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26.01.2026
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Deutschlands Investitionskrise: Wenn der Staat wächst und die Wirtschaft schrumpft

Deutschlands Investitionskrise: Wenn der Staat wächst und die Wirtschaft schrumpft

Die Zahlen sind erschütternd, doch sie überraschen niemanden mehr, der die wirtschaftspolitische Entwicklung der vergangenen Jahre aufmerksam verfolgt hat. Die Bruttoanlageinvestitionen in Deutschland sind 2025 erneut gesunken – zum vierten Mal in Folge. Real wurde im vergangenen Jahr so viel investiert wie zuletzt 2016. Ein ganzes Jahrzehnt wirtschaftlicher Stagnation, eingefroren in einer einzigen Statistik.

Der schleichende Niedergang der Privatwirtschaft

Besonders alarmierend ist der Blick auf die privaten Investitionen. Die privaten Bauinvestitionen sanken nunmehr das fünfte Jahr in Folge auf das niedrigste Niveau seit 2009. Die privaten Ausrüstungsinvestitionen brachen um 5,2 Prozent ein und rutschten auf das Niveau von 2014 zurück. Während der Staat für knapp ein Sechstel aller Investitionen steht, zeigt sich bei Ausblendung dieser öffentlichen Ausgaben das wahre Ausmaß der Misere.

Die Investitionen in Maschinen und Geräte – jene Güter also, die über die Produktivität eines Industriestandorts entscheiden – sanken um 3,3 Prozent. Zum vierten Mal in Folge. Wer glaubt, Deutschland könne seinen Wohlstand auf Dauer erhalten, ohne in moderne Produktionsanlagen zu investieren, der irrt gewaltig.

Klingbeils "Investitionsministerium" – ein leeres Versprechen

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hatte im Mai 2025 vollmundig angekündigt, sein Haus "zu einem Investitionsministerium zu machen". Die Bilanz dieser Ankündigung ist ernüchternd, um es diplomatisch auszudrücken. Die als "Investitionsturbo" gepriesene Wiedereinführung degressiver Abschreibungen verpuffte wirkungslos. Wieder einmal zeigt sich: Zwischen politischen Ankündigungen und wirtschaftlicher Realität klafft in Deutschland eine gewaltige Lücke.

"Wir wollen durch Investitionen und Strukturreformen für neues Wachstum sorgen" – so lautete das Versprechen. Gefolgt sind kaum Taten.

Warum Unternehmen Deutschland den Rücken kehren

Die Gründe für die Investitionsflucht sind hinlänglich bekannt, werden aber von der Politik beharrlich ignoriert. Fachkräftemangel, erdrückende Bürokratie, explodierende Arbeitskosten und eine Steuerlast, die international ihresgleichen sucht – all dies macht Deutschland für Investoren zunehmend unattraktiv. Unternehmen investieren dort, wo sie die höchste Nach-Steuer-Rendite erwarten. Und das ist immer seltener in Deutschland der Fall.

Seinen Ruf als Wachstumsmotor Europas hat Deutschland nicht durch externe Schocks verspielt, sondern durch jahrelange politische Untätigkeit. Die Ampel-Koalition hat diesen Niedergang nicht verursacht, aber sie hat ihn auch nicht aufgehalten. Und die neue Große Koalition unter Friedrich Merz scheint bislang ebenfalls keine Trendwende einzuleiten.

Stellenabbau statt Neueinstellungen

Die Konsequenzen der Investitionsschwäche zeigen sich längst auf dem Arbeitsmarkt. Kaum ein Monat verging 2025, ohne dass ein namhaftes Großunternehmen Stellenstreichungen im vier- oder gar fünfstelligen Bereich ankündigte. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer notierte zum Jahreswechsel auf dem tiefsten Wert seit Mai 2020 – jenem Monat also, als die Corona-Pandemie die Wirtschaft in den Würgegriff nahm.

Der jahrzehntelange Anstieg der Erwerbstätigkeit ist zum Erliegen gekommen. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren 5000 Menschen weniger erwerbstätig als im Vorjahr. Dass der Rückgang nicht noch dramatischer ausfiel, verdankt Deutschland einzig dem Wachstum im Bereich "öffentliche Dienstleister, Gesundheit, Erziehung" – also dem Staatssektor, der das Minus in der Privatwirtschaft größtenteils kompensierte.

Staatliches Wachstum ist kein nachhaltiges Wachstum

Hier liegt das eigentliche Problem: Ein Wirtschaftswachstum, das größtenteils auf einer Ausdehnung des Staatssektors basiert, ist alles andere als nachhaltig. Es ist ein Strohfeuer, finanziert durch Schulden, die künftige Generationen werden abtragen müssen. Das 500 Milliarden Euro schwere Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität mag kurzfristig Impulse setzen – langfristig belastet es den Staatshaushalt und damit den Steuerzahler.

Die Bundesregierung prognostiziert für 2026 ein Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent, für 2027 sogar 1,3 Prozent. Das Handelsblatt Research Institute bleibt mit 0,7 und 0,9 Prozent deutlich vorsichtiger. Angesichts der unberechenbaren Zollpolitik der Trump-Administration und der strukturellen Probleme der deutschen Wirtschaft erscheint diese Skepsis mehr als berechtigt.

Ein selbsttragender Aufschwung ist nicht in Sicht

Die zaghaften Hoffnungsschimmer, die der HCOB Flash Deutschland Composite Index mit seinem Drei-Monats-Hoch von 52,5 Punkten andeutet, sollten niemanden in falscher Sicherheit wiegen. Ein wirklich selbsttragender Aufschwung, getragen von privaten Investitionen und unternehmerischer Dynamik, ist nicht in Sicht. Der kleinen Party könnte bald ein heftiger Kater folgen.

Deutschland braucht keine weiteren Ankündigungen, keine neuen Sondervermögen und keine zusätzlichen Staatsausgaben. Was das Land braucht, sind echte Strukturreformen: Bürokratieabbau, Steuersenkungen, flexible Arbeitsmärkte und eine Energiepolitik, die Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit in den Vordergrund stellt. Solange die Politik diese Hausaufgaben nicht erledigt, wird die Investitionsschwäche anhalten – und mit ihr der schleichende Niedergang des Wirtschaftsstandorts Deutschland.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit können physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio zur Vermögenssicherung beitragen.

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