standortkrise", so die Verbandschefin. Die Bedingungen am Standort Deutschland und Europa verschlechterten sich zusehends, was die Unternehmen und insbesondere den automobilen Mittelstand unter enormen Druck setze. Besonders bemerkenswert ist ihre Kritik an der europäischen Politik: „Noch zu oft begegnet der Wirtschaft in Brüssel eine Kombination aus Realitätsverweigerung und Relevanzillusion", betonte Müller.
Realitätsverweigerung und Relevanzillusion – treffender lässt sich das Gebaren der Brüsseler Bürokratie kaum beschreiben. Während die EU-Kommission mit immer neuen Regulierungen, CO₂-Strafzahlungen und dem faktischen Verbrenner-Verbot ab 2035 die europäische Automobilindustrie in die Knie zwingt, lachen sich die Wettbewerber in China und den USA ins Fäustchen. Dort wird pragmatisch Industriepolitik betrieben, hier wird ideologisch reguliert.
Ein schleichender Exodus mit Ansage
Was wir derzeit erleben, ist nichts weniger als die schleichende Deindustrialisierung Deutschlands. Die Automobilindustrie war über Jahrzehnte der Stolz der deutschen Ingenieurskunst, ein Garant für Wohlstand und Beschäftigung in ganzen Regionen. Doch statt diesen Wirtschaftsmotor zu pflegen, wurde er systematisch mit Auflagen, Verboten und einer ideologisch getriebenen Energiepolitik stranguliert.
Die explodierenden Energiekosten – eine direkte Folge der gescheiterten Energiewende und des überstürzten Atomausstiegs – machen den Standort Deutschland für energieintensive Produktion zunehmend unattraktiv. Hinzu kommen eine erdrückende Bürokratie, hohe Steuern und Lohnnebenkosten sowie eine Infrastruktur, die in vielen Bereichen den Vergleich mit Schwellenländern scheuen muss. Dass Unternehmen unter diesen Bedingungen ihre Produktion ins Ausland verlagern, ist keine böswillige Entscheidung – es ist schlicht wirtschaftliche Überlebensnotwendigkeit.
Die neue Bundesregierung muss liefern
Bundeskanzler Friedrich Merz hat im Wahlkampf versprochen, die Wirtschaft wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Doch das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das die neue Große Koalition auf den Weg gebracht hat, wird die strukturellen Probleme nicht lösen – im Gegenteil: Es droht, die Inflation weiter anzuheizen und kommende Generationen mit Schulden zu belasten. Was die Autoindustrie braucht, sind keine Subventionen, sondern wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen: niedrigere Energiepreise, weniger Bürokratie, eine realistische Technologiepolitik und den Mut, sich in Brüssel gegen ideologische Überregulierung zu stemmen.
Wer glaubt, der Verlust von 107.000 Arbeitsplätzen in nur sechs Jahren sei bereits das Ende der Fahnenstange, der irrt gewaltig. Ohne ein radikales Umsteuern in der Wirtschafts- und Energiepolitik wird die Abwanderung weitergehen. Und mit ihr schwindet nicht nur industrielle Substanz, sondern auch der Wohlstand, der Generationen von Deutschen ein gutes Leben ermöglicht hat.
In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und einer schleichenden Erosion des Industriestandorts Deutschland erscheint es umso wichtiger, das eigene Vermögen breit aufzustellen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt – gerade dann, wenn politische Fehlentscheidungen die Kaufkraft des Geldes bedrohen. Als Beimischung in einem diversifizierten Portfolio können sie einen wichtigen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.

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