
Edelmetall-Märkte im freien Fall: Silber stürzt um 20 Prozent ab
Was sich in den vergangenen Stunden an den internationalen Rohstoffmärkten abspielte, dürfte selbst hartgesottenen Anlegern den Schweiß auf die Stirn treiben. Mit der Öffnung der asiatischen Märkte brach der Silberpreis regelrecht ein – ein Absturz von nahezu 20 Prozent innerhalb weniger Stunden. Die mühsam erkämpften Kursgewinne der letzten drei Handelstage wurden damit in einem einzigen Moment pulverisiert.
Die Nervosität greift um sich
Doch Silber steht nicht allein im Rampenlicht des Schreckens. Auch der Goldpreis geriet massiv unter Druck und verlor zwischen vier und fünf Prozent seines Wertes. Die psychologisch wichtige Marke von 5.000 Dollar erweist sich dabei als schier unüberwindbare Hürde. Selbst Bitcoin, das digitale Pendant zu den klassischen Edelmetallen, konnte sich dem Abwärtssog nicht entziehen und rutschte unter die Marke von 72.000 Dollar.
Christopher Wong, Stratege bei der Oversea-Chinese Banking Corp Ltd., bringt die Lage auf den Punkt: Die Stimmung sei regelrecht "aufgeweicht" – und zwar quer durch alle Anlageklassen. Was wir hier erleben, sei ein klassischer Rückkopplungseffekt bei dünner Marktliquidität. Ein gefährliches Spiel, das die Fragilität der aktuellen Marktsituation schonungslos offenlegt.
Chinesische Spekulanten unter Verdacht
Während Goldman Sachs zunächst darauf hinwies, dass chinesische Spekulanten bei der jüngsten Volatilität nur eine untergeordnete Rolle gespielt hätten, deutet das Timing des aktuellen Einbruchs auf eine andere Wahrheit hin. Der Großteil der Kursbewegungen Ende Januar fand statt, als die Shanghai Futures Exchange – das Zentrum des chinesischen Spekulationshandels – geschlossen war. Doch nun, mit der Wiedereröffnung der asiatischen Märkte, scheint der spekulative chinesische Investor den Stecker gezogen zu haben.
"Die Preisbewegungen dürften volatil bleiben, bis größere Klarheit über den geldpolitischen Ausblick herrscht."
So lautet die nüchterne Einschätzung der Analysten von Standard Chartered. Ein Teil der kurzfristigen Turbulenzen resultiere aus Rücknahmen bei börsengehandelten Produkten, doch die strukturellen Treiber blieben intakt.
Das Gold-Silber-Verhältnis explodiert
Besonders bemerkenswert ist die relative Schwäche des Silbers gegenüber Gold. Das Gold-Silber-Verhältnis ist auf über 65 geschossen – ein Sechswochenhoch. Diese Entwicklung zeigt einmal mehr, dass Silber in Krisenzeiten deutlich stärker schwankt als sein großer Bruder Gold.
Parallel zu diesem Edelmetall-Desaster erlebt der US-Dollar eine Renaissance. Die jüngsten Kursgewinne der amerikanischen Währung beschleunigen sich weiter – ein klassisches Muster in Zeiten der Unsicherheit, wenn Anleger in den vermeintlich sicheren Hafen flüchten.
Was bedeutet das für Anleger?
Trotz der aktuellen Turbulenzen sollten langfristig orientierte Investoren einen kühlen Kopf bewahren. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässliche Vermögenssicherung bewährt. Kurzfristige Preisschwankungen, so dramatisch sie auch erscheinen mögen, ändern nichts an den fundamentalen Eigenschaften dieser Anlageklasse. Wer sein Portfolio breit streut und einen Teil in physischen Edelmetallen hält, ist für turbulente Zeiten besser gerüstet als jene, die ausschließlich auf Papierwerte setzen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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