
Deutschlands Gasspeicher auf dramatischem Tiefstand: Die bittere Quittung für eine verfehlte Energiepolitik

Was jahrelang als Schwarzmalerei abgetan wurde, ist nun bittere Realität geworden: Deutschlands Gasvorräte sind auf erschreckende 35 Prozent gesunken. Eine Kombination aus Winterkälte, Dunkelflaute und der selbstverschuldeten Abhängigkeit von amerikanischem Flüssigerdgas hat die Bundesrepublik in eine Energiekrise manövriert, die ihresgleichen sucht. Die Abschaltung der Atomkraftwerke und die Sprengung eigener Kohlekraftwerke rächen sich nun mit voller Wucht.
Der Speicherstand: Alarmierender als im Krisenjahr 2022
Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Während Deutschland am 1. November 2024 noch mit komfortablen 98 Prozent Füllstand in die Heizperiode startete, liegt der aktuelle Wert bei mageren 75 Prozent – und sinkt weiter. „Die Speicher sind derzeit leerer als im Krisenjahr 2022", warnt Timm Kehler, Geschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft. Ein Satz, der aufhorchen lassen sollte. Denn 2022 galt als das Jahr der großen Energiekrise, als Panik vor einem kalten Winter das Land erfasste.
Der Verband der Speicherbetreiber Ines schlägt ebenfalls Alarm. In den Jahren 2017 bis 2021 lagen die Füllstände zu diesem Zeitpunkt um satte 20 Prozentpunkte höher. Deutschland spielt mit der Versorgungssicherheit seiner Bürger russisches Roulette – und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn russisches Gas fließt bekanntlich nicht mehr.
Die selbstgemachte Abhängigkeit von US-Flüssigerdgas
Nach der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines – ein Vorgang, dessen Aufklärung bezeichnenderweise im Sande verlaufen ist – hat sich Deutschland in eine fatale Abhängigkeit von amerikanischem LNG begeben. Mehr als 90 Prozent des direkt importierten Flüssigerdgases stammen mittlerweile aus den Vereinigten Staaten. Zusätzliche Mengen fließen über Umwege durch die Niederlande und Frankreich ins Land.
Sebastian Gulbis, Geschäftsführer der Beratungsfirma Enervis, bringt das strategische Dilemma auf den Punkt: „Es besteht die Gefahr, dass die USA die Abhängigkeit Europas von US-LNG als Druckmittel im Konflikt um Grönland ausnutzen könnten." Eine Warnung, die angesichts der aktuellen geopolitischen Spannungen unter Präsident Trump keineswegs aus der Luft gegriffen erscheint.
Europa im Würgegriff amerikanischer Energieinteressen
Die Europäische Union als Ganzes bezieht im Jahr 2025 bereits 57 Prozent ihres Flüssigerdgases aus den USA. Was einst als Diversifizierung der Energiequellen verkauft wurde, entpuppt sich nun als Tausch einer Abhängigkeit gegen eine andere – nur dass die neue deutlich teurer und politisch nicht weniger riskant ist. Der Hausverstand, so er denn noch vorhanden ist, sagt einem, dass die USA diese Energiequelle in einem echten Konflikt als Waffe einsetzen könnten.
Die EU verschärft die Krise noch weiter
Als wäre die Situation nicht bereits prekär genug, hat die EU kürzlich eine Direktive beschlossen, die den Bezug von russischem Erdgas vollständig verbieten soll. Eine weitere Selbstbeschädigung, die zu steigenden Energiepreisen, höheren Lebenshaltungskosten und einer weiteren Reduzierung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft führen wird. Parteien wie die AfD und das BSW weisen seit langem darauf hin, dass Deutschland auch in Zukunft auf günstige Energie aus Russland angewiesen sein wird – doch ihre Stimmen verhallen ungehört in den Echokammern der Brüsseler Bürokratie.
Was passiert, wenn das Gas ausgeht?
Die Szenarien eines vollständigen Zusammenbruchs der Gasversorgung sind erschreckend. Analysen zeigen, dass bei Wetterverläufen wie in den Jahren 2013 und 2018 die Speicher tatsächlich leer laufen könnten. In einem weiteren Szenario würde der Füllstand unter kritische fünf Prozent fallen.
Die Konsequenzen wären verheerend: Millionen Haushalte ohne Heizung würden auf elektrische Heizgeräte umsteigen. Das Stromnetz, ohnehin durch die Energiewende geschwächt, könnte die zusätzliche Last nicht tragen und würde ebenfalls kollabieren. Gaskraftwerke fielen aus, die Wasserversorgung bräche zusammen – denn elektrische Pumpen befördern das Trinkwasser. Selbst die Toilettenspülung würde nicht mehr funktionieren.
„Die Folgen einer Abschaltung der Industrie wegen Gasmangel wären verheerend. Aber offenbar lernen Deutsche nur durch extremen Schmerz."
Epidemien als Folge des Zusammenbruchs
In einer Stadt mit 10.000 Einwohnern, deren Bewohner ihre Notdurft nicht mehr auf gewohntem Wege entsorgen können, entstünde ein massives Epidemieproblem. Cholera, Typhus, Ruhr und Hepatitis wären die Folge. Ein Szenario, das man eher in Entwicklungsländern verorten würde – nicht im einstigen Industriegiganten Deutschland.
Die chemische Industrie bereitet sich auf das Schlimmste vor
Der Verband der Chemischen Industrie berichtet, dass sich Unternehmen bereits auf mögliche Versorgungsengpässe vorbereiten. Notfallpläne sollen Produktionsausfälle und wirtschaftliche Folgen im Krisenfall minimieren. Kehler bekräftigt: Deutschland werde „mit sehr leeren Speichern aus der kalten Jahreszeit hervorgehen".
Die Energiekrise ist das Ergebnis einer Politik, die ideologische Ziele über die Versorgungssicherheit der eigenen Bevölkerung gestellt hat. Die Abschaltung der Kernkraftwerke, die Sprengung von Kohlekraftwerken, die Sanktionspolitik gegen Russland – all dies rächt sich nun bitter. Und während die Bürger frieren, scheint für die Verantwortlichen in Berlin der Stellvertreterkrieg in der Ukraine wichtiger zu sein als die Wärme in deutschen Wohnzimmern.
Es bleibt zu hoffen, dass der Winter mild verläuft. Denn auf die Weitsicht der politischen Entscheidungsträger zu setzen, hat sich in den vergangenen Jahren als fataler Fehler erwiesen. Die deutschen Bürger zahlen die Zeche – mit explodierenden Energiekosten und der bangen Frage, ob die Heizung morgen noch funktioniert.

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