
Eingeschlossen im Persischen Golf: Deutsche Reeder hoffen auf Trumps Marine-Geleitschutz
Während Europa über Gendersternchen und Klimakleber debattiert, spielt sich am Persischen Golf ein Drama ab, das die globale Wirtschaft in ihren Grundfesten erschüttert. Mehr als 30 Schiffe deutscher Reedereien sitzen im Kriegsgebiet fest – eingeschlossen durch den eskalierenden Iran-Konflikt, unfähig, die strategisch lebenswichtige Straße von Hormus zu passieren. Und wer bietet Hilfe an? Nicht etwa die Europäische Union, nicht die deutsche Bundesregierung. Nein – es ist ausgerechnet Donald Trump.
Die Straße von Hormus: Nadelöhr der Weltwirtschaft
Man muss sich die Dimension vor Augen führen: Durch diesen schmalen Wasserweg vor der iranischen Küste fließt rund ein Fünftel der globalen Öltransporte. Wer die Straße von Hormus kontrolliert, hält gewissermaßen den Pulsschlag der Weltwirtschaft in der Hand. Dass der Iran nun mit Angriffen auf Schiffe droht und die Passage faktisch gesperrt ist, trifft nicht nur Tankerflotten und Containerriesen – es trifft jeden einzelnen Verbraucher, der an der Zapfsäule steht oder seine Heizrechnung bezahlt.
Der Verband Deutscher Reeder (VDR) hat Trumps Vorstoß, Tanker durch die US-Marine eskortieren zu lassen, ausdrücklich begrüßt. Ein Marine-Geleitschutz sei „dringend notwendig", um den eingeschlossenen Schiffen zeitnah die Ausfahrt aus dem Kriegsgebiet zu ermöglichen, so der Verband. Trump selbst hatte auf seiner Plattform Truth Social angekündigt, die US-Marine werde „so bald wie möglich" mit der Eskorte von Tankern beginnen.
Hoffnung und Ernüchterung liegen nah beieinander
Doch so willkommen Trumps Ankündigung bei den deutschen Reedern auch sein mag – die Skepsis ist groß. Silke Lehmköster, Flottenchefin von Deutschlands größter Reederei Hapag-Lloyd und selbst Kapitänin, dämpfte die Erwartungen erheblich. Die Hoffnung sei zwar groß, die Erwartung jedoch „relativ gering", sagte sie. Am Persischen Golf herrsche Krieg, und die Marineschiffe seien mit anderen Aufgaben beschäftigt, als Handelsschiffe zu begleiten.
Lehmköster verwies auf die enormen praktischen Hürden eines solchen Geleitschutzes. Ein Marineschiff müsse relativ nah am Handelsschiff bleiben, um effektiven Schutz zu bieten – insbesondere gegen Luftangriffe. Der Schutzradius sei begrenzt. Skaliere man diesen Bedarf auf die Gesamtzahl der im Persischen Golf befindlichen Schiffe hoch, werde schnell deutlich, dass das Unterfangen kaum realisierbar sei.
Auch internationale Verbände skeptisch
Der internationale Schifffahrtsverband BIMCO bezeichnete Trumps Ankündigung zwar als „interessant", machte aber ebenfalls deutlich, dass es unrealistisch sei, allen Tankern in den von Iran bedrohten Gebieten Schutz zu gewähren. Man warte auf weitere Details – eine diplomatische Formulierung, die in der Schifffahrtsbranche so viel bedeutet wie: Wir glauben es erst, wenn wir es sehen.
Wo bleibt Europas Verantwortung?
Was bei dieser gesamten Debatte besonders bitter aufstößt, ist die Abwesenheit Europas. Während deutsche Reeder auf die Gnade der amerikanischen Marine hoffen müssen, glänzt die Bundesregierung unter Friedrich Merz durch Passivität. Wo sind die europäischen Marinekräfte? Wo ist die viel beschworene „strategische Autonomie" der EU? Stattdessen wird in Berlin ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur aufgelegt – auf Pump, versteht sich –, während deutsche Handelsschiffe in einem Kriegsgebiet festsitzen und auf amerikanische Hilfe angewiesen sind.
Es ist ein Trauerspiel, das die ganze Hilflosigkeit europäischer Sicherheitspolitik offenbart. Deutschland, einst stolze Seefahrernation mit einer der größten Handelsflotten der Welt, kann seine eigenen Schiffe nicht schützen. Die Bundeswehr, kaputtgespart und reformiert bis zur Unkenntlichkeit, wäre zu einer solchen Operation schlicht nicht in der Lage. Und so bleibt den deutschen Reedern nichts anderes übrig, als auf Trump zu setzen – jenen Mann, den die politische Elite in Berlin so gerne als unberechenbaren Populisten abtut.
Die Ironie könnte kaum größer sein: Derselbe US-Präsident, dessen Zollpolitik mit 20 Prozent auf EU-Importe den europäischen Handel empfindlich trifft, ist nun möglicherweise der Einzige, der deutsche Handelsschiffe aus einer lebensgefährlichen Lage befreien kann. Vielleicht sollte das dem einen oder anderen Entscheidungsträger in Berlin zu denken geben – darüber, was echte Sicherheitspolitik bedeutet und wo die Prioritäten eines Landes liegen sollten, das vom Welthandel lebt.
Die Lage am Persischen Golf ist ein Weckruf. Nicht nur für die Schifffahrtsbranche, sondern für ganz Europa. Wer seine Handelsrouten nicht schützen kann, wird langfristig auch seinen Wohlstand nicht bewahren können. Gold und andere physische Edelmetalle dürften in einem solchen Umfeld geopolitischer Unsicherheit und drohender Energiepreisexplosionen einmal mehr als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung an Bedeutung gewinnen.
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